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Ein Blick in den Kultur-Kochtopf


Kunst, Kultur und Kulinarisches verbinden sich bei einer neuen Veranstaltungsreihe des Stadtgarten Steele. Über neun Monate sorgen Ruhrgebietskünstler und Köche aus der Region beim Kultur-Kochtopf für gute Unterhaltung und köstliche Menüs. Den Auftakt machten im Mai der Duisburger Kabarettist und Schauspieler Kai Magnus Sting und Spitzenkoch Frank David aus dem Löwental. Rund 100 Gäste überzeugten die Lokalmatadore bei der Premiere mit ihrer Kultur-Kochshow. Dabei frozzelte Sting nicht nur über Erlebnisse in der S-Bahnlinie 1, sondern zeigte sich auch im Dialog mit Frank David am Herd schlagfertig.


Foto: Stadtgarten Steele

Foto: Stadtgarten Steele

Der Abend begann mit bardiertem Kaninchenfilet auf Schnibbel-bohnensalat. Das hatte vorher den kücheninternen Wettkampf gegen ein Gericht mit Taube gewonnen, mit dem nach einer spontanen Umfrage fast jeder zweite Besucher gerechnet hätte. Anschließend entstand vor den Augen der Gäste in der Showküche Steckrüben-Apfelsuppe mit karamellisierten Flusskrebsen, die einst als Arbeiteressen galten und in der Ruhr heimisch waren. Die Zeiten sind längst vorbei, heute sind die Krebste geschätzte Delikatesse.

 

 

Beim Schaschlik vom Schwein und Kalbsleber als Hauptgang und dem Dessert „Armer Ritter“ mit Vanilleparfait und Williamsbirne kamen Zutaten zum Einsatz, die früher hinter der Laube oder im Stall der Bergleute zu finden waren. Zwischen den Gängen zeigte Sting auf der Bühne sein komödiantisches Können und unterhielt die Gäste mit Ausführungen zur Ruhrgebietssprache „Hömma“, der Möglichkeit „Omma“ stilgerecht zu deklinieren und Einkaufserlebnissen im Stil von „Tun se mich ma den Gehacktem.“ Dabei handelt es sich keinesfalls um eine sprachliche Macke, sondern um eine komplizierte Genitiv-Dativ-Akkusativ-Verschränkung, die eben nur versteht, wer in den Grenzen des Ruhrgebiets aufgewachsen ist.

 

 

Greift der Ruhri zum „Hömma“ ist eigentlich schon alles gesagt. Deshalb lässt sich dieses regionaltypische Wort in fast jeder Situation einsetzen und verhindert Missverständnisse. Auch die Pluralformen sind eigentümlich im Ruhrgebiet. Während andere Regionen zum Plural-S greifen nimmt man im Ruhrgebiet oft das „E“. Nur die Pluralform von Butterbrot wird mit „S“ gebildet, denn die heißt im Ruhrgebiet „Schnittkes“. „Also, weißte Bescheid“, grinst Sting ins Publikum, das sich im Spiegel des Künstlers das ein oder andere Mal wieder erkennt.

 

 

Denn was – so Schnellsprecher Sting – in anderen Regionen operativ entfernt werden muss, das kann im Ruhrgebiet gerade richtig sein. Mit neuem Wissen über Männer und Frauen und das Fernsehprogramm sowie Tipps für die Ruhrgebietsküche verließen die Gäste zu später Stunde den festlichen Kuppelsaal. Am 8. Juni erwarten Helmut Sanftenschneider und Oliver Steiner vom Stadtgarten die Gäste zum nächsten Live-Cooking. Die folgenden Termine sind am 8. Juli und 9. September jeweils um 18:30 Uhr. Der Abend inkl. Menü kostet 69 Euro. Karten kann man telefonisch (0201/8785959) und per Internet buchen.


Links:

www.kulturkochtopf.de








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