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Online Schauspiel-Training mit Frank Astor


Theater spiegelt das Leben und erlaubt zugleich in immer wieder neue Rollen zu schlüpfen. Damit ist die Theaterwelt für viele Menschen nicht nur ein Traumberuf, sondern auch ein reizvolles Hobby. Doch wie erreicht man Bühnenpräsenz? Wie geht man um mit Lampenfieber? Und was macht einen guten Schauspieler aus? Das und einiges mehr erklärt Schauspieler und Regisseur Frank Astor bei seinem Online Schauspiel-Training. Neulinge bekommen dank der Tipps des mit mehr als 4.000 Auftritten erfahrenen Experten die Möglichkeit, am Bildschirm Theaterluft zu schnuppern und sich vorzubereiten auf die Bretter, die für mache die Welt bedeuten.


Foto: Frank Astor

Aufgeteilt ist das Training in zehn Lektionen. Diese kann man einzeln zum Preis von 9,90 Euro freischalten oder verschiedene Pakete buchen. Alternativ kann man ein Monats- oder Jahresabo abschließen. Dabei sind drei Lektionen sofort zugänglich. Die weiteren werden im Wochentakt bereitgestellt. Jede Lektion besteht aus einem Video, in dem Frank Astor Erklärungen und Beispiele präsentiert. Bei den meisten gibt es dazu eine kurze Zusammenfassung als PDF zum Download. Hinweise auf Literatur und weiteres Übungsmaterial kommen bei einzelnen Kapiteln hinzu. Nutzen kann man den Online-Kurs mit dem Internetbrowser und ohne separate Software zu installieren.

 

 

Das erste Kapitel beschäftigt sich mit Beziehungen und Kontakt. Um bewusst Beziehungen herzustellen, schlägt Frank Astor die Repeat Übung vor. Bei dieser geht es um Selbst- und Fremdwahrnehmung. Wie man die schulen kann, zeigt Frank Astor in einem sehr ausführlichen Beispiel. In der ersten Runde geht es darum, ein Gegenüber genau zu betrachten, und die physische Beobachtung anzusprechen. Danach ergänzt man die Beobachtung um eine Einschätzung. Bei der Kontakt- und Beziehungsübung wiederholt man jeweils Teile der Aussage des anderen und schließt dann ein neues Element an. Durch das gegenseitige Beobachten bekommt man nicht nur ein besseres Gefühl für andere, sondern auch ein Feedback zu dem, was man selbst – manchmal unbemerkt – tut. Da die Übung eine klare Struktur vorgibt, schult die zudem die Konzentration.

 

 

Das zweite Kapitel ist deutlich experimenteller. Bei der Einführung in die Fantasiesprache geht es um Improvisieren ohne Text und den Abbau von Hemmungen. Alleine oder mit einem Partner redet man in Lauten, die wie eine Sprache klingen, aber keine sind. Um trotzdem Botschaften zu vermitteln, ist eine Verbindung von Gefühl, Körper und Stimme wichtig. Frank Astor rät, sich den jeweiligen Charakter vorzustellen und dann einfach in Phantasiesprache zu reden. „Einfach laufen lassen", macht er seinen Zuschauern Mut. Im Video zeigt er, wie Wirkung unterschiedlicher Gesten und „Sprachen". Dabei kann man gut erkennen, wie unterschiedlich die verschiedenen Laute aber auch die Körpersprache wirkt. Natürlich lässt die Phantasiesprache viel Raum für Phantasie. Beim praktischen Ausprobieren merkt man schnell, wie unterschiedlich die Phantasiesprache ausfällt, wenn man sich in verschiedene Rollen und Gemütszustände versetzt. Was in den ersten Minuten echte Überwindung kostet, wird mit der Zeit immer leichter. Dabei macht das Video Mut, auch wenn die Tonqualität bei diesem nicht so gut ist wie bei den anderen.

 

 

„Schütteln mit Ansagen“ heißt es im nächsten Kapitel. Dieses beschäftigt sich mit der Frage, wo Schauspieler die Gefühle hernehmen. In vielen Rollen geht es um das Ein- und Aussteigen in Gefühle und Zustände. Daher ist es wichtig, dies auszuprobieren. Mit der passenden Musik bewegt man sich und schüttelt den Körper mit geschlossenen Augen gründlich durch. Das wirkt erst einmal komisch, beschäftigt aber Körper und Geist und macht so den Kopf frei, um auf Zuruf eines Gefühlszustandes in die passende Pose zu gehen und so als Skulptur zu verharren. „Phantasie ist bewahrte Erfahrung“, erklärt Frank Astor und lädt dazu ein, Skulpturen zum Beispiel zu Angst und Neugierde zu zeigen. Im zweiten Schritt bewegen die Statuen sich dann. Statt um die Sprache geht es um große Gestik, Drehungen und Umhergehen. Erst im dritten Schritt kommt die Phantasiesprache dazu, sodass auch komplizierte Dinge wie Verrücktheit, Panik oder Leichtigkeit gezeigt werden können. Die gelungene Übung lädt ein zum Mitmachen, auch wenn die Musik zwischendurch aus unbekannten Gründen die Lautstärke variiert.

 

 

Hervorragend umgesetzt ist das vierte Kapitel „Need und Action“. Frank Astor erklärt, dass es ohne Konflikt kein Theater gibt: „Das Geheimnis der Dramaturgie ist ganz einfach: Zwei Hunde und ein Knochen!“ Der Hintergrund ist einfach: Jede Figur im Theater hat ein Anliegen, ein bestimmtes Ziel, einen Wunsch oder ein Bedürfnis, das sie zum Handeln antreibt. Dieser „Need“ ist die Grundlage aller Bemühungen im Leben. Immer dann, wenn die „Needs“ und die sich daraus ergebenden Handlungen in verschiedene Richtungen laufen, kommt es zu einem Konflikt. Um das glaubwürdig zu spiele, ist es für Schauspieler wichtig, sich zu überlegen, was ihre jeweilige Figur eigentlich anstrebt.

 

 

Im fünften Kapital geht es um die klassische Szenendramaturgie. Dabei wird erklärt, wer handelt, dann entsteht ein Konflikt mit seinem Spannungsbogen. Im Anschluss folgen dann Wendung, Pointe, Lösung oder ein überraschendes Ende. Das sechste Kapitel dreht sich um den richtigen Platz im Raum. Frank Astor spricht über das nötige Rüstzeug, um sich sicher zu fühlen. Dazu gehören eine gute Vorbereitung,

Kostüm und Requisiten, Kenntnis des Textes, Raumgefühl, aber auch eine Prüfung von Licht und Ton und die Wiederholung schwieriger Passagen. Wer so ausgerüstet ist, kann sich den Blicken der Zuschauer stellen. Frank Astor erinnert in diesem Zusammenhang an Gustav Gründgens, der einst rief ausgeschlafen zu sein und den Text zu können. Der Rest des Videos ist der Frage gewidmet, wo auf der Bühne man sich am wohlsten fühlt. Frank Astor sieht den Körper dabei als Messinstrument.

 

 

Das Kapitel über Hoch- und Tiefstatus geht auf die im Leben und auf der Bühne bestehenden Hierarchien ein. Da die Schauspieler das Leben naturgetreu nachbilden möchten, ist es wichtig auf diese zu achten. Wie Status sich auf Gespräche auswirkt, führt Frank Astor am Beispiel einer Gehaltsverhandlung vor. Zudem beschreibt er, woran man oft schon auf den ersten Blick Hoch- und Tiefstatus erkennt. Anhand einer Sprachübung zeigt er, wie Worte und Erscheinungsbild zueinander passen müssen, damit keine unfreiwillige Komik aufkommt. Wie deutlich Requisiten die Wirkung steigern, zeigt das achte Kapitel. In diesem macht Frank Astor einen Stock zu einem Ruder, einer Querflöte und einem Speer. Letztlich geht es jeweils darum, den Gegenstand anders einzusetzen als das, was sie ursprünglich sind. So gibt man den Requisiten eine Bedeutung und kann Geschichten erzählen. Nebenbei hat man die Hände beschäftigt und im Einzelfall sogar einen Spielpartner, auf den man sich beziehen kann.

 

 

Das vorletzte Kapitel beschäftigt sich mit den Aufmerksamkeitskreisen. Dazu verweist Frank Astor auf ein Extravideo, das sich mit den Erkenntnissen von Konstantin Stanislawskis befasst. Dann erklärt er selbst: Im ersten Kreis der Aufmerksamkeit ist man auf sich selbst konzentriert. Im zweiten geht es um das Zwiegespräch. Im dritten schließlich geht es um eine Gruppe mit den unterschiedlichen Bezügen zwischen ihren Mitgliedern. Ebenfalls gelungen ist das letzte Kapital zum Thema Vergrößern. Gerade in einem großen Zuschauerraum ist es wichtig, dass die Botschaften des Schauspielers auch in der letzten Reihe ankommen. Deshalb ist es wichtig, den stimmlichen und gestischen Ausdruck zu übertreiben. In seinen Beispielen zeigt Frank Astor wie das gelingt und durch den intensiveren Ausdruck ein interessanter Auftritt gelingt. Er empfiehlt, die Regungen und Gesten in fünf Schritten immer weiter zu vergrößern und zeigt dies eindrucksvoll am Beispiel „Das Wetter ist schön!" Üben kann man diese Übertreibung auch mit Requisiten. Wer seine Arme bei der Probe mit Stöcken verlängert, wird später auf der Bühne automatisch zu größeren Gesten greifen.

 

 

Ein Bonustrack gibt Tipps für die Stimme. So empfiehlt es sich, viel Wasser zu trinken. Statt zu flüstern sollte man immer laut reden. Wer die Stimme mit Summen trainiert und mit gelegentlichem Gähnen entspannt, ist auch auf dem richtigen Weg. Zudem rät der erfahrene Schauspieler langsamer zu sprechen, auf körperliche Fitness zu achten und gut für sich selbst zu sorgen. Natürlich kann ein Online-Kurs keine Schauspielschule und auch kein Präsenzseminar ersetzen. Dennoch ist der Kurs von Frank Astor ein hervorragender erster Einblick mit Praxisnutzen. Wer die Übungen ausprobiert wird damit viel für den eigenen Auftritt – nicht nur auf der Bühne – gewinnen.


Links:

werde-schauspieler.de








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