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Apollo: Varieté ohne Worte


Im Mittelpunkt des aktuellen Programms des Düsseldorfer Apollo Varieté stehen die Sprache der Körper und die Musik. Ganz ohne Worte kommt das abendfüllende Programm im Theater direkt am Rhein aus, das bis zum 4. März 2012 gezeigt wird. Dabei verwandelt sich die Bühne in ein vielseitiges, magisches Bilderbuch. Und auch die Zuschauer werden einbezogen. Immer wieder bezieht Pantomime Julien Cottereau, der lange Zeit mit dem Cirque du Soleil unterwegs war, Gäste ein in seine humorvollen Darbietungen. Mit charmanter Heiterkeit nimmt er die Gäste mit in seine Phantasiewelt. Bis Ende Januar kostet der Eintritt mindestens 27 Euro. Anschließend kann man „Ohne Worte“ ab 19 Euro vom Rang aus sehen.




Der erste Auftritt des Abends gehört Alexey Chaynikov. Der Artist zeigt einen außergewöhnlichen Hula-Hoop-Auftritt. Wo andere die Ringe nur um die Hüften kreisen lassen, arbeitet Chaynikov mit dem ganzen Körper. Bis zu vier Ringe wirbeln nicht nur um Arme und Beine, sondern auch um den Po und den Hals des Künstlers. Sogar im Handstand lässt Chaynikov die Ringe kreisen. Trotz kleinerer Fehler zeigt er eine gelungene Choreographie, zu der auch eine kurze Sequenz mit einem Ring mit einem Durchmesser von 2,5 Meter gehört. Anschließend hat Julien Cottereau seinen ersten Auftritt. Er wirft Zuschauern einen nur in der Phantasie existierenden Ball zu und sorgt für die passende Geräuschkulisse zum humorvollen Ballwechsel.

 

Echte Bälle wirbelt Helena durch die Luft. Die 21jährige Tschechin hat sich der Fußball-Jonglage verschrieben und lässt die Bälle im Bühnennebel tanzen. Technik, Feingefühl und Poesie vereinen sich bei diesem Auftritt zu einem Gesamtkunstwerk. Genau hinschauen muss man auch bei Oksana und Vadim. Die Absolventen der Artistenschule in Kiew beginnen ihren Auftritt als romantisch auf einer alten Holzbank sitzendes Paar. Doch während Streichermusik ertönt, lüften sie das wahre Geheimnis ihres Auftritts. Oksana wechselt blitzschnell ihre Outfits und schafft es in Augenblicken Farben und Formen ihrer Kleider zu wechseln. Anschließend kommt ein ganz in schwarz gekleideter Muskelmann auf die Bühne. Er lässt ein großes Metallgestell durch die Luft rotieren. Mit geschickten Griffen und viel Kraft sorgt er dafür, dass sich sein Requisit schneller bewegt als die Augen folgen können. Funkelnde Drehungen und schneller Rhythmus ziehen das Publikum in ihren Bann. Kurz vor der Pause ist noch einmal Mitmachen angesagt. Eine Frau aus dem Publikum wird von Julien Cottereau auf die Bühne gebeten und muss den Spaßmacher dort beim Posieren imitieren.

 

Nach der Pause geht der Blick nach oben. Am Trapez zeigen Shannon Maguire und Samson Finkelstein ihr Können. Das Duo Aero zeigt im Rhythmus der Musik die Geschichte einer turbulenten Liebe. Dabei wechseln die Rollen. Mal verlässt sie sich auf seine Kraft, mal hängt er ganz an ihr. Zu spanischen Klängen springt sie ins Leere, wird jedoch vom ihm aufgefangen. Eroberung, Vereinigung, Kampf und Versöhnung bestimmen den Auftritt der Amerikaner. Viel zu sehen gibt es bei der italienischen Handstand-Akrobatin Clio Togni. Statt in Mailand weiter als Model zu arbeiten, entschied die Tochter einer Zirkusfamilie sich für den Handstand. Auf sieben filigranen Podesten zeigt sie nicht nur klassischen Handstand, sondern verbiegt ihren Körper genau auf die Musik abgestimmt. Nach so viel Poesie darf ein weiterer Auftritt von Julien Cottereau nicht fehlen. Auf der Bühne bläst er virtuellen Kaugummi zu gigantischen Blasen.

 

Akrobatisches Ballett bringt das Trio „Momento di Passione“ auf die Bühne. Leidenschaftlicher Tango liefert den Rhythmus für Roman Ikalchyk und seine Partnerinnen. Deren Körper sind die Basis für seine Akrobatik. Ein Handstand auf zwei Frauen? Das ist für Ikalchyk erst der Anfang einer ungewöhnlichen und gelungenen Choreographie. Anmut, Temperament und Kraft bestimmen einen Auftritt, der selbst häufige Varietébesucher staunen lässt. Abschluss des Programms ist ein letzter Mitmachauftritt mit Julien Cottereau. Diesmal bittet er gleich zwei Freiwillige auf die Bühne, um mit diesen ein westernreifes Duell zu inszenieren. Karten für „Ohne Worte“ gibt es telefonisch (0211/8289090), per Internet und an der Abendkasse.


Links:

www.apollo-variete.com








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