Gronau in Deutschland und Enschede, die Nachbarstadt in den Niederlanden, bieten auch in der kalten Jahreszeit interessante Möglichkeiten, um einen Kurzurlaub oder ein langes Wochenende zu verbringen. Beide Orte, in der Parklandschaft der Grenzregion gelegen, sind den immer mehr an grenzüberschreitenden Fahrrad-, Wander- und Reiterrouten interessierten Touristen seit längerem bekannt. Wenn die Tage kürzer werden, gibt es noch mehr Anreize die kulturellen Angebote und die Wellness-Möglichkeiten beider Städte zu genießen.
Gronau hat nach dem Niedergang der Textilindustrie den Wandel zu einer modernen Einkaufs- und Dienstleistungsstadt vollzogen. Einen schwungvollen Start in ein Grenzerlebnis-Wochenende bietet in Gronau ein Besuch des 2004 eröffneten Rock’n’Popmuseum am Udo-Lindenberg-Platz 1. Es entstand in der ehemaligen Textil-Spinnerei Van Delden. Heute wird dort „Dampf“ für das Rock’n’Popmuseum gemacht, in dem man auf eine spannende musikalische Zeitreise durch die Populäre Musik der letzten Jahrhunderte geht. In der Dauerausstellung wird von Salonmusik über Black Music, Musik der Goldenen 1920er Jahre und Musik aus der Zeit des Nationalsozialismus hingeführt zur Nachkriegszeit mit den großen Einflüssen der amerikanischen und britischen Popmusik. Ob Rock, Pop, Disco, Deutsche Popmusik, Elektronische Musik, jeder Besucher kann sich gut informieren und erinnern durch Bilder, Videos und Ausstellungsstücke. Wo sonst kann man Handschuhe von Marlene Dietrich, eine Cannabisdose von John Lennon oder beispielsweise eine Querflöte des legendären Ian Anderson und vieles andere mehr aus der Nähe anschauen? Die Hits der verschiedenen Zeitabschnitte sind individuell abruf- und hörbar. Wer sich dafür interessiert kann auch erkennen in welchem politischen Rahmen die jeweilige Musikrichtung vorkam.
Jugendliche tanzen im Soundraum, erleben Sound und können selbst Musik machen und im Klanglabor ein eigenes Musikstück mixen. Technik Freaks haben die Gelegenheit das ungewöhnliche Tonstudio der avantgardistischen Band Can anzusehen, die für psychedelische Musik bekannt ist und nach Absprache nutzen. Regelmäßig finden Sonderausstellungen im Rock’n’Popmuseum statt. Bis zum 8. Januar 2012 läuft noch die Ausstellung „A Kind Of Magic“ über Leben und Werk von Freddy Mercury, dem legendären Sänger von Queen. Er stand bis zu seinem tragischen Aidstod 1991 mit seiner unverkennbaren Stimme im internationalen Rampenlicht. Vom 25. Januar bis 12. August 2012 findet die mit Spannung erwartete Sonderausstellung über Deutschlands Rockband Nummer eins, die Scorpions, statt. Der Titel lautet “Rock You Like A Hurricane”. Diese Sonderausstellung findet anlässlich der Abschiedstournee der Scorpions statt, die ebenfalls Rockgeschichte geschrieben haben. Das Rock’n’Popmuseum hat jährlich etwa 40.000 Besucher und wird von Udo Lindenberg, der aus Gronau stammt und z.Zt. musikalisch wieder sehr erfolgreich ist, ideell unterstützt. Gelegentlich finden Konzerte in der Konzerthalle des RPM statt, dabei sind z.B. The Animals, Birth Control und auch Udo Lindenberg schon aufgetreten. Das Rock’n’Popmuseum befindet sich ganz in der Nähe des Bahnhofs Gronau und ist auch für Schulklassen ein lohnenswertes und gut erreichbares Ziel.
Nach dem Museumsbesuch kann man sich im Gronauer Ortsteil Epe im Saunapark Epe nach der Philosophie des Hauses grenzenlos entspannen und erholen. Gepflegte Saunen mit unterschiedlichen Temperaturen und ein gemütliches Ambiente lassen keine Wünsche offen. Stündlich findet eine Aufgusszeremonie statt. Auf bequemen Liegen im Innen- und Außenbereich kann der Gast sich zu jeder Jahreszeit erholen. Wer sich durch eine Massage besonders verwöhnen lassen will, ist bei den Beauty & SPA Mitarbeiterinnen in guten Händen. Im Gastronomiebereich kann man Speisen und Getränke mit Blick in den herrlichen Garten genießen. Hier ist Urlaub im Urlaub möglich. So gut erholt, sollte man einen Spaziergang durch Epe unternehmen oder sich abends ganz romantisch durch den Ort und sein historisches Zentrum von einem Nachtwächter führen lassen. Der kann beim Rundgang viele Geschichten aus dem „alten“ Epe erzählen. Wer sich jetzt kulinarisch verwöhnen lassen will, sollte im Hotel-Restaurant Schepers in Gronau-Epe einkehren. Das Haus liegt in einer historischen Parkanlage mit Wassermühle am Fluss Dinkel. Das Restaurant bietet bei aufmerksamem Service frische mediterrane und deutsche Küche. Der Küchenchef legt Wert auf der Saison entsprechende Produkte und Zutaten aus der Region bei der Herstellung der kreativen Köstlichkeiten.
Frische junge Küche mit Tradition wird auch im Hotel-Restaurant Gasthof Driland in Gronau am Dreiländersee angeboten. Das Hotel liegt direkt am Naherholungsgebiet Dreiländersee. Ein 4 km langer Rundweg führt direkt am Seeufer entlang, der auch in der winterlichen Jahreszeit ein Ziel für Naturfreunde ist. Zurzeit stehen unter anderem zahlreiche schmackhafte Wildgerichte auf der Karte des gemütlichen Restaurants. Das Haus ist ein Familienbetrieb, der in der 6. Generation geführt wird. Am Gasthof Driland befindet sich ein TOP, ein touristischer Orientierungspunkt. Ein TOP ist ein großer, weit sichtbarer Kegel aus Steinen. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein kostenloser Parkplatz und ein Schild, das auf reizvolle Freizeittouren zu Fuß, per Rad oder Kanu hinweist. Um sicherzugehen, dass man sich nicht verläuft oder verfährt, gibt es seit neuestem Falk Karten im Maßstab 1:50.000 für diese Grenzregion, die grenzüberschreitende, thematische Touren für Wanderer und Radfahrer ermöglichen, denn bekanntlich ist es reizvoll und zeitgemäß abwechselungsreiche Touren zu unternehmen, die nicht an den alten Grenzen aufhören.
Gut übernachten kann man in beiden Hotels. Weitere Übernachtungsmöglichkeiten kann man beim Touristik-Service Gronau erfragen.
Enschede, die rd. 167.00 Einwohner zählende niederländische Grenzstadt in der 160 Nationalitäten leben, ist nur wenige Kilometer von Gronau entfernt. Musik, Theater und Kultur spielen eine zentrale Rolle in der Universitätsstadt Enschede, in der die früher wichtige Textilindustrie in den 1970er Jahren jegliche Bedeutung verlor. Nach dem Strukturwandel bestimmen wissensintensive Betriebe die Wirtschaft der Stadt. Zum bestmöglichen Kennenlernen der Stadt ist eine Stadtführung, die im Tourismusbüro VVV Enschede bestellt werden kann, sehr zu empfehlen. Goodgoan, diesen Gruß hört man immer wieder in Enschede: „Möge es Dir gut gehen.“ Das sagt viel aus über diese tolerante und moderne Stadt. Beim geführten Stadtrundgang erfährt der Besucher interessante Einzelheiten zur Geschichte von Enschede, die im Lauf der Jahrhunderte immer wieder durch große Brände gekennzeichnet wurde. Beim Brand von 1862 blieben in der Innenstadt nur zwei Gebäude stehen, die Grote Kerk und das Stadthaus. Innerhalb von nur zwei Jahren bauten die Bürger ihre Stadt wieder auf. Der Oude Markt (Alte Markt), auf dem die Grote Kerk steht, ist der Mittelpunkt der Stadt. Er wird im Sommer bei schönem Wetter vom Platzangebot her zur größten Terrasse der Niederlande. Vor den vielen Restaurants und Cafés kann man gemütlich sitzen, sehen und gesehen werden. In der kalten Jahreszeit lässt man sich in den gut besuchten Lokalen drinnen verwöhnen. Außer dem Besuch der Grote Kerk lohnt der Besuch der im byzantinischen Stil erbauten Jacobuskerk, ebenfalls am Oude Markt gelegen. Die im orientalischen Stil gebaute Synagoge befindet sich an der Prinsestraat. Sie gilt als eine der schönsten Synagogen in Westeuropa.
Sehenswert sind in der Innenstadt die ehemaligen Firmensitze und Wohngebäude der sogenannten Textilbarone, an denen heute noch zu erkennen ist, über welchen Wohlstand sie und ihre Familien verfügten. In diesen Gebäuden findet man heute meist Cafés und Restaurants. Ein besonderer Tipp beim Bummel durch die Gassen und Geschäftsstraßen von Enschede ist der Besuch des Lieblingslokals des in Enschede geborenen Dichters Willem Wilmink. Dem gefiel es zu Lebzeiten im Café Het Bolwerk so gut, dass er sich am liebsten dort auch beerdigen lassen wollte. Das spricht doch wohl für sich... Wer samstags in der Stadt ist, hat die Gelegenheit auf dem Hendrik Jan van Heekplein den Wochenmarkt mit seinen vielfältigen Angeboten zu besuchen. Wer weiterspaziert findet ein lohnendes Ziel im Wooldrikspark . Die Belohnung ist eine Rast im gemütlichen Teehaus Ik en mijn moeder. In einer ganz besonderen Umgebung bekommt man dort bei Kerzenschein Tee oder Kaffee und selbstgebackenen Kuchen auf Etageren –in der Art des High Tea- serviert. Das liebevoll ausgesuchte Porzellan sieht so aus als wäre es aus Omas gutem Schrank geholt worden. Außer dem Wooldrikspark gibt es weitere schöne Parks in der Stadt.
Zu einem Besuch in Enschede gehört unbedingt, dass man auch den Stadtteil Roombeek aufsucht. Die Kulturmeile, ausgehend vom Oude Markt führt am neuen Musikzentrum und Nationalen Musikquartier vorbei in das städtebaulich hochinteressante Stadtviertel. Im Mai 2000 geschah in diesem Stadtteil ein katastrophales Unglück durch die Explosion von in einer Fabrikhalle gelagerten Feuerwerkskörpern. Dabei waren 23 Tote zu beklagen, 500 Gebäude waren völlig zerstört und tausende von Wohnungen schwer beschädigt. Das Viertel wurde nach der Verwüstung unter starker Mitsprache der betroffenen Bürger und Beteiligung namhafter Architekten neu aufgebaut. Entstanden ist eine kleine Stadt für sich, ein Wohnviertel erbaut mit hohem architektonischen Wert und sehr guter Wohnqualität nach den Bedürfnissen des 21. Jahrhunderts. Entstanden ist ein erfolgreicher Mix aus ganz unterschiedlichen Wohnhäusern, Schulen, Plätzen, Geschäften und creativem Campus mit verschiedenen Museen und Ausstellungsräumen. Auf einer großen Grünfläche, die heute der Erholung dient, wird durch die Gestaltung des Parks, einer Namenstafel für die Toten und ein verbliebenes Kraterloch an einer der Explosionsstellen auf diskrete Weise an das schreckliche Unglück erinnert. Das große Unglück wird in Enschede niemals vergessen werden. Wer von den früheren Bewohnern in den Stadtteil zurück wollte, konnte dies zu günstigen finanziellen Bedingungen tun. Es gab und gibt auch viele Menschen, die in diesen neu gebauten, sehenswerten Stadtteil, bewusst zugezogen sind, um in einer modernen, verkehrstechnisch gut angebundenen Stadt in der Stadt zu leben. Es macht den Besuch in Roombeek noch interessanter, wenn man sich vorher ein Infoblatt des Verkehrsvereins VVV besorgt oder eine spezielle Stadtführung bucht.
Wer soviel gelaufen ist findet in Enschede eine gute Möglichkeit wieder fit zu werden. Im thailändischen „Pun en Solo“ kann man bei einer speziellen, wohltuenden Fußmassage bestens entspannen. Wer etwas ganz Ungewöhnliches sucht, kann seine Füße in einem Wasserbecken von ganz vielen kleinen Garra Rufa-Fischen aus medizinischen Gründen oder einfach zur Erholung beknabbern bzw. behandeln lassen. Eine andere Möglichkeit ist eine Detox-Fußbehandlung vornehmen zu lassen. Das eine wie das andere ist eine gute Erfahrung, die in ruhiger Atmosphäre in thailändisch dekorierten Räumen zu leisen thailändischen Musikklängen stattfindet. Danach kann man den Tag sehr gut ausklingen lassen in einem Theater, bei einem Konzert oder in einem der gemütlichen, gutbürgerlichen oder eleganten Restaurants in der Innenstadt von Enschede.
Links:
www.grenzerlebnisse.de
www.gronau.de
www.rock-popmuseum.de
www.stadtenschede.de