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Mit dem Rad an den Ufern der Regnitz


Malerische Radwege, geschichtsträchtige Städte und lokale Brauereien: Die bayerische Region Franken lädt zur Entdeckungstour mit dem Fahrrad ein. An den Ufern des Flusses gibt es eine Menge zu entdecken: Von historischen Schöpfrädern und Bierkellern über liebevoll geführte Gasthäuser bis hin zu nachhaltigen Familienbetrieben reicht das Spektrum. An einem Wochenende kann man die Schönheit der Region erleben und einige Geheimnisse am Wegesrand entdecken.






















Ein guter Ausgangspunkt für eine Radtour durch das malerische Regnitztal ist Nürnberg. Bratwürstchen, Lebkuchen und Christkindlemarkt charakterisieren die Wirtschaftsmetropole genau wie ihre reiche Geschichte. Besonders sehenswert ist die Kaiserburg oberhalb der Stadt. Im Mittelalter war diese eine bedeutende Kaiserpfalz. Noch heute beeindrucken die dicken Mauern des Wahrzeichens der Stadt. Heute sind in den Räumen der Burg Ausstellungen zu sehen – und Touristen aus aller Welt auf den Spuren der Geschichte. Kunstliebhaber finden nicht weit entfernt das Albrecht-Dürer-Haus. Der Maler wohnte von 1509 bis 1528 in dem Fachwerkhaus, in dem heute eine Ausstellung zu seinem Leben und Werk zu sehen ist. Während ihres rund tausendjährigen Bestehens hat die urbane Metropole immer wieder von sich reden gemacht. Manche Zeugnisse davon sind in den vielen Museen und Kirchen im Stadtbild zu sehen. Genießen kann man aber auch das Flair der lebhaften Stadt mit zahlreichen Cafés, Restaurants und Eisdielen. Auf dem Weg nach Norden folgt man dem Lauf der Pegnitz, die später in die Regnitz übergeht und erreicht nach gut 20 km Erlangen.

 

 

Die Hugenottenstadt verbindet auf gelungene Weise das Flair ihrer Geschichte mit einer modernen Studentenstadt. Ihre Bewohner und Gäste feiern mit der Erlanger Bergkirchweih eines der ältesten Volksfeste Deutschlands. 40.000 Studierende sorgen genau wie die Touristen für eine angenehme Atmosphäre, in der Geschichte und Innovation keine Gegensätze sind. Dafür steht nicht nur der in Erlangen ansässige Siemens-Konzern, sondern auch manches Familienunternehmen. Das Creativhotel Luise zum Beispiel hat sich Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. In einigen Zimmer hat man dazu Duschen eingebaut, die einst für die NASA für Weltraummissionen entwickelt wurden. Diese pumpen das Wasser immer wieder nach oben, sodass man mit fünf Litern Frischwasser nahezu unbegrenzt duschen kann – und das mit weniger Energiebedarf als bei ständig neuem Leitungswasser. Für die Geschichte der Stadt steht das Markgrafenschloss im Barockstil. Es liegt als Teil des höfischen Bautenensembles im Schlossgarten mitten in der Stadt.

 

 

Sehenswert ist auch die Kleinstadt Forchheim. Von den zahlreichen kleinen Brauereien der Region liegen allein vier in dieser Stadt. Zum Tag der offenen Brauereien sind diese mit einem Brauerei-Shuttle verbunden, damit man die feinen Unterschiede im traditionsreichen Handwerk der Brauer erschmecken kann. An vielen Stellen im Stadtbild ist das typisch fränkische Fachwerk bis heute zu sehen. Auch wenn die Kaiserpfalz in Forchheim bescheidener ausfällt als in Nürnberg lohnt sich der Stadtrundgang. Das Rathaus gilt als Meisterwerk des Fachwerkbaus. Dabei lohnt sich der Blick für das Detail: Die Schnitzereien sollten das Rathaus vor Bösem bewahren und brachten schon manchen Betrachter zum Schmunzeln. Auch in Forchheim wird gefeiert: Rund um den Tag der Heiligen Anna am 26. Juli findet das Annafest statt. Zehn Tage feiern täglich rund 30.000 Besucher und genießen dabei nicht nur regionales Bier und Brezeln.

 

 

Auf dem Weg nach Norden stößt man auf eine begehbare Schleuse. Die Schleuse des ehemaligen Ludwig-Donau-Kanals liegt heute auf dem Trockenen. Die gesamte Schleusenkammer und der oberhalb gelegene Pfad, über den Pferde die Schiffe flussaufwärts zogen, sind gut erhalten, sodass man einen Eindruck von der schweißtreibenden Arbeit der Schiffer und der Schleusenwärter gewinnen kann. Nur wenige Kilometer entfernt liegt etwas oberhalb des Regnitz-Ufers Buttenheim. In diesem Ort kam im Jahr 1829 Löb Strauss auf die Welt. Die nahm jedoch erst Notiz von ihm als er nach der Emigration in die USA seinen Namen änderte und in San Fransisco ein Handelshaus mit Bekleidung für die Goldgräber und Pioniere des Westens gründete. Die von ihm entwickelte Arbeitskleidung ist heute weltbekannt. Der Geschichte von Löb „Levi“ Strauss und seiner Jeans widmet sich in seinem einstigen Geburtshaus in Buttenheim eine Ausstellung. Das Levi Strauss Museum zeigt in einem schön restaurierten Fachwerkhaus mit blauen Blendläden, wie die Familie einst lebte und wie die erste Jeans entwickelt wurde. Bei einer zünftigen Brotzeit im rustikalen Gasthaus in der Nähe kann man Kraft sammeln für die nächsten Kilometer nach Bamberg.

 

 

Am Rande der Regnitz gibt es immer wieder etwas zu entdecken. Mancherorts stehen Wasserschöpfräder. Mit diesen wurden die Felder entlang des Flusses bewässert. Dazu wurde die Kraft des fließenden Wassers genutzt, um einen Teil des nährstoffreichen Flusswassers durch hölzerne Rinnen auf die Felder zu transportieren. Ende des 19. Jahrhunderts waren in der Region rund 250 Wasserschöpfräder in Betrieb. Wasser ist auch für die Erdbeer- und Spargelbauern von großer Bedeutung. Landwirte wie Siegfried Zenk sind auf eine gute Mischung aus Sonne und Regen angewiesen. Der Techniker für Gartenbau verkauft seine Produkte auch im kleinen Hofladen. Neben frischem Obst und Gemüse hat er einen Spargel-Schnaps im Sortiment. Der fällt auf durch eine Spargelstange im klaren Alkohol – und ist, so der Landwirt – aus ganzen Stangen gemacht, um einen milden und guten Geschmack zu erreichen.

 

 

Seit 1993 ist die aus einer mittelalterlichen Grundstruktur gewachsene Stadt Bamberg Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Mehr als 1.500 Häuser aus zehn Jahrhunderten gelten als Einzeldenkmäler. Mittelalterliche Bauten, romantisches Fachwerk und moderne Häuser machen Bamberg zu einer sehenswerten Stadt. Einen guten Überblick bekommt man bei einem Besuch der Bergstadt oberhalb des Flusses. Dort kann man „auf dem Keller“ Bier trinken und den Blick über die Stadt schweifen lassen. Einst wurde das Bier in langen Kellern gelagert und gekühlt – heute sind die Keller in den Sommermonaten Anziehungspunkte für durstige Gäste. Wer mag kann die Stadt auch vom Fluss aus erkunden – mit dem Ausflugsschiff. Ruhiger geht es zu bei den letzten Flussfischern der Stadt. An diese Tradition erinnert die ehemalige Fischersiedlung „Klein Venedig“ – ein malerisches Ensemble. Nicht verpassen sollte man die Gärtnerstadt, ohne die Bamberg trotz allem nicht Weltkulturerbe geworden wäre. Mitten im Stadtgebiet liegen traditionell Anbauflächen für Obst und Gemüse, die bis heute bewirtschaftet werden. Bekanntestes Gebäude der Stadt ist das Rathaus in der Mitte des Flusses. Einst diente es zur Zollerhebung auf dem Weg zwischen der Bischofsstadt und den Wohnvierteln der Bürger. Ähnlich sehenswert ist der Kaiserdom oberhalb der Stadt. Auf dem Domberg gibt es neben Museen die Staatsgalerie und eine Bibliothek.

 

 

Wer den gesamten Regnitz-Radweg von Nürnberg nach Bamberg zurücklegt, kann zwischen einer Route direkt an der Regnitz und am Main-Donau-Kanal mit 75 km und einer zehn Kilometer längeren Talroute durch die fränkischen Dörfer und Kleinstädte wählen. Beide kommen ohne größere Steigungen aus – sind aber mit dem E-Bike noch komfortabler zu fahren als mit reiner Muskelkraft. In Franken gibt es soviel zu entdecken – da braucht man Kraft und Energie, um alle Schätze am Wegesrand zu finden.


Links:

www.regnitzradweg.de

www.tourismus.nuernberg.de

www.erlangen-marketing.de

www.forchheim-erleben.de

www.bamberg.info








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