22. Okt. 2019

Bücher

Damit hätte Wilhelm Busch wohl nicht gerechnet. Trotzdem ist es nun erschienen: Eine juristische Betrachtung eines der berühmtesten Kinderbücher aller Zeiten. Autor Jörg-Michael Günther hat sich die sieben Streiche aus dem Märchen durch die juristische Brille angeschaut und erklärt seinen Lesern, wie die Umtriebe der jugendlichen Straftäter aus diesem Blickwinkel zu sehen sind. Der erste Streich besteht darin, dass Max und Moriz in den Hof der Witwe Bolte gehen und ihren Hühnern nachstellen. Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Tierquälerei erkennt der Jurist. Für den Verlust der Eier der Hühner, für das Delikt Jagdwilderei und auch für die Qualen der Witwe Bolte gehen die beiden jedoch straffrei aus. Bei den weiteren Streichen wird nicht nur das Handeln der beiden Jungen betrachtet, sondern auch das der Dorfbewohner. Darf man Einbrecher in Brotteig einwickeln und in den Ofen schieben? Ist der Müller schuld, wenn in seiner Mühle Missetäter gemahlen werden? All diese Aspekte greift der Autor mit großer Ernsthaftigkeit auf. Das ist auf der einen Seite informativ – und auf der anderen lustig, sind die Taten doch nur in der Märchenwelt geschehen. Erschienen ist das Buch (ISBN 978-3-8479-0656-8) zum Preis von 18,00 Euro im Eichborn-Verlag.

(SMC)