19. Mai. 2022

Bücher

Im Vorspiel verabschiedet sich Siegfried von Brünhilde. Er schnekt ihr als Zeichen seiner Liebe den Ring Alberichs.

Im ersten Aufzug trifft Siegfried nichts ahnend am Hofe der Gibichungen ein, wo er durch einen Zaubertrank Hagens Brünhilde vergisst und sich in Gutrune verliebt. Um sie heiraten zu können, verspricht er Gunther, ihrem Bruder, Brünhilde mithilfe seines Tarnhelms zu gewinnen.
Ein Unbekannter erscheint bei Brünhilde, entreißt ihr den Ring und zwingt sie in das Brautbett.

Während des zweiten Aufzuges erkennt Brünhilde, inzwischen am Hofe der Gibichungen, dass sie getäuscht wurde; ihre Liebe schlägt in Hass um und sie erzählt Hagen, dass Siegfried an einer Stelle des Rückens noch verwundbar sei. Während Brünhilde und Gunther noch Siegfrieds Tod fordern, denkt Hagen bereits an die Inbesitznahme des Rings.

Zu Beginn des vierten Aufzugs wird nach der Doppelhochzeit eine Jagd veranstaltet, bei der Hagen Siegfried tötet und den Ring fordert. Gunther hingegen spricht diesen Gutrune zu, woher auch er von Hagen getötet wird. Brünhilde kann den Ring an sich bringen und gibt in den Rheintöchtern zurück, um die Welt vom Fluche des Rings zu erlösen, woraufhin die Götterburg Wallhall in Flammen aufgeht.

Weltklasse war Matti Salminens Hagen, den er in all seiner Boshaftigkeit, aber dennoch mit seinen Widersprüchen großartig charakterisierte und dem Publikum nahe brachte. Neben einem gut aufgelegten Stig Andersen als Siegfried überzeugte insbesondere Gabriele Schnaut als Brünhilde, die kraftvoll die gesamte Bühne innehatte, die beeindruckend Betrogene, Bereuuende und Rächerin darstellte.

Glänzte zu Beginn das Bühnenbild durch eine wunderbar klare, auf das wesentlichste reduzierte Linienführung, so flachte nicht nur die Bühnengestaltung von Aufzug zu Aufzug ab, um in einem meist gut umgesetzten, aber doch recht derben und opulenten Brandsetzung des Olymp zu enden. Besonders die Szene mit den Rheintöchtern wirkt mit den Plastikfischen und Flippern wie eine klamaukhafte, dahingeklatschte Schulaufführung. Schade, dass die ansonsten so gute, teilweise begeisternde, modern umgesetzte Aufführung durch diese Schwächen gelitten hat. (as)