16. Okt. 2018

Bücher

Wulf Beleites scheint das Spiel mit der Öffentlichkeit zu lieben. Über Jahre zog er mit der damals nicht ernst gemeinten Idee, ein Magazin für Hundehasser zu gründen durch Talkshows und wurde immer wieder eingeladen. Als eine Crowdfunding-Kampagne die reale Gründung des Magazins schließlich ermöglichte, war nach einigen Ausgaben Schluss. Doch Wulf Beleites bleibt seinem Thema treu. Im Schwarzkopf & Schwarzkopf-Verlag ist seine bitterböse Abrechnung mit dem Hund erschienen. Schon das Cover birgt Sprengstoff. Auf diesem fläzt sich ein großer Hund auf einem offenbar von diesem zerfetzten Sessel. Das Bild ist eine gute Zusammenfassung der Botschaften des Buches. Hunde bellen. Hunde beißen. Hunde kacken. Aus diesem Dreisatz hat der Autor 111 kurze Kapitel abgeleitet, in denen er Hunde und ihre Besitzer durch den Kakao zieht. Wollten die Russen wirklich die Zahl der Straßenhunde reduzieren als sie am 3. November 1957 den Straßenhund Laika an Bord von Sputnik 2 brachten? Stimmt die Berechnung, wie viele Pudel die Jacob Sisters während ihrer Bühnenkarriere begleiteten? Nur schwer ist für den Leser erkennbar, welche Behauptungen Fakten sind und welche ironische Scherze? Während die Übertreibung an manchen Stellen so offensichtlich ist, dass man es klar erkennen kann, bleibt es an vielen anderen Stellen im Dunklen. Das ist schade, denn wenn Wulf Beleites humorvoll zuschlägt, dann trifft er nicht nur den Hund und seinen Halter, sondern auch Prominente, Medien und Politik. Wem beim Thema „Hund“ nicht der Humor im Hals stecken bleibt, der bekommt das Taschenbuch (ISBN 978-3-8626-5670-7) zum Preis von 9,99 Euro. (SMC)