18. Apr. 2024

Bücher

Mit seinem philosophischen Buch „Sophies Welt“ ist der norwegische Autor Jostein Gaarder weltbekannt geworden. Für sein neues Buch „Ist es nicht ein Wunder, dass es uns gibt?“ hat er die Form eines Briefes gewählt – eines Briefes an seine eigenen Enkel. Diesen Brief sollen die Enkel, die zum Zeitpunkt des Erscheinens des Buches zum Teil noch Kleinkinder sind, nicht heute lesen, sondern in einer fernen Zukunft. Auf 159 Seiten geht es um Lebensphilosophie – und um eine geschriebene Brücke zwischen den Generationen, zwischen Gegenwart und Zukunft und zwischen Hoffnung und Resignation.

In seinem Buch berichtet der Autor nicht nur über eigene Kindheitserfahrungen, seine Sicht auf unsere Erde und die Herausforderungen des eigenen Lebens, sondern auch über die Verbindung zwischen Realität und Parapsychologie, über die Erde und über Zeit und Raum. Er erklärt, dass Vergangenheit und Gegenwart genau wie Gegenwart und Zukunft eng verbunden sind, und auch, dass Fairness und Nachhaltigkeit bedeuten, die Interessen künftiger Generationen genau wie die eigenen im Blick zu behalten. Neben interessanten philosophischen Gedanken des Autors lernen die Leser auch einiges über die Welt. Sie erfahren, dass nicht erst der „alte, weiße Mann“ für das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten verantwortlich ist, sondern, dass Menschen schon viel früher andere Lebewesen ausgerottet haben, wenn auch in einem langsameren Tempo.

Und er lernt Ratatosk kennen, ein böswilliges Eichhörnchen, dass den Drachen unter dem Baum des Lebens und den Adler in seinen Zweigen immer wieder gegeneinander aufhetzt in der Erwartung, dass die beiden den Baum des Lebens in ein Schlachtfeld verwandeln werden. Wer würde dabei nicht an die aktuelle Situation in Teilen der Welt denken. Leben und Tod sind genauso Themen des teilweise düsteren Buches wie die Hoffnung des Autors, dass seine Enkel ihn einst einen Pessimisten schelten werden, weil sich doch alles besser als befürchtet entwickelt haben wird. Das Buch kann ein kleines Bißchen dazu beitragen. Erschienen ist das Buch (ISBN 978-3-4462-7714-4) zum Preis von 22,00 Euro im Carl Hanser Verlag.

(SMC)