19. Mai. 2022

Bücher

Dieses Buch zeichnet das wohl authentischste Bild des Erwin Rommels, als es jedes Buch vor ihm tat. Es ist frei von jedweder Verherrlichung, die vor allem nach dem Krieg nicht zu unterbinden war, aber auch frei von der harten Kritik an Rommel, die sich die letzten Jahre über breit machte.

Zu Anfang des Buches werden die Umstände geschildert unter denen er zu dem berühmten Orden „Pour le merite“ kam. Diesen Orden hatte sich Rommel quasi erstreiten müssen, da er seiner Meinung nach für die harten Kämpfe am Monte Matajour nicht genügend beachtet wurde. Diese Kämpfe verfolgten ihn noch lange, bis hin nach Afrika und er erzählte gerne Geschichten von diesen Kämpfen, die er auch in Gegenwart von Hitler immer wieder zum Besten gab. Der Hauptteil des Buches beschäftigt sich mit der Zeit in der Wehrmacht und während des Zweiten Weltkrieges. Von den erfolgreichen Kämpfen in Afrika, dem darauf folgenden Rückzug bis zurück nach Tunesien und dem anschließenden Kommando in Frankreich. Während der Zeit in Afrika begann Rommels innerer Kampf. Unumstritten war er in seiner Faszination für Hitler gefangen, doch mit den immer sinnloser werdenden Befehlen aus dem Hauptquartier bröckelte auch seine Liebe zu Hitler. Doch dieser schaffte es immer wieder ihn in seinen Bann zu schlagen. Von nun an haderte Rommel immer öfter mit seinem Schicksal und ebenso mit dem Führer. Remy beschreibt diesen inneren Kampf und Rommels hadern und zeichnet nun ein Bild von einem hitlertreuen General, der jedoch trotzdem immer seinem Gewissen folgte und sei es entgegen den Befehlen Hitlers, wie zum Beispiel vor El Alamein 1942. Man lernt hier einen eher einfachen und lauteren Rommel kennen der hin- und hergerissen ist zwischen Liebe und Bewunderung zu Hitler und seinem Gewissen. Und genau dieser Konflikt ist es der ihn schlussendlich zum Widerstand stoßen lässt, nachdem dieser auf ihn aufmerksam geworden ist. Remy greift hierbei auf zum Teil noch unveröffentlichtes Material zurück, dass auch „Rommel – Kenner“ erneut aufhorchen lässt. Außerdem belegt er eindeutig, dass Rommel von dem Attentat am 20.Juli wusste, dies billigte und sich der neuen Regierung zur Verfügung stellen und einen Separatfrieden im Westen aushandeln wollte.

„Rommels Herz gehörte dem Führer. Umso schwerer wiegt, dass dieser Mann dennoch die Kraft und den Mut aufbrachte, sich immer dann gegen Hitler zu entscheiden, wenn dessen Befehle seinem Gewissen zuwiderliefen. Das ist die andere Wahrheit des Erwin Rommel.“ So die letzten Worte in Remys Buch „Mythos Rommel“. Dieser Satz beschreibt wohl am Besten zu welchem Schluss Remy in seinem Buch kommt.

Alles in allem ein aufschlussreiches Buch, dass es wert ist gelesen zu werden und wie bereits erwähnt auch jenen, die sich bereits mit Rommel beschäftigt haben, wieder einige neue Seiten des Generalfeldmarschalls Rommel zeigt. (as)