21. Sep. 2021

Bücher

Corona ist nur erfunden? In Impfungen stecken Mikrochips? Die Zahl der Menschen, die an solche Mythen glauben, ist in den letzten Jahren gestiegen. Und auch wenn die Verschwörungstheorien wissenschaftlich keinen Sinn machen, erreichen sie dennoch Menschen auf emotionaler Ebene und sorgen dafür, dass diese schlechte Entscheidungen treffen und der gesellschaftliche Zusammenhalt schwächer wird. In ihrem Ratgeber „True Facts“ gehen Katharina Nocun und Pia Lamberty auf das Problem ein und geben Tipps, wie man damit umgehen kann, wenn Freunde und Verwandte plötzlich an Verschwörungen glauben.

Immer dann, wenn man die Kontrolle über Bereiche des eigenen Lebens verliert, ist es praktisch, wenn man eine einfache Erklärung findet. Und wenn Freunde und Unterstützung im Umfeld fehlen, dann mag man im Kreis eines Verschwörungsglaubens neue „Freunde“ finden. Die Autoren raten dazu, sich bei ersten Anzeichen eines Verschwörungsglaubens nicht zurückzuhalten, sondern gleich ins Gespräch zu kommen, bevor sich dieser verfestigt oder radikalisiert. Denn gerade in der ersten Phase gibt es gute Ansatzpunkte, um ins Gespräch zu kommen und Argumente auszutauschen. Je später man damit beginnt, umso schwieriger wird es, eine andere Person noch zu erreichen. Doch „irre“ sind Verschwörungsgläubige nach Ansicht der Autoren nicht. Zum einen greift die ärztliche Definition nicht – zum anderen würde man es sich damit zu leicht machen. Denn hinter jedem Verschwörungsglauben liegen persönliche Schicksale und emotionale Bindungen.

Wenn irgendwie möglich, sollte man Freunde und Verwandte daher mit anderen Sichtweisen konfrontieren und schauen, ob man genügend Gemeinsamkeiten findet. Vielleicht sogar mit professioneller Hilfe, denn die Diskussionen können sehr belastend sein und das eigene Vermögen überschreiten. Erst wenn das Hoffnungslos ist, kann man versuchen sich darauf zu einigen, das Thema aus den eigenen Gesprächen auszuklammern oder in ganz schlimmen Fällen den Kontakt abbrechen. Denn Verschwörungsgläubige müssen keine Opfer sein, sie können auch Täter sein, die Hass und Ausgrenzung predigen. Auch im Internet kann man sich gegen Verschwörungstheorien stark machen – und auf Faktenchecks und andere Sichtweisen aufmerksam machen. So kann man den ein oder anderen aus dem digitalen Verschwörungsbau herauslocken, bevor ihn dieser verschluckt. Das Buch (ISBN 978-3-8699-5114-0) ist zum Preis von 12,00 Euro im Quadriga-Verlag erschienen.

(SMC)