14. Jul. 2024

Bücher

Am 1. Dezember 2022 begann in der digitalen Welt eine neue Zeitrechnung. An diesem Tag schaltete „OpenAI“ den KI-Chatbot „ChatGPT“ frei. Und schon fünf Tage später hatten sich mehr als eine Million Menschen kostenfrei angemeldet, um das System auszuprobieren. Statt wie die bisherige Internetsuche, die auf eine Frage eine Vielzahl möglicher Antworten und Verweise findet, soll „ChatGPT“ eine Antwort liefern. Nebenbei kann das Sprachmodell auch Programmierarbeiten übernehmen und in einen textbasierten Dialog treten. Das weckte bei vielen Menschen die Erwartung und auch Sorge, dass eine Vielzahl von Wissensarbeiten künftig von der KI übernommen werden können. Eine Chance für mehr Zeit für kreative Arbeiten – und ein Risiko für den Abbau von Arbeitsplätzen? Und auch über die Auswirkungen von „ChatGPT“ auf Schulen und Hochschulen wurde bereits nachgedacht. Denn zu den allermeisten Fragen liefert das Modell wohlklingende Antworten – mit dem kleinen Haken, dass diese nicht immer richtig sind. Unreflektiertes Copy-Paste führt also womöglich nicht zu besseren Noten, sondern zu schlechteren.

Professor Dr. Christian Rieck unterrichtet im Bereich Finance und Wirtschaftstheorie. Doch noch mehr Menschen als in den Hörsälen lauschen seinen Ausführungen im virtuellen Hörsaal bei YouTube. Als „ProfRieck“ unterhält und informiert er doch mehr als 340.000 Abonnenten. „An einem Wochenende geschrieben“ sei sein neues Buch „Schummeln mit ChatGPT“, das bei Yes-Publishing erschienen ist. Weite Teile des Buches, so der Autor, seinen dabei nicht von ihm persönlich, sondern von (s)einer digitalen Co-Autorin „ChatGPT“ geschrieben sein. Auf rund 190 Seiten beschreibt das Buch, wie man „Seed“ und „Prompt“ einsetzt, um zu sinnvollen Ausgaben zu kommen. Zahlreiche Beispiele zeigen, wo die künstliche Intelligenz heute schon erfolgreich eingesetzt werden kann und wo es noch dünn ist. Das Buch gibt Hinweise wie den, dass die KI keine Quellenangaben macht, sondern nur eine Antwort ohne nähere Quellen liefert. Wer sich auskennt, kann relativ schnell einschätzen, ob die Antwort Sinn macht und was man händisch ergänzen muss. Die Ausführungen sind informativ und unterhaltsam, aber nicht sonderlich strukturiert. So hätte man die praktischen Tipps und Kernbotschaften auf deutlich weniger Seiten unterbringen können – hätte dann aber keinen Einblick in das „Denken“ und Schreiben der KI erhalten. Diese bietet das Buch, sodass es in erster Linie für Einsteiger eine bereichernde Lektüre ist.

Das Buch (978-3-9690-5247-1) kostet 16 Euro. Wir verlosen es unter allen Lesern, die uns eine E-Mail senden mit einem Gedanken, für was „ChatGPT“ für Sie persönlich in Zukunft nützlich sein kann. Wenn Sie unter Ausschluss des Rechtswegs teilnehmen möchten, schreiben Sie an verlosung@pressesprecher.de.

(SMC)