07. Jun. 2020

Digitales

Rein statistisch ist das Flugzeug das sicherste Verkehrsmittel der Welt. Doch trotzdem gegen Studien davon aus, dass rund 40 % der Menschen beim Fliegen ein mulmiges Gefühl haben. Bei manchen ist die Flugangst so stark, dass sie gar nicht fliegen, andere haben während des Fluges ein beklemmendes Gefühl und können sich deshalb nicht wirklich auf Flugreisen freuen. Enge und Höhe sind für manche ein Problem. Andere ängstigen sich bei Start und Landung, bei Turbulenzen oder befürchten Abstürze. Dr. h.c. Michael Barten-Renon, Leiter des EioS Instituts, verspricht Abhilfe mit einer App, der die EioS-Therapy zugrunde liegt und die die Ursachen von Aviophobie lindern soll.

Die EioS-App ist schnell installiert und funktioniert sowohl auf dem iphone als auch bei Android-Geräten. Wer mit ihr arbeiten möchte, muss in der bis dahin kostenfreien App 49,99 Euro investieren, um die eigene Flugangst anzugehen. Sonnenklar.tv-Senderchef Andreas Lambeck zeigt sich begeistert: „Die EioS App ist ein in Deutschland registriertes Medizinprodukt und europaweit zugelassen, was uns als Reisesender mit weltweiten Urlaubsangeboten neugierig gemacht hat, zumal auch einige unserer Gäste schon aufgrund von Flugangst ihre Reise vor Antritt kurzfristig storniert haben.“ Wer die App einsetzen möchte, braucht rund eine halbe Stunde Zeit – und Ruhe. Gleich nach dem Start des Programms kann man wählen, ob man sich von der männlichen Stimme „Michael“ oder der weiblichen Stimme „Sonja“ durch das Programm führen lassen möchte.

„Die Behandlung unterscheidet sich von konventionellen Therapiemethoden darin, dass die Emotion im Mittelpunkt steht und nicht die Veränderung der Denk- oder Verhaltensweise“, erklärt Dr. h.c. Michael Barten-Renon, der für die Digitalisierung seiner Therapieform über vier Jahre benötigte. Der Ablauf in der App ist überraschend einfach. Der Nutzer wird eingeladen an einen bevorstehenden Flug zu denken und so die Angst greifbar zu machen. Anschließend erkundigt sich die App, wo im Körper man diese Angst spürt. Kopf, Hals, Brust und Bauch stehen zur Auswahl. Nachdem die Angst lokalisiert ist, sind die Benutzer eingeladen sich vorzustellen, diese Angst aus dem Körper herauszunehmen. Eingesperrt in einem Beutel, in dem die Angst als dunkle Brühe wabert, wird sie schließlich in der Vorstellung der Anwender aufgelöst und aus dem Leben weggespült. „Heilendes, helles Licht" füllt die Lücke, in der die Angst zuvor „wohnte“. Kurz vor Ende des Programms sind die Nutzer eingeladen, einen Text laut nachzusprechen, in dem der nun aufgelösten Angst gedankt – sie aber auch verabschiedet wird. Künftige Flüge sollen so keine emotionalen Reaktionen mehr hervorrufen.

Noch vor Einführung der App wurde diese nach Angaben des Anbieters ausführlich in Therapiezentren getestet: Dabei waren 79 Prozent aller 196 unter Aviophobie leidenden Teilnehmer nach spätestens zwei EioS-Sitzungen entweder frei von Flugangst oder verspürten zumindest eine deutliche Verbesserung der Symptome. Ob die App im Einzelfall wirkt hängt auch davon ab, wie offen der Nutzer dafür ist, mit seinen Emotionen zu arbeiten. Auch wenn die App ohne Trance auskommt dürften Anwender, die durch eine sehr bildliche Vorstellung auch für Hypnose geeignet sind, am meisten profitieren.

(SMC)