11. Dez. 2018

Digitales

Die Bestellung nach Hause oder ins Büro ist ganz einfach. Auf der Website von Foodora gibt man als erstes die Lieferadresse ein und erfährt dann, ob man an dieser beliefert wird. Gerade in Städten mit großer Ausdehnung sind nur Teile des Stadtgebiets abgedeckt – alle anderen können über die Seite bestellen, mit dem Restaurant eine Abholzeit vereinbaren und so auch die Liefergebühr von pauschal 2,90 Euro sparen. Wer sich auf der Website informiert, erfährt sofort welche Restaurants aktuell geöffnet haben und wo man nur vorbestellen kann. Angezeigt werden die einzelnen Gerichte – teilweise mit Optionen für Extras oder Wünsche bei der Zubereitung. So sieht man auf einen Blick was es kosten wird und kann gleich online bezahlen. Da unsere Redaktion außerhalb des Zustellbereichs liegt, haben wir uns für eine Pick-Up-Bestellung entschieden. Aus der Vielzahl der Anbieter, die in der Regel nur Ausschnitte aus ihrer regulären Karte bei Foodora anbieten, haben wir das Vapiano in der Nähe des Essener Hauptbahnhofs gewählt und dort eine Bestellung für eine Abholung um 18:30 Uhr aufgegeben. Dabei wird Sicherheit großgeschrieben. Um Spaßbestellungen zu verringern muss man die Bestellung durch einen per SMS verschickten Bestätigungscode verifizieren. Erst dann geht es weiter. Unsere Bestellung wurde um 17:43 Uhr eingegeben und erreichte nahezu zeitgleich das Restaurant.

Bei der Abholung informierten die Mitarbeiter im Restaurant über einen neu eingerichteten Pick-Up-Schalter mit separatem Eingang. Ganz ohne Wartezeit kann man bei diesem Vapiano seine Bestellung in Empfang nehmen. „Die Bestellung ist schon lange fertig“, informierte der freundliche Mitarbeiter, der zu den Nudelgerichten noch einige Scheiben frisches Brot mit in die Tüte gab. So konnte ich die durch die Aufbewahrung in einem Wärmeschrank angenehm heißen Nudelgerichte schon rund zehn Minuten vor der geplanten Zeit mitnehmen. Wer seine Bestellung selbst abholt, sollte zumindest in der kalten Jahreszeit an eine Thermobox oder Kühltasche denken, damit die Außentemperaturen die ordentlich aber nicht besonders isolierte Verpackung nicht auf dem Weg auskühlen. Zwei Minuten nach der verfrühten Abholung vibrierte dann das Handy: „Mach Dich bereit: Du kannst Deine Bestellung in 5 Minuten … abholen“ verkündete eine SMS von einer mir unbekannten Nummer. Auch einige Zeit danach war der Status auf der Website von Foodora unverändert, dass die Mahlzeit zubereitet wird. Die längst erfolgte Abholung hatte das System wohl noch nicht realisiert. Während das eher kleine Schönheitsfehler sind, macht das Abholdatum auf der dem Restaurant übermittelten Bestellung nachdenklich. Auf diesem, der Ware beigefügten Bon heißt es nämlich „Abholdatum: SCHNELLSTMÖGLICH“. Es ist also anzunehmen, dass die Küche gleich nach Eingang der Bestellung um 17:43 Uhr alles bereitgestellt hat und die Gerichte die Zeit bis zur Abholung im Wärmeschrank verbracht haben. Bei einer halben Stunde mag das Nudelgerichten gut bekommen – wäre es eine Bestellung für einen anderen Tag oder Stunden später gewesen, hätte der Weg aus der Küche wohl nicht mehr auf den Tisch geführt. Es ist zu hoffen, dass Foodora und die angeschlossenen Restaurants diese Kinderkrankheiten des Systems in den Griff bekommen, denn zumindest für den Kunden ist das Vorbestellen bei klassischen Restaurants und auch der in Teilen der Stadt angebotene Lieferservice vom Grunde her eine gute Sache. Auch Restaurants können profitieren, wenn sie neue Kunden auf sich aufmerksam machen und den Umsatz – trotz der für die Vermittlung der Aufträge anfallenden Provisionen.

(SMC)