12. Dez. 2025

Digitales

Dieser wird teilweise möglich gemacht, auch wenn kein konkreter Vertrag über die Nutzung von Glasfaser von den Mietern in Mehrfamilienhäusern abgeschlossen wird. Was die meisten dabei nicht auf dem Schirm haben: Sobald Glasfaser im Keller liegt, bietet die Deutsche Telekom in der Immobilie keine neuen DSL-Verträge mehr an.

DSL-Anbieterhopping optimierte die Preise

Ein Wechsel zwischen verschiedenen Anbietern alle 24 Monate war für preisorientierte DSL-Kunden in den letzten Jahren oft das Mittel der Wahl. Da viele Anbieter für den Abschluss eines Neuvertrags bzw. den Wechsel von einem anderen Anbieter großzügige Rabatte bzw. Boni verteilen, die in der Regel nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit entfallen, konnte man durch den Anbieterwechsel alle 24 Monate deutlich bessere Konditionen erreichen. Doch diese Wechselmöglichkeit wird durch den Aufbau des Glasfasernetzes eingeschränkt.

Kein Neuvertrag mehr möglich im „alten“ Netz

„Das Bestandsnetz der Telekom ist uneingeschränkt in Betrieb“, schreibt eine Sprecherin des Unternehmens. Kunden mit laufenden Verträgen müssen sich also keine Gedanken über eine zeitnahe Abschaltung machen. Anders sieht es aus, wenn man einen neuen Anschluss bestellen oder von einem anderen Anbieter zur Telekom wechseln möchte. „Gleichzeitig bauen wir unser Glasfasernetz täglich weiter aus und bieten so immer mehr Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, auf unser neues Netz zu wechseln. […] Damit geht einher, dass wir in Mehrfamilienhäusern, in denen bereits eine Glasfaserinfrastruktur vorhanden ist, für Neuanschlüsse keine Vectoring-Tarife mehr vermarkten.“, führt die Unternehmenssprecherin aus. Wer also von 1&1 oder einem anderen Anbieter zur Telekom wechseln möchte, kommt an einem Glasfasertarif kaum vorbei.

Was heißt das für die Hardware

Während Wechsel zwischen verschiedenen (V)DSL-Anbietern in der Regel keine Auswirkungen auf die verwendete Hardware hatten, muss man beim Wechsel auf Glasfaser ein Glasfaser-Modem kaufen oder mieten. Bei der Telekom kostet das Gerät derzeit 49,99 Euro – bei anderen Anbietern von Hardware werden vergleichbare Geräte angeboten. Viele DSL-Router z.B. eine von uns getestete FritzBox ließen sich ohne große Mühen per Kabel an das Glasfaser-Modem anschließen, sodass die dort enthaltene Konfiguration nur geringfügig geändert werden musste, um wieder online zu sein und zu telefonieren.

Glasfasertechnologie ist die Technologie der Zukunft

Auch wenn es noch einige Jahre in der Zukunft liegt, irgendwann wird das bestehende Kupfernetz abgeschaltet und nur noch die Möglichkeit bestehen, Internet per Glasfaser, Kabelanschluss, Mobilfunk oder Satellit zu nutzen. Die Entscheidung, die eigene Immobilie schon jetzt darauf vorzubereiten und Glasfaser ins Haus zu legen, macht also perspektivisch Sinn, selbst wenn alle Bewohner heute noch mit der über (V)DSL möglichen Bandbreite zufrieden sind. Dass die Telekom parallel liegende (V)DSL-Anschlüsse nicht mehr anbietet, mag man als Unfreundlichkeit empfingen, besonders wenn ein Glasfaseranschluss teurer ist. Aus Sicht des Telekommunikationsunternehmens ist es aber natürlich nachvollziehbar, dass man die Kunden motivieren möchte, schneller ins neue Glasfasernetz zu wechseln, um nicht langfristig zwei Netze parallel betreiben zu müssen, was mit unnötigen Kosten und Energieverbrauch verbunden wäre.

(SMC)