Ohne besonderen Grund schaltete sich der Rechner einfach aus – wie als wäre er kurz von der Stromversorgung getrennt – und ließ sich danach einfach wieder einschalten. Ein kurzer Zeitverlust, manchmal auch Datenverlust, wenn man bei der Textverarbeitung nicht zwischen gespeichert hatte, waren der Preis für diesen Mangel. Da sich der Fehler immer wieder zeigte, wurde das Gerät so schnell ein Fall für den Acer-Kundenservice.
Der positive erste Eindruck
„Natürlich sollte sich kein Gerät einfach im Betrieb ausschalten. Da liegen normalerweise in der Tat auch Hardwareprobleme vor“, schrieb der Kundenservice zu unserer Fehlermeldung und bot an, das Gerät in der Werkstatt zu überprüfen. Noch am selben Tag folgte die schriftliche Freigabe, das Gerät ohne die SSD einzuschicken: „Sie dürfen das Gerät öffnen, um den Datenträger zu entfernen. […] Die Garantie auf Ihrem Gerät besteht aber weiterhin.“ Das spart entweder die Zeit für das Löschen aller Anwendungen und Daten – oder aber das Risiko die eigenen Daten auf dem Postweg oder in der Werkstatt unbekannten Dritten in die Hände zu geben. Kurzerhand wurde der Rechner gut verpackt an die Werkstatt geschickt – womit der gute Eindruck leider schon endete.
Kein Fehler zu finden
Sporadische Fehler sind unerfreulich – um die zu entdecken, braucht man Zeit – oder das Erfahrungswissen, welche Komponenten dazu neigen ohne besonderen Grund aber doch immer wieder auszufallen. Nach einige Tagen in der Werkstatt teilte Acer uns mit, dass der Fehler im Notebook nicht gefunden werden konnte und schickte es daher unrepariert zurück. Doch leider war der Fehler nicht auf mysteriöse Weise verschwunden – sondern nur unentdeckt geblieben. Das Gerät schaltete sich weiterhin sporadisch aus – und konnte dann wieder in Betrieb genommen werden. Das ist mehr als ärgerlich – aber durch regelmäßiges Zwischenspeichern und mit einer Menge Humor besser erträglich als den Laptop erneut an eine Werkstatt zu schicken, die den Fehler nicht finden kann und ganz auf das Gerät zu verzichten. So funktionierte der Rechner einige Zeit – nicht perfekt, nicht wie erwartet, nicht wie üblich, aber immerhin.
Acer: Vom sporadischen Fehler zum Totalausfall
Damit hätte man leben können – nicht mit Begeisterung, aber schon irgendwie. Bis eines Tages gar nichts mehr ging. Beim Versuch den Rechner einzuschalten, leuchtete die LED nur für rund drei Sekunden, um dann wieder zu erlöschen. Der Monitor blieb komplett dunkel. Erfreulich, dass die Daten von der SSD auf einem anderen Rechner zugänglich waren – und auch, dass die Reaktionen auf das Anschließen und Entfernen des Netzteils normal waren. Also wieder ein Fall für den Acer-Kundenservice, der empfahl den Reset-Knopf auf der Unterseite nicht nur kurz, sondern länger zu drücken und das Gerät so wieder zum Leben erweckte. Für rund vier Wochen. Dann trat der Totalausfall erneut auf – und das Drücken des Reset-Knopfes blieb ohne positive Folge. Höchste Zeit, den Rechner, der schon so lange Zeit nicht fehlerfrei war, erneut an Acer zu schicken.
631,41 Euro für ein Mainboard?
Die Werkstatt brauchte rund drei Wochen für die Feststellung, dass der Rechner defekt ist. Man empfahl als einzige Option den Austausch des kompletten Mainboards für 631,41 Euro. Deutlich mehr als der Zeitwert des Rechners. Ein schlechter Scherz? Ein Eingeständnis, den Fehler auf dem Mainboard nicht gefunden zu haben oder ihn nicht reparieren zu wollen? Das bleibt unbekannt. Genau wie offen bleibt, warum man das Mainboard beim ersten Einsenden nicht gleich ausgetauscht hat, wenn man den Fehler schon nicht finden konnte. Vielleicht, weil das Gerät da noch in der Gewährleistung war und es auf Kosten von Acer gewesen wäre? Eine Reparatur mit einem solchen Preis wirkt prohibitiv – denn wer würde einen alten Rechner reparieren lassen, wenn man für eine ähnliche Summe einen fabrikneuen Rechner mit voller Gewährleistung bekommt.
Das sagt die Acer-Geschäftsführung
Damit haben wir die Acer-Geschäftsführung konfrontiert. Auf die erste E-Mail erreichte uns nur der Hinweis, wir sollen an eine andere Mailadresse schreiben. Von dieser antwortete Frau A. M., die kritisierte man hätte sich nach der ersten, nie erfolgten Reparatur in einer „Frist“ melden müssen. Diese sei nun verstrichen und eine kostenfreie Reparatur daher „leider nicht möglich“. Zudem kritisierte sie die Einsendung des Rechners ohne die SSD – was zuvor vom Kundenservice freigegeben war und sowohl mit Blick auf den Zeitaufwand als auch auf den Datenschutz wohl die beste Lösung ist, da der Fehler auch ohne SSD auftritt und diese offenbar unbeschädigt ist. Man habe „uns somit die Chance einer vollständigen Überprüfung vorenthalten“, führt die Mitarbeiterin aus, ohne zu erklären, wie die SSD hätte helfen können. Ohne Anerkennung einer „Rechstpflicht“ bietet sie als Reaktion auf die Geschäftsführungsbeschwerde an, den Preis des Mainboards geringfügig zu reduzieren. „Eine weitere Kulanz ist nicht möglich.“
Update: 11.06.2025
Manchmal braucht gut Ding Weile: Schließlich fand sich doch noch ein freundlicher und kompetenter Acer-Mitarbeiter, der zu einem fairen Preis ein gebrauchtes Austauschgerät anbieten konnte.
(SMC)

