25. Sep. 2022

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Nach zwei Jahren Pause wegen der Corona-Pandemie bringt „Flic Flac“ in diesem Jahr wieder Leben auf den Parkplatz in der Nähe der Dortmunder Westfalenhallen – mit einer unterhaltsamen Weihnachtsshow. Bis zum 16. Januar 2022 zeigt der moderne Zirkus dort seine inzwischen zehnte X-Mas-Show. Atemberaubende Elemente wie das „Todesrad“ oder Hochseilakrobatik in halsbrecherischer Höhe verbinden sich mit neuen Darbietungen und Comedy von Archie Klapp zu einem unterhaltsamen Gesamtprogramm – vor und nach Weihnachten.

„L O V E“ leuchten zu Beginn der Show riesige digitale Buchstaben am Bühnenportal des nicht nur in Dortmund schwarz-gelben Zelts. Das weiß gekleidete Quartell „Flying Diggerz“ eröffnet den Abend mit variantenreichem Seilchenspringen. Die fünf Artisten zeigen auf schwungvolle Weise, wie kreativ man mit den Seilchen umgehen kann. Veronika Horoshkova ist als nächste an der Reihe. Ihr Sportgerät ist ein Air Pole, eine in der Luft hängende Kletterstange. Diesen erklimmt sie mit Leichtigkeit und nutzt ihn als Plattform für ihren Auftritt. Die durchtrainierte und extrem bewegliche Artistin zeigt eine gelungene Choreographie mit Drehungen, Spagat und gleicht die Schwerkraft durch ihre Kraft und Körperbeherrschung aus. Nach soviel Körperkraft ist es Zeit für den ersten Auftritt von Archie Clapp. Der Comedian nennt sich selbst einen Pausenclown und ist doch mehr als ein Lückenfüller. Sein selbstironischer Humor kommt an und gibt Zeit zwischen den artistischen Höchstleistungen kurz durchzuatmen.

Magier Vincent Vignaud ist sowohl vor als auch nach der Pause zu sehen. Bei seinen Auftritten sieht es gefährlich aus. Eine Box wird mit brennenden Spießen durchstochen. Eine Person muss sich aus Klebeband befreien. Später trachtet eine überdimensionale Säge dem Magier nach dem Leben – grandios inszeniert in einer futuristischen Maschine. Schön zu sehen ist auch der Auftritt von Arata Urawa. Dabei wirbeln die Diabolos durch die Luft. Meditativ schön ist die Choreographie, bei der zeitweise bis zu fünf Diabolos in der Luft sind. Danach geht es wieder um Kraft. Handstand-Akrobatik bleibt ein Privileg für durchtrainierte Menschen. Höhepunkt des ersten Teils ist das „Todesrad“, auf dem die Artisten „The Gerlings“ zu sehen sind. Die Artisten laufen nicht nur durch das sich in der Luft drehende „Todesrad“, sondern auch auf diesem. Als wäre das nicht wagemutig genug kommen später die Sicht verhüllende Kapuzen und Springseile dazu.

Nach der Pause zeigen Jose und Dani ihre Artistik. Während er zu Beginn der Auftritts die Plattform für ihre Interpretationen ist, tauschen die beiden die Rollen während des Auftritts. Jongleur Pavel Yeusiukevich hat sein Genre weiterentwickelt. 3, 4 oder 5 Bälle genügen ihm nur am Anfang. Schon bald sind sieben Bälle gleichzeitig in der Luft. Und das Experiment gelingt nicht nur mit Bällen, auch Ringe lassen sich werfen und fangen. Nach soviel Leichtigkeit sind die „X-Treme Brothers“ ein sehenswerter Kontrast. Die drei starken Männer zeigen akrobatische Hebefiguren und tarieren dabei Kraft und Balance aus. Tjasa Dobravec mit ihrer Luftspirale scheint bei ihrem Auftritt aus einem Traum zu erwachen. Dieser führt sie aus der Manege in die Luft, wo sie an einer sich drehenden Konstruktion immer neue akrobatische Varianten zeigt.

Lorenzo zeigt anschließend Kontorsion und ist damit einer der wenigen Männer, die diese Kunst des biegsamen Körpers beherrschen. Anschließend haben „The Gerlings“ einen weiteren großen Auftritt. Auf dem Hochseil zeigen sie wagemutige Balance. Karten für die unterhaltsame Show gibt es ab 24 Euro. Im Zelt gelten 2G-Regeln und eine durchgängige Maskenpflicht.

(SMC)