19. Mai. 2022

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Eines der ersten Themen des Abends war das Lampenfieber. Isabel García verdeutlichte den Unterschied zwischen einer entspannten und einer angespannten Rednerin und gab Tipps, wie man das Lampenfieber im Alltag reduzieren kann. Zwar sei eine gewisse Aufregung gleichbedeutend mit Respekt vor dem Publikum, doch zuviel Aufregung oder gar ein Blackout könnten die Wirkung jeder Rede minimieren. Deshalb empfahl García entweder vor und während des Vortrags einige Schritte zu gehen, um die Konzentration zu stärken, oder aber mit tiefem Ausatmen für mehr Ruhe zu sorgen. Auch der Gesang, mit dem Isabel García ihr Publikum überraschte, hat eine ähnliche Wirkung.


Wesentlich für die Wirkung jedes Vortrags ist, dass die Zuhörer sich die vermittelten Informationen leicht merken können. Daher empfahl Isabel García, den Zuhörern Geschichten zu erzählen (Storytelling) und mit Humor sowie Emotionen zu arbeiten. Die Atmung sei dabei in der Regel lautlos. Tiefes und hörbares Atmen solle man nur gezielt einsetzen. Für die Wirkung der eigenen Worte sind Pausen besonders wichtig. Wer eine Information an die nächste hängt, nimmt damit den Zuhörern die Möglichkeit diese zu verarbeiten. Erst in kleinen Pausen zwischen den Sätzen kann das Gesagte auch wirken. „Räuspern ist wie Gurgeln mit Rasierklingen“, so Isabel García, die dem Publikum zwischendurch einige Tipps zur Stimmschonung gab. Statt sich zu räuspern oder zu flüstern empfahl sie lieber zu husten oder warme Getränke zu trinken. Beste Medizin für eine angeschlagene Stimme sei das Schweigen, zu dem auch viele Sänger am Vormittag übergehen, wenn sie abends einen wichtigen Auftritt haben.


„Die Atmung geht vom Redner auf den Zuhörer über, wenn zugehört wird“, erläuterte Isabel García. Eine ruhige Atmung des Redners kann deshalb beruhigend und entspannend auf das Publikum wirken. „In der Rhetorik gibt es kein Müssen, kein Immer und kein Nur“, warnte Isabel García. Sie empfahl aus dem breiten Repertoire an Sprache und Rhetorik die individuell passenden Bausteine auszuwählen. Beim Reden geht es auch um Selbstbewusstsein. Der immer wieder empfohlene Blickkontakt ist grundsätzlich wichtig, aber nicht zu jedem im Saal. Blickkontakt soll man, so Isabel Garcia, immer nur zu einer Person halten, diesen aber regelmäßig wechseln und mal eine Person vorn, mal hinten, mal seitlich im Raum dafür aussuchen.


Deutlich warnte Isabel García vor Allgemeingültigkeit vortäuschenden Rhetorik-Regeln: Wer krampfhaft die Hände im sogenannten positiven Bereich halten möchte, tut sich damit in der Regel keinen Gefallen. Jeder sollte sich so natürlich wie möglich verhalten. Wenn man weiß, was einem gut tut, soll man das einsetzen. „Nichts ist so schlimm, dass man es nie tun sollte, nichts ist so toll, dass man es immer tun sollte“, führte die Expertin aus. Die Art und Weise wie man redet ist wichtig, aber der Inhalt ist auch wichtig. Wer möchte, das seine Stimme gut klingt z.B. vor einem Telefonat, sollte einen Trick benutzen und sich vorstellen, wie seine Lieblingsschokolade auf der Zunge schmilzt. Der Klang der Stimme wird auch beeinflusst durch die Haltung der Hände. Wer die Hände erhebt hat eine hohe Stimme, wer die Hände senkt, eher eine tiefe. Zu viel Perfektion mache jedoch unnahbar, berichtete Isabel García.


In ihren Vortrag ließ sie immer wieder ganz praktische Tipps einfließen Wer auf eine Bühne geht, soll langsam gehen. Wem es schwer fällt, allein auf eine Bühne zu gehen, dem gibt es Sicherheit, sich Rückendeckung zu schaffen. Er kann sich zum Beispiel einen imaginären Gospelchor vorstellen, der hinter ihm auf die Bühne kommt. Manchen tut es auch gut, eine Person zu sehen, die Sicherheit gibt. Wichtig ist es, am Satzende mit der Stimme herunterzugehen und auf den Punkt zu sprechen. Wenn man die Stimme nicht senkt, wird aus der Aussage eine Frage. Man soll mit Bewusstsein bei dem Satz sein, den man spricht und ihn sprechen als sei es der wichtigste Satz im ganzen Leben.


Wie soll ein Vortrag aufgebaut sein? Der Einstieg ist wichtig. Wer eine Präsentation macht, sollte nicht zuerst das Thema, das Datum und den Ort nennen, sondern zuerst beispielsweise etwas über sich erzählen oder über die Bedeutung des Themas. Im Hauptteil rät García immer wieder kleine Geschichten erzählen. Dadurch wird das Thema lebendiger. Die Zuhörer merken sich besser, was gesagt wird. Der Ausstieg ist noch wichtiger. Letzte Emotionen sind wichtig, denn danach wird oft entschieden. Total langweilig ist z.B. „Noch Fragen?“ Ein guter Ausstieg kann sich beispielsweise auf den Einstieg beziehen. Dem Rat folgt Frau Garcia mit dem Lied: „Probier’s mal mit Gemütlichkeit....“ Der nächste Vortrag der Reihe WAZ.Wissen findet am 8. Juli im Haus der Technik in Essen statt. René Borbonus spricht dann zum Thema „Respekt“. Gemeinsam mit Sprecherhaus verlosen wir ein Ticket für die Veranstaltung. Wenn Sie unter Ausschluss des Rechtswegs gewinnen möchten, klicken Sie hier… (SMC)