17. Nov. 2019

Events

Wenn es dunkel wird, schließen die meisten Tierparks ihre Pforten. Das gilt auch für den Tierpark Hamm. Der hat bis Ende Oktober täglich bis 18:30 Uhr geöffnet – und im Winter bis 17 Uhr. Doch was machen Alpakas, Affen, Papageien und Zebras wohl in der Nacht? Das können die Teilnehmer bei einer Nachtführung herausfinden. Wenn die letzten Besucher den Tierpark verlassen haben, wartet Tierpfleger Carsten Müller auf die Teilnehmer am 2,5-stündigen Rundgang durch den nächtlichen Zoo. Wer mag, kann sich eine Taschenlampe leihen. Dann geht es in der Gruppe von rund 25 Personen in den dunklen Tierpark. Aus der Dunkelheit sind exotische Rufe zu hören. Im Gebüsch raschelt es leise. Doch auch bei den zahlreichen Kindern in der Gruppe stehen Vorfreude und Neugier auf das Abenteuer im Zoo im Fokus der Aufmerksamkeit.

Die erste Station ist das erst vor wenigen Tagen eröffnete Mäusehaus. Zehn der Nagetiere leben in einer auf ihre Bedürfnisse angepassten Küche mit Stuhl, Tisch und bunter Deko. Da das Haus beleuchtet ist, kommen die Taschenlampen hier noch nicht zum Einsatz. Dafür gibt Carsten erste Einblicke in das Leben im Zoo. „Den Tierpark muss man einfach lieben“, ist der sonst in der Zooschule aktive Tierpfleger sich sicher. Er ist dem Tierpark Hamm seit vielen Jahren treu und begeistert sich besonderes für die Stachelschweine und die Trampeltiere. Doch auch die anderen Tiere liegen ihm am Herzen. Eine der nächsten Stationen sind die Weißkopfmakis. Im Licht der Taschenlampen sind die Lemuren zunächst scheu, doch mit etwas Geduld lassen sie sich von Carsten und den Besuchern mit frischen Weintrauben füttern. Diese greifen sie durch den Zaun und verschwinden dann schnell wieder in der Dunkelheit.

Die Nachtführung kommt vorbei an Kattas, Kronenkranichen und führt auch in das begehbare Gehege der Bennett-Kängurus. Aus diesem kann man im Schein der Lampen durch die Nacht eilende Emus sehen. Auch die Kängurus sind aktiv – sie fressen und hüpfen durch die Gegend. Eindrucksvoll ist auch das riesige Hausyak, das dicht hinter dem Zaun steht und sich von der lebhaften Besuchergruppe nicht aus der Ruhe bringen lässt. Ein besonderes Erlebnis ist der Besuch bei den Stachelschweinen. Carsten lockt die fünf Tiere mit Walnüssen aus ihrer Behausung und erklärt dann, was es mit den Stacheln der ungewöhnlichen Nagetiere auf sich hat. Einige mutige Besucher nutzen die Gelegenheit die Tiere zu streicheln – was sich nur im vorderen Teil empfiehlt, da sie im hinteren die namensgebenden Stacheln tragen.

Nach rund 2/3 der Führung haben die Gäste die Möglichkeit, sich im Tierpark-Café zu stärken. Kerzen und Taschenlampen sorgen dafür, dass man Pommes, Würstchen, Fleisch auf dem Teller findet. Dazu gibt es Softdrinks – und gegen Zuzahlung auch Bier. Nach der Pause geht die Führung weiter – unter anderem zu Puma und Tiger. Nicht zu sehen sind bei unserer Führung die Borneo-Gibbons Franz und Franziska. Die rund ein halbes Jahrhundert alten Tiersenioren haben es sich für die Nacht gemütlich gemacht und sind deshalb nicht zu sehen. Doch die meisten anderen Tiere sind zu sehen und zeigen sich von teils unerwarteter Seite. Wer mag, kann dem Tierpfleger Fragen stellen und so noch mehr über die Tiere erfahren als bei einem ganz normalen Besuch im Tierpark. Die Führung kostet 18,50 Euro für Kinder und 25 Euro für Erwachsene. Der nächste Termin ist der 15. November 2019. Anmelden kann man sich telefonisch (02381/53132).

(SMC)