11. Dez. 2018

Filme

Eigentlich will Sammy Rockstar sein. Doch seine Auftritte beschränken sich auf Schlager im Altenheim. Selbst seine sprechende Schildkröte macht sich deshalb über ihn lustig. Als Sammy auf eine Casting-Show aufmerksam wird, ist er begeistert und dreht sogleich das Bewerbungsvideo. Das kommt gut an, doch leider ist Sammy Solokünstler – und gesucht wird eine Band. Da sein Bruder Momo auf Kreuzfahrt gegangen ist und Sammy die Verantwortung für den Hamam übertragen hat, fehlt zudem die Zeit für die Suche nach neuen Bandmitgliedern und Proben. Doch das kann Sammy nicht davon abhalten, sein Glück zu versuchen. Für den Hamam rekrutiert er den rechtsradikalen Ex-Bademeister Wolle und hofft, dass dessen Gesinnung den türkischen Gästen nicht auffällt. Parallel geht er auf die Suche nach Mitgliedern für seine Band und erlebt ein Debakel nach dem anderen.


Schließlich bleibt Sammy nur noch eine Chance. Aus den Kunden des Hamam, seiner attraktiven Schwester und Aushilfsmasseur Wolle stellt er die Band „Hamam Hardrock“ zusammen. Mit dieser Band stellt er sich der strengen Jury und schafft es in die nächste Runde – genau wie eine rechtsradikale Band aus Wolles Freunden aus der Kneipe. Damit dessen Doppelleben nicht auffliegt, trägt er beim Auftritt eine Maske. Als er die Maske voller Freude vom Gesicht reißt wird er enttarnt und der Konflikt zwischen den Rechtsradikalen und Sammy und seinem Multikultiumfeld gewinnt an Schärfe. „Verpiss dich, Schneewittchen“, muss sich Sammy in Anspielung auf seine langen Haare hinterherrufen lassen. Auch die Leiterin der Jury – gespielt von Sabrina Setlur - ist Sammy nicht wohlgesonnen – und muss zugleich um ihren Job fürchten, da der junge Labelchef (Chris Tall) sie wie alle seine Mitarbeiterin mit Verachtung behandelt.


Comedian Bülent Ceylan, der sich sichtlich stolz über seinen ersten Film zeigte, nahm sich vor Filmstart reichlich Zeit für seine Fans. Für jeden einzelnen gab es ein Autogramm oder ein Foto am Rande des roten Teppichs. „Ich mag die bodenständigen und ehrlichen Menschen im Ruhrgebiet“, bekannte er und wunderte sich lediglich über den Verkehrsstau, der seine Anreise aus Köln erschwert hatte. Mit seinem Film möchte er das Publikum in erster Linie zum Lachen bringen. Dass das nicht bei jedem Kritiker oder Kinobesucher gelingen kann, ist dem Comedian bewusst. Sehr intellektuellen Besuchern riet Bülent Ceylan den Film einfach zu sehen und sich zu entspannen. Musikalisch ist „Hamam Hardrock“ dem Comedian eigentlich noch zu sanft – das verriet er im Hintergrundgespräch zum Film.

(SMC)