16. Okt. 2018

Filme

Luisa (Lina Beckmann) lebt schon seit längerer Zeit nur noch neben ihrem Ehemann Richard (Charly Hübner) her. Sie haben sich nicht mehr viel zu erzählen und im Bett läuft es auch nicht mehr. Ganz anders sieht es mit Richards charmanten Chef Leopold (Benno Fürmann) aus. Mit ihm verbringt sie leidenschaftliche Momente und gemeinsam planen sie ein romantisches Wochenende. Dieses droht jedoch auszufallen, als Richard sich den Rücken verknackst. Richard möchte das Wochenende nun nicht mehr mit den alten Klassenkameraden, sondern lieber zu Hause verbringen und dabei am besten von Luisa gepflegt werden. Kurz vorm Nervenzusammenbruch entdeckt Luisa eines morgens nachdem Richard das Haus verlassen hat Ann (ebenfalls Lina Beckmann) in ihrem Bett liegen. Trotz des gleichen Aussehens ist Ann anders als sie selbst. Die Doppelgängerin ist fröhlich, tiefenentspannt, neugierig und naiv. Prompt kommt Luisa die Idee, Ann an ihrer Stelle Richard pflegen zu lassen während sie ein vergnügliches Wochenende mit Leopold verbringt. Schon bald beginnt Ann jedoch ihre eigenen Wünsche zu entwickeln, womit der Spaß für die Zuschauer und die Probleme erst richtig beginnen.

Mit viel Liebe zu Details gelingt es Lola Randl eine tragische wie hochamüsante Komödie zum Thema Schizophrenie zu kreieren. Bei der Premiere in Düsseldorf kam diese bei den geladenen Gästen gut an. Besonders gelobt wurde das schauspielerische Talent von Lina Beckmann, die die beiden ungleichen Persönlichkeiten von Luisa verkörpert. Der Film selbst ist an manchen Stellen überzeichnet. Das zeichnet sich schon im Vorspann ab und zieht sich durch die gesamte Komödie. Manche inhaltliche Ungereimtheit fiel dem Publikum ins Auge. So fährt Luisa einen VW-Käfer, während Ann einen New Beetle fährt. Dass das keinen Sinn macht, räumte schließlich auch Regisseurin Lola Randl ein, die sich dem Publikum genau wie das Produzentenduo bei der Premiere in Düsseldorf von einer sehr menschlich sympathischen und kreativ unstrukturierten Seite zeigte. Wer einfach nur eine amüsante Komödie sehen möchte, macht mit „Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?“ nichts falsch. (SMC)