19. Mai. 2022

Genuss

„Herzlich willkommen zum Ball der Elemente“, wird das Publikum begrüßt. Dann werden die Gäste zu ihren Plätzen an einer langen Tafel und mehreren runden Tischen gebracht. Jeder Tisch ist mit dem Namen einer weltbekannten Universität gekennzeichnet. Vorne im Raum steht eine große Bühne. Aus der Moderation ergibt sich, dass die Gäste in die Rollen von Wissenschaftlern der jeweiligen Hochschulen geschlüpft sind. Dann richtet sich der Blick der Gäste auf die Wände. Projektoren zeigen Fotos von Videos während eine einprägsame Stimme über die Schöpfungsgeschichte berichtet. Während auf den festlich gedeckten Tischen die Kerzen flackern sehen die Gäste Luftaufnahmen von Naturphänomenen und eindrucksvollen Landschaften.


Moderator Dennis Harder begrüßt einen zerstreuten Wissenschaftler auf der Bühne. Der hat – so die Geschichte - die Show durch eine überzeugende Darbietung im letzten Jahr nach Wuppertal geholt. Gemeinsam gehen die beiden durchs Publikum, stellen kurz die Bezeichnungen der verschiedenen Tische vor und laden die Gäste ein, über ihr Forschungsgebiet zu plaudern. Während manche mit einem Augenzwinkern ihren Beruf zum Forschungsgebiet erklären, sind andere mit der Frage überfordert und stammeln „Nichts“. Doch in einer unterhaltsamen Show kann auch das Nichts ein interessantes Forschungsthema sein. Comedy und Wissensshow folgen im fliegenden Wechsel. Während der zerstreute Professor eine langweilige wissenschaftliche Schrift vorlesen möchte, animiert der Moderator das Publikum, etwas Unterhaltsameres zu fordern.


Das bietet „Gastprofessorin“ Katrin Albert mit Akrobatik zu französischer Musik. Während die Gäste langsam Appetit bekommen und die Brotkörbe sich leeren, präsentiert Albert auf der Bühne eine Mischung aus Tanz und Akrobatik. Die Bilder werden auf die großen Videowände übertragen, sodass der Auftritt besonders eindrucksvoll wirkt. Eine Projektion auf dem großen, roten Vorhang im Hintergrund sorgt für zusätzliche Wirkung. Der Auftritt zu französischen Klängen ist dem Element Erde gewidmet. Er unterhält, kann es aber nicht mit den ausgefeilten Choreografien anderer Artisten aufnehmen. Am Tisch gilt es dann Quizfragen zum Element Erde zu beantworten. Mit den anderen Gästen rätselt man über naturwissenschaftliche Phänomene und schätzt Prozentwerte. Während gemeinsam geknobelt wird, wird endlich der erste Gang serviert. Schwarzwurzelsuppe mit Öl vom schwarzen Trüffel passt nicht nur zum Element, sondern schmeckt auch hervorragend.


Anschließend geht es um das Element Wasser. Mit Schwimmflossen und –flügeln ausstaffiert kommt der Professor auf die Bühne und kündigt an, den Raum fluten zu lassen. Doch da hat er die Rechnung ohne den nur durch seine Stimme aus dem Lautsprecher präsenten Sicherheitsbeauftragten gemacht. Der entdeckt stets die passende Richtlinie, um gewagte Experimente zu verhindern. Während an den Wänden bewegte Bilder von Quallen und Fischen gezeigt werden, kommen zwei Jongleure auf die Bühne. Im Dunklen wirbelt das Duo „Drauf und Dran“ beleuchtete Bälle synchron durch die Luft. Die Bälle wechseln während des Auftritts immer wieder die Farbe und sorgen für Staunen. Trotz kleinerer Pannen, bei denen die Bälle laut scheppernd auf die Bühne fallen, bleibt der Auftritt in guter Erinnerung. Dazu trägt vor allem die Jonglage mit beleuchteten Keulen bei, die den beiden deutlich besser von der Hand geht. Gemeinsam wirbeln sie sieben Keulen durch die Luft, während an den Wänden Jagdszenen aus dem Tierreich gezeigt werden. Anschließend wird es auf der Bühne doch noch nass. Zwei Freiwillige aus dem Publikum wetteifern mit den Zähnen Äpfel aus mit Wasser gefüllten Schüsseln zu angeln. „Luft anhalten, Kopf rein, Beißen“, verrät der Gewinner nach dem Kurzauftritt seine Taktik. Anschließend sind wieder alle Gäste gefragt. Bei der zweiten Runde des Quiz dreht sich alles um das nasse Element. Passend zum Wasser wird Lachs mit Dill-Senf-Sauce serviert.


Hoch über den Köpfen leitet der Professor zum dritten Element über. Mit seinem selbst gebauten Flugtornister möchte er zur Bühne fliegen. Doch natürlich verbieten das die Sicherheitsrichtlinien. Adäquaten Ersatz bietet Katrin Albert mit einem starken Auftritt am Vertikalseil. Ganz in weiß gekleidet zeigt sie eine gelungene Choreografie zwischen Himmel und Erde. Die Hommage an das Element Luft überzeugt vollkommen. Anschließend sind Freiwillige aus dem Publikum gefragt. Sie sollen einen Tischtennisball auf einem Strohhalm balancieren und so den Raum durchqueren. Kurz darauf geht das Quiz in die dritte Runde. Als Hauptgang wird Poularde auf Champagnerschaum mit Safranreis und Spinatstrudel serviert.


Der letzte Teil des Abends ist dem Feuer gewidmet. Das gefährliche und faszinierende Element wird von den Jongleuren Sven Stutzenberger und Rolf Neuendorf gebändigt. Die beiden tragen eine Feuerschale auf die Bühne und beweisen ihr Können zunächst durch eine Jonglage mit drei brennenden Fackeln. Anschließend greifen sie zu an beiden Seiten entzündeten Speeren und brennenden Ketten. Die Flammen auf der dunklen Bühne sind ein gelungener Abschluss des Programms. Auch das Quiz geht in die letzte Runde mit Fragen rund um das Feuer. Als Dessert gibt es ein köstliches Soufflé mit Kirschkompott und Schokoladenmousse. Wer mag, kann das Soufflé mit einem Glas Schnaps flambieren. Der abwechslungsreiche Abend mit Michael Baute in der Rolle des Professors ist auch am 5. Dezember 2013 und 31. Januar 2014 in der VillaMedia zu sehen. Karten gibt es telefonisch (0202/2427-450) und per Internet. (SMC)