Nach der gelungenen Einstimmung beginnt der zweite Teil des Erlebniskochens. In seiner Küche stellt Martin Neuhaus das Menü des Tages vor. So soll Seeteufel in Kakao gebraten und mit Melone-Minze Salat serviert werden. Während ein Teil der Gäste sich um das Obst kümmert, Minze schneidet und dafür sorgt, dass alles mundgerecht vorbereitet wird, kümmern andere sich unter fachkundiger Anleitung um den Seeteufel. Der große Fisch muss nicht nur von seiner Hautbefreit sondern auch filetiert werden. Was am Anfang des Kochkurses eine unlösbare Aufgabe zu sein scheint, entwickelt sich schnell zu einem beherrschbaren Handwerk, das auch den Kursteilnehmern immer schneller von der Hand geht. Tipps der Köche helfen den richtigen Ansatz zu finden und den Seeteufel zuzubereiten.
Zur gleichen Zeit beschäftigen sich andere Gäste mit dem Hauptgang. Roulade vom Rothirschrücken und durchsichtigen Waldpilzravioli zeigen, dass die Küche des Esszimmers in der Region für Wildgerichte bekannt ist. Der Rothirschrücken wurde Tage zuvor von einem Jäger aus der Region geliefert und hängt nun in der Kühlkammer des Restaurants. Gemeinsam beginnen die Teilnehmer den Hirschrücken zu zerlegen und Fleisch und Knochen zu trennen. Auch das Experiment gelingt und schon bald werden die ersten Rouladen geschnitten. Um die Fleischstücke größer, dünner und zarter zu machen werden sie unter durchsichtige Folie gelegt und mit einem stabilen Topf bearbeitet. Gewürzt und gefüllt werden die Rouladen angebraten, sodass sich die Gäste um die Pilzravioli kümmern können. Dazu werden Pilze gereinigt, geschnitten und fein portioniert und dünne Speckscheiben gegeben. Diese werden beim späteren Erhitzen transparent und intensivieren den Geschmack der Pilze. Viel zu tun gibt es auch beim Dessert. Teig wird gebacken, eine cremige Milchmousse angerührt und mit dem Biskuit geschichtet. Nachdem alles vorbereitet ist genießen die Gäste eine warme Suppe bevor sie sich mit dem Nachtwächter auf den Weg in das nächtliche Xanten machen.
Der erwartet seine Gäste im Schatten des Xantener Doms, der exakt halb so groß ist wie der Kölner und damit lange Zeit die zweitgrößte Kirche im Rheinland war. Hellebarde und wehender Mantel gehören zu den Markenzeichen des Nachtwächters, der heute vom ehemaligen Xantener Domküster gespielt wird. Früher war der Nachtwächter in der Dunkelheit für die Sicherheit der Stadt verantwortlich, hatte ein Auge auf Feuer und sang jeweils zur vollen Stunde die Uhrzeit. Heutet bietet der Nachtwächter eine originelle Stadtführung an, bei der die Gäste mit Fackeln oder Laternen unterwegs sind und sich in die Geschichte und Architektur der Stadt einführen lassen. Schnell vergeht die Zeit beim Blick auf historische Häuser, eine heute noch funktionsfähige Wildmühle und die Reste der Stadtmauern. Gut eine Stunde Zeit bleibt für den reizvollen Rundgang durch die Stadt bevor sich die Gäste wieder aufmachen in die Küche.
Dort werden die zuvor vorbereiteten Speisen noch einmal angebraten und auf den Tellern dekoriert. Zunächst wird der Seeteufel dekoriert und servierfertig gemacht. Anschließend genießen die Gäste ihr Werk in der mit historischen Fotos dekorierten Bauernstube. Dazu werden Weine aus Frankreich aber auch Wasser und Softdrinks serviert und Erfahrungen ausgetauscht. Das ist wichtig, denn in der Küche, die sich auf drei verschiedene Räume verteilt, war der Austausch zuvor in erster Linie innerhalb der eigenen Gruppe möglich. Beim Essen kann man die Verbindung zu den anderen nachholen und sich erkundigen wie der jeweilige Gang zubereitet wurde. Anschließend werden Hirschrückenroulade und Milchschnitte serviert und sorgen so dafür, dass der Abend auch kulinarisch ein voller Erfolg ist. Die nächsten Gelegenheiten mit „Erlebniskochen & Weinschmecken“ in Xanten zu kochen bestehen am 7. und 21. März jeweils um 15:30 Uhr zum Preis von 95 Euro inkl. Menü, Getränken und Stadtführung mit dem Nachtwächter. (SMC)





