07. Jun. 2020

Gastronomie

Das Stück aus der Feder von Thomas Bleidiek spielt im Jahr 1930. Gerade ist der Tonfilm dabei den Stummfilm abzulösen. An Bord des Schiffes auf dem Weg von Southhampton in die neue Welt sind illustre Gäste. Die treffen beim festlichen Captain´s Dinner zur Überquerung des 40. Längengrads aufeinander. Schnell zeigt sich, dass alte und neue Rivalitäten für Zwist sorgen. So streiten die Schauspielerinnen Lola la Lou und Irma Le Plant nicht nur um eine wichtige Rolle in Hollywood, sondern auch um die Gunst ihres Schauspielerkollegen Howard Granger. Auch Schönheitschirurg Dr. Nightmare und Kapitän Eagle haben ihre Geheimnisse. Schnell zeigt sich, dass die zivilisierte Fassade in der ersten Klasse der Gesellschaft dünn ist. Noch vor dem ersten Gang spitzt sich die Lage zu und der Streit eskaliert. Doch als plötzliche eine Person zusammenbricht bleibt offen. Während die Gäste eine Fischterrine an Cumberland-Sauce probieren, sorgt ein Pianist für gute Unterhaltung in der Pause des Schauspiels.


Nach dem Essen erfahren die Gäste, dass womöglich Gift im Spiel war. Das ist verschwunden aus dem Bestand des umstrittenen Schönheitschirurgen, der jede Schuld von sich weist. Erpressung und Neid scheinen in der Hollywood-Glitzerwelt entscheidende Motive zu sein. Um den Fall noch während der Reise zu lösen, schlüpft einer der Schauspieler in seine Paraderolle als hinkender, holländischer Kommissar und nimmt die Ermittlungen auf. Erschwert werden diese von der Schwester des Opfers, die nach dem Todesfall in Erscheinung tritt. Als dann auch noch die Leiche verschwindet, wird der Fall immer interessanter. Beim Salatbouquet umlegt mit Entenbrust haben die Gäste, die in Schloss Wickrath an langen Tafeln sitzen, Gelegenheit mit den Tischnachbarn über den Fall zu grübeln.


Noch vor dem Hauptgang nimmt der Fall eine dramatische Wende. Während die Darsteller in ihren Rollen in Zeiten der Prohibition dem Alkohol frönen, brechen immer mehr alte Geschichten und Verdächtigungen durch. Spannend bleibt es über den Hauptgang, Rind in Burgundersauce mit Kartoffelgratin, hinaus. Dann gilt es den Mörder und das Tatmotiv zu tippen. Jeder Gast hat eine Stimme und die Möglichkeit mit der richtigen Antwort ein Abendessen im Schlossrestaurant zu gewinnen. Um erfolgreich zu sein, muss man den Fall genau verfolgen, dem richtigen Bauchgefühl vertrauen und auch etwas Glück haben. Aus allen richtigen Tipps wird der Gewinner ausgelost. Zum Ende des Abends serviert das Team von Schluss Wickrath Marzipan Maronen Parfait auf Sauce Anglaise. Das Ensemble verabschiedet sich mit „There´s no business like showbusiness“ von seinem Publikum, das einen unterhaltsamen und abwechslungsreichen Abend erlebt hat. Die Veranstaltungen kosten pro Person inkl. Menü und Aperitiv 59 Euro. Gezeigt wird das Stück am 16. Mai, 6. Juni und 6. September in Köln (65 Euro) sowie am 19. Mai in Aachen. Open-Air-Veranstaltungen gibt es im August in Brühl und in Stolberg. Karten für die Stücke von „Mord á la Carte“ gibt es telefonisch (0221/4530453) und per Internet. (SMC)