19. Mai. 2022

Genuss

Das Stück dreht sich um fünf ganz verschiedene Frauen. Maria Regina leitet den Orden mit strenger Hand und lässt sich nur durch Scheinwerferlicht aus der Ruhe bringen. An ihrem Stuhl sägt Schwester Maria Hubert, die Vorsteherin der Novizinnen. Sie weiß ganz genau wie sie das Kloster verändern würde, hätte sie nur die Macht. Aus dem Kiez in Berlin-Kreuzberg ins Kloster gekommen ist Schwester Robert Anna. Als Mechanikerin sorgt sie im Kloster für Bewegung und bringt auch so Unruhe in die heiligen Hallen. Unkonventionell ist auch Schwester Maria Leo. Sie will eigentlich Ballerina werden und verbindet die Leidenschaft mit dem Leben im Kloster. Bei der anstehenden Gala hofft sie auf ihren Durchbruch. Letzte im Bund ist Schwester Amnesia. Nach einem Schlag auf den Kopf hat diese ihr Gedächtnis verloren und steht in der Regel hilflos und unwissend im Raum. Durch ihre liebenswürdige Art ist Amnesia trotzdem wichtiger Bestandteil des Klosterlebens.


Schon vor Beginn des offiziellen Programms eilen die fünf Schwestern in Ordenstracht durch den Raum. Sie scherzen mit den Gästen, begrüßen Neuankömmlinge und haben immer einen Scherz auf den Lippen. Die Tische sind mit Kerzen und kleinen Nonnen-Figuren dekoriert. Auch im Raum hängen an den Lichtmasten überdimensionale Schwestern. Sogar Mönche haben es ins Nonnenkloster geschafft, doch die kümmern sich beim DinnerMusical nur um Licht und Ton. Den ganzen Abend über zeigt Non(n)sens tanzende und swingende Schwestern, die mit ihren Stimmen begeistern und wie bei „Sister Act“ voller Leben stecken. Aus Messgesängen wird Tanz. Aus klassischen Liedern moderne. Und langsam entfaltet sich eine von vielen Liedern begleitete Handlung auf der Bühne. „Auf geht’s Mädls – Non(n)sens macht high“ heißt es auf der Bühne und auch im Publikum kommt Begeisterung auf.


Als ersten Gang serviert das Hotelrestaurant in Düsseldorf Hähnchenroulade und Salatherzen mit Caesar-Dressing. Dazu gibt es geröstetes Knoblauchbrot. Erst nach dem ersten Gang erfährt das Publikum im Saal die Vorgeschichte des Galaabends und von der schlecht gewordenen Fischsuppe. Im Publikum kommen die ersten Freiwilligen zum Einsatz. Als Arzt, Küster und Walzerkönig haben sie kleine Rollen und tragen so zum Gelingen des Abends bei. Der Gesang der Schwestern widmet sich derweil der Geschichte des Ordens, der aus einem Krankenlager in Afrika in die sichere Zivilisation geflüchtet ist. Zwischen den Gesangsdarbietungen warten originelle bis triviale Einlagen wie ein Quiz auf die Gäste. Mit Ballett und Gesang steigt der Anspruch gleich danach wieder deutlich. Ein im Spagat endender Tanz, ein Duett über die Bescheidenheit und ein Gürtel aus Bananen zeigen die ganze Spannweite des musikalischen Abends. Eine rockige Einlage „You can get no Satisfaction“ mit Luftgitarrensolo steht dann der zweite Gang auf dem Tisch. Eine große Portion Kürbiscremesuppe schmeckt auch an Frühsommerabenden köstlich.


Nach der kurzen Pause für den zweiten Gang geht es heiter weiter. Schwester Amnesia versucht sich als Bauchrednerin. Die Schwester Oberin entpuppt sich als ehemalige Seiltänzerin und muss sichergestelltes „Kokain“ natürlich gleich selbst ausprobieren. Mutiert zur „Sonne mit Nonnenstich“ muss sie zeitweilig die Bühne räumen und schafft damit Platz für andere Auftritte. Einen weiteren großen Auftritt hat auch die Küche, die als Hauptgang Kalbshüftsteak mit Gemüse und Kartoffelkrapfen auftragen lässt. Das Fleisch ist zart und gut gewürzt. Lediglich die knapp bemessene Sauce trübt den Eindruck etwas. Nach dem Hauptgang erleben die Gäste auf der Bühne das Klosterballett. Sie sind dabei wenn die Schwestern „I will follow…“ singen und erleben wie die Oberin im Streit um die Gestaltung der Show zunächst die Oberhand behält. Beim Nonnensee-Ballett zeigt sich künstlerische Gestaltungskraft. Als dann noch eine Stimme vom Himmel dafür sorgt, dass Amnesia sich wieder erinnern kann, ist nun wirklich alles rund. Alles? Nein, denn natürlich darf der Nachtisch nicht fehlen. Serviert wird ein Waldfrüchte-Biskuit zusammen mit einem Schokoladen-Pistaziensandwich. Kaffee gibt es dazu nicht, denn der darf erst nach dem Ende des Stückes serviert werden. Bis dahin dürfen die Gäste noch bei einem Quiz mitmachen, bei dem es eine Flasche Wein zu gewinnen gibt. Und natürlich wartet auch noch das Happy End auf die Klostergemeinschaft. Gezeigt wird Non(n)sens in verschiedenen Hotels und Restaurants. Karten und Termine gibt es über Internet. (SMC)