29. Mai. 2024

Genuss

Fröhle begann den Abend mit einer Geschichte aus dem Orient. Ein Mann mit einem Huhn, einer Ziege, einem Stock und einem großen Kessel ist mit einer jungen Frau unterwegs zum Markt. Vor einer engen Schlucht weigert sich die Frau weiterzugehen. Überrascht fragt der Mann, dessen Hände durch die Tiere gebunden sind, warum die Frau Sorge hat, mit ihm in die enge Schlucht zu gehen. Lächelnd erzählt sie ihm, dass sie Angst habe, er könnte zudringlich werden. Wie denn das ginge, will er wissen, er habe doch keine Hand frei. Ganz einfach erklärt sie: Man bindet die Ziege an den Stab und stülpt den Kessel über das Huhn und schon sind beide Hände frei. Diese Gelegenheit lässt der junge Mann natürlich nicht ungenutzt.

In den nächsten Märchen erfahren die gut 50 gespannten Zuhörer, wie ein armer Reisender tiefe Einblicke eines jungen Ehepaars zum Auffinden seines verschwundenen Esels nutzen möchte, wie es zur Erschaffung von Mann und Frau kam und wie eine junge Adelige ihre Unschuld für einen Fasan opfert. Der kommt im ersten Gang auf den Tisch. Tramezzini mit Fasanenbrust mit Salat und einer Geflügelcurrycremesuppe bilden den ersten Gang des erotischen Menüs.

Weiter geht der Abend mit einem Märchen, das erklärt, warum man häufig Annimmt, dass es den Mann zur Frau zieht und nicht umgekehrt. Eine Geschichte über einen Stab aus Fleisch und Blut und eine Dame, die in ihrem Petersilienbeet eine ungewöhnliche Pflanze entdeckt, bilden den Mittelteil des Abends. Petersilie ziert auch die gebratene Perlhuhnbrust, die auf Paprikastreifen und mit Reis als zweiter Gang serviert wird. Weiter geht es mit einer gewagten Geschichte über frei lebende Geschlechtsteile und anderen Märchen. Kulinarischer Abschluss des Abends ist weisses Schokoladenmousse mit frischen Früchten. Wer die Premiere in Wuppertal verpasst hat, kann es am 12. Oktober im Landhaus Siebe in Hattingen zum Preis von 37 Euro erleben. (SMC)