22. Jun. 2024

Genuss

Doch zuerst bekommt jeder eine Schürze und seine eigene Kochmütze. Man lernt sich schnell kennen und der Stress des vorangegangenen Tages weicht in Minutenschnelle. Man lacht, stimmt sich mit einem Glas „Rheingauer Leichtsinn“ auf die fast vier Stunden Koch-und-Verzehrspaß ein und teilt sich in Gruppen auf, um Kaninchenrücken, Lammcarée und Mousse vom „Milka Schokoladenhasen“ zuzubereiten.


Die Truppe setzt sich zusammen aus Hobbyköchen und Hobbyessern. Teilnehmer Martin gibt zu: „Ich war noch nie bei einem Kochkurs“. Das ist nicht schlimm. Einmal ist immer das erste Mal. Nach einer kurzen Einführung in die Welt der Küchen darf Martin zusammen mit allen anderen rühren, vermengen, schneiden und - ganz wichtig - probieren. Besonders die Gruppe, die sich für das Dessert gemeldet hat, kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus: Mmhs und Ohs sind aus der Ecke der Küche zu vernehmen. Dort werden Ananasstückchen mit Alkohol abgeschmeckt, Himbeeren zu einer leckeren Sauce verarbeitet und Milka-Schokohasen geschlachtet, um aus ihnen eine hellbraune Mousse zu schlagen.


Währenddessen wird Apfel-Selleriesalat abgeschmeckt, die Pinienkrustenmasse für das Lammcarée zusammengemischt und die Aioli mit Paprikapulver zu einem leicht rosafarbenen Dip verarbeitet. Diejenigen, die die Gnocchi formen, wissen nun was mit „Kochen ist Handwerk“ gemeint ist.


Kraft braucht man zum „Pumpen“, um aus geeisten Himbeeren mit Bacardi eine feine Sauce ohne Steine zu machen. Auch das Schlagen mit dem Schneebesen erweckt den Eindruck, dass männliche Köche den weiblichen eins vorraus haben: Kraft. Diese schwindet während des Kochkurses von Stunde zu Stunde. Doch zugleich werden die köstlichen Düfte aus Töpfen und Pfannen immer intensiver. Im raum.eins entsteht ein Menü, auf das alle stolz sein können. Nach dem Kochen setzt man sich gemeinsam hin und begutachtet, bestaunt und kostet sein Werk.


Zum Essen gibt es Wein. Während einige nach dem ersten Gang beim fruchtigen Weißwein bleiben, kosten andere den Rotwein. Dass die Getränke im Preis des Kochkurses enthalten sind ist nur ein Grund mehr, sich nach dem Kochkurs mit dem Auto abholen zu lassen. Während des Essens erzählt man sich Anekdoten und stellt sich die Frage: Heißt es die, - der - oder das Mousse? Ist man ein wenig zu happig, wenn man sich von den leckeren Schwarzwurzeln noch einen Nachschlag nimmt? und - Wie viel Butter ist gesund? Koch-Experte Lennart beruhigt die Ernährungsbewussten unter den Köchen des Abends. Mit einem Grinsen fügt er hinzu: „In der Mousse ist keine Butter. – Nur Sahne.“ Wie viel davon in dem leckeren Dessert steckt, ist auf den Rezeptbögen nachzulesen, die jeder Teilnehmer nach dem Kochkurs mit nach Hause nimmt. So geht ein geselliger Abend im raum.eins zu Ende. Wer demnächst auch dabei sein möchte, kann sich im Internet über die kommenden Themen informieren. Unter anderem werden „grün, grün, grün...“ und „noche balear“ angeboten. Was sich wohl hinter diesen spannenden Namen verbirgt... (SMC)