19. Mai. 2022

Genuss

Was gekocht wird, sucht man sich bei der Anmeldung aus. Von der Mediterranen Landküche über Salate und Vorspeisen bis hin zum Sechs-Gang-Menü mit Fisch und Krustentieren hat man die Auswahl. Wer es süß mag, kann mit Wolfgang Pilken im Advent Plätzchen backen. Auch wer bestimmte Spezialitäten mag, findet zur entsprechenden Jahreszeit einen geeigneten Kurs. An jedem Kurs beteiligen sich zwischen zehn und vierzehn Personen, sodass jeder einen Platz in der ersten Reihe findet und selbst mit anfassen kann.

Sechs Gänge in drei Stunden ist trotzdem gar nicht einfach und der Versuch mit einer Gruppe von Kochanfängern Cappuccino von der Jakobsmuschel, eine Salatkomposition mit gebratenen Gambas, soufflierte Zandermousse auf Currysauce mit Blattspinat, Baby-Steinbuttfilet in Sauerampfersauce mit Limonenfenchel, Hummer in Zitronengrassauce mit Gemüse und Reis und einen abwechslungsreichen Nachtisch zusammenzustellen, ist sehr ambitioniert. Doch das kann Wolfgang Pilken und sein Team nicht schocken. Schnell werden weiße Schürzen verteilt und die Gäste in drei Gruppen aufgeteilt. Dann geht es los.

Mit geübtem Griff zeigt Wolfgang Pilken wie man die Filets aus dem Steinbutt löst. Gekonnt setzt er die Schnitte, lässt das Messer über die Gräten gleiten und entfernt zuletzt die Haut. Dann hat er das perfekte Filet in der Hand. Die Gäste staunen. So schnell geht das? Das muss man auch probieren. Tatsächlich dauert es bei den Gästen dreimal so lange und sieht nicht halb so gut aus, doch trotzdem ist man stolz auf das selbst gelöste Filet. Die zweite Gruppe versucht sich in der Zwischenzeit unter fachkundiger Begleitung Zander zu filettieren. Hier müssen die Schnitte anders gesetzt werden, doch das Prinzip ist das gleiche. Mit großem Eifer sind die Kursteilnehmer dabei den Fisch von Haut und Gräten zu befreien und finden es fast zu schade das Filet in den Mixer zu geben. Doch daran führt kein Weg vorbei, wenn man Zandermousse anbieten möchte.

Viel zu tun ist auch bei den Jakobsmuscheln. Diese liegen in der Schale auf dem Tisch und müssen zunächst mit einem kräftigen Messer geknackt werden. Dann liegt das Innenleben vor den angehenden Freizeitköchen. Mit wenigen Handgriffen hat man den essbaren Teil der Muschel vom restlichen Inhalt befreit und kann sich auf die Zusammenstellung der Brühe konzentrieren. Da bleibt sogar noch Zeit, beim Waschen des Spinats zu helfen. Denn der kommt bei Wolfgang Pilken nicht aus der Schachtel, sondern direkt vom Feld. Entsprechend sandig bzw. schlammig sind die Stiele. Mehrere Wannen Wasser später glänzt nur noch das frische Grün und kann gegart werden.

Größte Herausforderung des Abends sind jedoch die Hummer. Diese werden per Flugzeug aus Kanada angeliefert. Gekocht werden die zuvor noch lebenden Tiere in einem heißen Sud. Wolfgang Pilken und sein Team erklären, dass man die Hummer in kochendes Wasser geben muss, da das langsame Aufwärmen für die Tiere unnötiges Leid bedeuten würde. Wer möchte, kann selbst ausprobieren, wie man die Hummer kocht. Minuten später haben sich die Hummer verfärbt und sind gar. Nun beginnt die eigentliche Arbeit. Zunächst werden die Hummer mit einem großen Messer in der Mitte durchgeschnitten. Dann beginnt die Suche nach dem schmackhaften Fleisch. Dabei darf man nicht zimperlich sein, denn der optische Eindruck eines halben Hummers ist nicht besonders schmackhaft. Im Gegensatz zum fertigen Gericht, dass kurze Zeit später auf dem Tisch steht.

Doch zuvor wir der Nachtisch zubereitet. Mürbeteig wird zu Feigentörtchen mit Ziegenfrischkäse. Zwetschgen werden zu aromatischem Kompott. Nebenbei sorgt eine Eismaschine für erfrischendes Pralineneis. Nachdem man noch in der Küche den Cappuccino von der Jakobsmuschel genossen hat, geht es in den benachbarten Raum. Dort ist eine festliche Tafel gedeckt. Kerzen brennen, Wein und Wasser warten auf die Kursteilnehmer. Dann wird der Salat serviert. Mit Freude stellen die Teilnehmer, die hauptsächlich an diesem mitgearbeitet haben, fest, dass ihr Werk gelungen ist. Fachkundig beantworten sie die Fragen ihrer Mitstreiter und genießen den Abend in vollen Zügen. Zwischen den einzelnen Gängen macht sich jeweils ein Teil der Teilnehmer zusammen mit Wolfgang Pilken auf in die Küche, um die nächsten Genüsse vorzubereiten. Erst Stunden später endet ein wunderschöner Abend. Man hat etwas gelernt, hat in schöner Atmosphäre zusammen gearbeitet und es sich gut gehen lassen. Gut gefüllte Bäuche lassen zunächst den Gedanken an den nächsten Besuch bei "Häppchen Essen" in den Hintergrund rücken.

Doch ein oder zwei Tage später entdeckt man die Rezepte. Diese bekommt man ausgedruckt am Abend oder über die Internetseite von Wolfgang Pilken. Ein Lächeln macht sich auf dem Gesicht breit und mit Freude blättert man im Programm auf der Suche nach neuen Herausforderungen für sich selbst und für Freunde. Wer sich öfter Zeit für ein kulinarisches Vergnügen nimmt, profitiert von Küchen(s)pass. Ab dem zweiten Kurs bekommt man 10% Rabatt. Hat man sieben Kurse besucht, geht der achte sogar komplett auf Kosten des Hauses. Wer seine neu erworbenen Kochkünste vorführen möchte, kann zum halben Preis eine Begleitperson zum Menü einladen.
(SMC)