19. Mai. 2022

Genuss

Mit Zaubern hat die Herstellung von Sushi eigentlich nicht viel zu tun. 26 Teilnehmer schauen zu, wie aus einer grünglänzenden Platte gepresster Algen, Klebreis und Gurkenstiften eine leckere Makirolle wird. Dann heißt es: Probieren geht über Studieren. Die fleißigen Roller und Reis-Verteiler haben bald den Dreh raus. An einem langen Tisch werden Gurken mit dem Messer zurechtgeschnitten und Hände mit Reis beklebt. Letzteres erweist sich als nicht so ratsam. Doch der Sushi-Kursleiter gibt Tipps, wie der spezielle Reis nicht an den Fingern, sondern auf der Algenplatte bleibt.

Gemeinsam lernt man das „Werkzeug“ der Sushizubereitung kennen. Manch einer übt sich noch am Zusammenrollen, während der andere bereits genüsslich sein Erstlingswerk verspeist. Mit ein wenig Ingwer, Wasabi und Sojasauce schmecken die kleinen, gesunden Rollen beinahe schon wie abends im Sushi+Soul, wenn spezielle Sushiköche ihr Können unter Beweis stellen. Wer seinen Lieben zu Hause etwas von den diversen Kunstwerken der kommenden Stunden zur Verkostung mitbringen möchte, kann mehrere Sushis in einer Take-Away-Box schichten. Stolz zeigt man dann, dass die Rollen bei jedem Mal besser werden und die Gurken, Lachsstreifen und Rettichstücke genau in der Mitte liegen, nachdem sie erst eher am Rand oder gar nicht in der Rolle bleiben wollten.

Die Teilnehmer kommen von weit her, um in mehr als 3,5 Stunden die Kunst des Sushiherstellens zu erlernen. Düsseldorfer, Ruhrgebietler, aber auch Sushiliebhaber, die fast den ganzen Vormittag auf der Autobahn verbracht haben, freuen sich nach der Herstellung von „der Pizza des Sushis“, einer Art Schultüte mit Reis und allen möglichen Gemüsestückchen, auf die traditionellen und modernen Erscheinungsformen der Sushi-Küche.

Nacheinander folgen Inside-Out-Rollen, Nigiri und fantasievolle Eigenkreationen der Kursteilnehmer. Experimentiert werden kann auch mit dem Geschmackserlebnis Sesamkörner auf den Inside-Out-Rollen. Wer es gerne ein wenig nussig mag, kann für sich nicht nur die gewöhnlichen, als Beispiel vorgezeigten Sushi mit einer Sesamseite zubereiten, sondern die Rolle auch ganz in den Körnern wälzen.

Nebenbei lernt man japanische Begriffe. Bei zwei Weinverkostungen zwischendurch, bei denen die Eindrücke besprochen und abgestimmte Weine probiert werden, kommt es zu Geschmacks-Ahas. Geschäftsführer Christian Herbst erklärt persönlich das Besondere an den verkosteten Weinen. Wer die Hoffnung aufgegeben hat, dass Weißwein zu Sushi passt und daher nicht mehr einen Chardonnay zum Essen bestellt hat, strahlt beim ersten Schluck der Martin Pasler Sushi-Weine. Ob rot, also „aka“, weiß, in Japanisch „shiro“, oder rosé – die edlen Tropfen, die exklusiv für Sushi+Soul abgefüllt werden, schmecken fantastisch.

Christian Herbst lädt dazu ein, einen voluminösen Rotwein mit einem Stück Ingwer zu verkosten. Die Menschen an den Tischen sind sich einig: Das Gefühl auf der Zunge ist zwar ungewöhnlich, aber deshalb auch so inspirierend und somit faszinierend. Kaum glauben möchte man dem Geschäftsführer auch, als er bei Wein und Sushi von der Kombination von Bier und Schokolade schwärmt. Man hat bereits Wein und Schokolade zusammen auf der Zunge zergehen lassen. Doch erst eine Kostprobe der hauseigenen Schokolade und des Brauerzeugnisses merzen Zweifel vollkommen aus. Während die Männer eher dem Getränk frönen, stürzen sich die Frauen auf die wundervoll zarte Schokolade, die garantiert süchtig macht, wie bereits Sushi zum Gericht für jeden Tag geworden ist.

Da die Kurse immer am Sonntag stattfinden, kann man sich Zeit lassen und genießt die freien Stunden des Wochenendes in der Gewissheit, dass man abends noch mit Bekannten, Freunden und Verwandten zusammensitzen kann und das Sushi aufisst. Die Sonne scheint zu den großen Fenstern herein, während die Teilnehmer des Sushikurses Informationen über Einkauf- und Warenkunde erhalten, einen Überblick über die passenden Geräte, zum Beispiel für das Kochen des Reises, bekommen und sich gegenübersitzend ins Gespräch kommen.

Der Kurs beginnt um 11 Uhr. Wer bereits am Abend zuvor im Sushi+Soul gewesen ist, kennt nun die Bar und das Restaurant zu beiden Tageszeiten, da sonst die Türen erst am späten Nachmittag geöffnet werden. Einige Kursteilnehmer erscheinen mit einem Coffee-to-go vom Café nebenan. Ein fröhliches „Guten Morgen“ erklingt in dem Raum, wo sonst DJs auflegen oder Sounds aus Fernost gespielt werden, gepaart mit den Stimmen der überall besetzten Tische. Als man dann mit dem Sushi in der Hand am Nachmittag das Sushi+Soul verlässt, ist man so satt, dass kein einziger Kaffee mehr in den Magen passt. Da sind bereits die köstlichen Sushirollen aus der Eigenproduktion.

Für nähere Informationen rund um das Sushi+Soul und den angebotenen Sushikurs gibt es unter 0211/30329383. Das Sushi+Soul befindet sich auf der Hammer Str. 17 in der Nähe der Gerrybauten im Düsseldorfer Medienhafen.
(SMC)