07. Jun. 2020

Gastronomie

Mit dem Klischee von einem Kochkurs hat das Kursangebot der Schweizer Kochschule wenig gemeinsam. Wer hier kocht, dem geht es weniger um den Lernerfolg als um das Erlebnis. Nach der Begrüßung in der im Souterrain etwas versteckt liegen Küche genießen die Gäste gemeinsam einen Aperitif. Anschließend stellt René Agottspon das Menü vor. Eingeteilt in mehrere Gruppen beginnen die Teilnehmer dann mit der Zubereitung des Menüs. Um neue Gespräche anzuregen hat Abgottspon Teams aus Gästen, die sich vorher nicht kannten, zusammengestellt. Mal mit mal ohne Rezepte wird dann mit den bereitstehenden Zutaten gearbeitet. Schnell kommt man ins Gespräch über die anstehenden Aufgaben, die eigene Kocherfahrung und das Leben. Dabei treffen ganz unterschiedliche Gäste aufeinander. In der Schweizer Kochschule steht das junge Paar neben gemeinsam kochenden Freunden und Köchen, die die Materie beherrschen aber neue Ideen suchen.


Das Vorspeisen-Team arbeitet an einem Schweizer Wurstsalat mit Bergkräuterdressing, Walliser Roggenbrot-Käsewürfeln mit Pflaumenkonfi und Nüsslisalat mit Croutons mit Limetten-Honig-Dressing. Salat wird gewaschen, Wurst geschnitten und Pinienkerne geröstet. Nach und nach erklärt René Abgottspon die einzelnen Arbeitsschritte. Jeder einzelne ist einfach, doch in Kombination wird das Ganze dennoch zur Herausforderung. Wie lang gehört das Blech in den Ofen? Wie schneidet man Zwiebeln, ohne dass die Augen tränen. Gemeinsam wird ausprobiert, abgeschmeckt und irgendwann stehen wirklich drei Vorspeisen auf dem Tisch. In der Zwischenzeit haben andere Gäste den Hauptgang vorbereitet. Für das Walliser Tomatenfondue mit Pellkartoffeln werden drei Käsesorten gerieben und erhitzt. Aus Grpyere, Appenzeller und Raclettekäse entsteht mit Wein, Strauchtomaten und anderen Zutaten eine leckere Käsemischung. Viel Zeit, um den anderen Gruppen über die Schulter zu schauen, hat die Nachtisch-Gruppe. Sie hat die Aufgabe Fruchtspieße mit Schokolade zu überziehen und dazu Minzepesto zu machen.


In der Küche lässt René Abgottspon seine Gäste ausprobieren. Statt genaue Vorgaben zu machen, rät er nach den eigenen Wünschen abzuschmecken. Er gibt Anregungen wie man es besser, schneller und sicherer macht, lässt aber auch zu, dass seine Kochschüler eigene Erfahrungen sammeln. Auch für Variationen der Rezepte ist Abgottspon offen. So wird das Pesto mit weißer Schokolade verfeinert und der Wurstsalat mit Paprika-Pulver ergänzt. Gemeinsam genießen die Gäste anschließend ihr Menü. Dabei bleibt Zeit sich über die einzelnen Schritte bei der Zubereitung auszutauschen, Wein zu trinken und in schweizer Gemütlichkeit den Tag in der Kochschule Revue passieren zu lassen. Wer dabei sein möchte und in René Abgottspons Chuchichästli (Küchenschrank) gucken möchte, kann sich per Internet anmelden. (SMC)