06. M&a. 2026

Kultur

In "Alles Schlampen - außer Mama" gibt es für Werbetexter Ulrich Himmelmann (Klaus Lange) scheinbar nur eine Frau, für die es sich lohnt aufzustehen. Ruft Mutti an, die über ihm und seiner Ehefrau Greta (Gabi Daunenhauer) im Haus wohnt, wird aus dem Faulpelz ein gehorsamer Sohn und Vorbild-Ehemann. Das sieht Greta jedoch ganz anders. Während ihr der Lehrerberuf beinahe den letzten Nerv raubt, tanzt der angebliche Göttergatte auf ihm obendrein noch Polka. Er verschläft den Tag und ist in der Nacht auch nicht zu gebrauchen. Ob da "Tanzen" der richtige Begriff ist?

Getanzt wird in dem Stück nicht zu knapp. Highlight ist ein Menstrip. Ulrich und Kiki (Falk Hagen), sein homosexueller Sohn, haben sich Gedanken gemacht, was man den der lieben Oma (Margret Schlegel-Koenemund) anstatt eines gewöhnlichen Ständchens bieten könnte. Schließlich ist es ihr 80. Geburtstag. Ein neues Lebensjahr, das Veränderungen mit sich bringt. Und eine Woche, in der die Familienmitglieder jeder für sich entscheiden, dass sich etwas in ihrem Leben ändern soll. Das Rinsal an Lust aufeinander schien endgültig versiegt zu sein, doch Frauen ergreifen da ihre eigenen Maßnahmen. Das Liebesleben von Greta und Ulrich sprudelt wieder. "Sportliche Betätigung" gefolgt von Aufreißnächten öffnen dem erfolglosen Werbetexter die Augen und das Herz. Außerdem gilt: Wenn der Mann nicht will. Macht nichts. Dann bekommt Greta Besuch vom "Roten Baron".

Hören Sie nachts auch ein Surren wie das aus einem Wespennest und schmunzelt ihre Frau am Morgen, wenn davon die Rede ist? "Alles Schlampen - außer Mama" wird für Aufklärung über die nächtliche Störung sorgen. Ein Abend mit Folgen. Welche? Sehen und erleben Sie selbst. Gabi Dauenhauer schafft es mit ihrem Stück, den Menschen im lauschigen Theater ein Prickeln in den Bauch zu rufen, oder vielmehr zu singen, wie nach einem Glas des hauseigenen Sekts. Eine fruchtig-spritzige Komödie, die das Leben schreibt.  (SMC)