17. Mai. 2022

Kultur

Der Abend beginnt mit Gesang. Überdimensionale Masken. Gestreifte Stäbe, an denen man eine Gondel befestigen könnte. Reich geschmückte Figuren. Das ist das in seiner künstlerischen Gestaltung kaum in Worte zu fassende Bühnenbild für „Karneval in Venedig“. In dieses Bild passt der virtuose Sänger Ricardo Mancini perfekt. Riccardo Mancini, der „Mann mit den tausend Stimmen“ singt „O sole mio“ und begeistert damit die Liebhaber klassischer Klänge. Dann kommt der akustische Zauberer Kristalleon im Harlekin-Kostüm auf die Bühne. Die zahlreichen Spiegel an seinem Kostüm werfen im Spiel aus Licht und Schatten Ruflektionen ins Publikum. Wie von Zauberhand stehen plötzlich mit Wasser gefüllte Gläser vor Kristalleon, die dieser mit seinen Händen zum Klingen bringt. Fasziniert lauscht das Publikum den sphärischen Klängen. Kurz darauf gehört die Bühne dem Ballett Venezia. Während zunächst die erste Tänzerin im beleuchteten blauen und wie Flügel wirkenden Kleid als Blicke auf sich zieht, begeistern schließlich vier Tänzerinnen das Publikum. Dann kommt Alena Ershova aus Moskau auf die Bühne. Die 19jährige geht in den Handstand und lässt Reifen um ihren Körper wirbeln. Dabei zeigt sie eine besonders ausgefeilte Choreografie, bei der sie zwei Reifen gegenläufig dreht oder einen Handstand auf einer Hand zeigt, während die Reifen weiter wirbeln.


Pantomime Fabien Kachev steht nach einer erneuten Gesangseinlage auf der Bühne. Der französische Pantomine lässt mit Stimme, Mimik und Gestik kn den Köpfen der Zuschauer ganze Phantasiewelten entstehen. Vögel, Tiere und ganze Erlebniswelten erwachen so zum Leben. Zum Abschluss seines Auftritts kämpft Fabrien Kachev mit dem Sicherheitsgurt und unseren Features seines Autos und sorgt für Lacher. Zu packendem Livegesang zeigt Mikhail Stepanov sein Können. Der Artist hängt fliegt an den Strapaten durch die Luft. Erst trägt er einen braunen Umhang mit Kaputze, doch schon bald entledigt er sich dessen und zeigt seinen trainierten Oberkörper. Mit viel Kraft trotzt er der Schwerkraft. Später wickelt er die beiden Bänder um seine Füße und zeigt zwischen den Strapaten einen Spagat. Gesang und Tanz sorgen vor der Pause für gute Stimmung.


Auch nach der Pause geht das Programm schwungvoll weiter. Yasmin Dell´Acqua überzeugt mit einer modernen Antipoden-Variation. Bei der wirbelt sie mit den Füßen eine Rolle durch die Luft, während sie selbst auf dem Rücken liegt. Das Kunststück gelingt ihr auch mit einem Fuß, während sie parallel mit mehreren Tüchern jongliert. Die Balance gelingt ihr auch mit zwei und später mit vier Rollen, von denen sie jeweils zwei übereinander stapelt. Fast schon leicht wirkt da die Jonglage mit bis zu sechs Bällen zum Ende des Auftritts. Venezianische Puppen stehen im Mittelpunkt des Auftritts von Bio Paladino. Der international gefeierte Künstler überrascht das Publikum mit vielen magischen Momenten. Und auch der Quick Change mit immer wieder wechselnden Kostümen zum Ende des Auftritts gelingt. Danach macht Riccardo Mancini seinem Ruf alle Ehre. Er singt „My Way“ in den verschiedensten Versionen und verwandelt seine Stimme nicht nur in Dean Martin und Elvis, sondern auch in Tom Jones und sich in Schnulzensänger und Rapper. Dann hat Kristalleon seinen zweiten Auftritt. Er bittet zwei Freiwillige aus dem Publikum auf die Bühne. Kurz darauf zeigt Irina Bodarenko ihr Können. Sie jongliert nur auf den Zehenspitzen stehend. Auch wenn einzelne Griffe ins Leere gehen überzeugt der ungewöhnliche Auftritt, bei dem die Artistin Elemente ganz verschiedener Künste mischt.


Dann pirscht Fabien Kachev auf die Bühne. Er hat sich in einen Jäger verwandelt, der mit seinem Hund Waldi auf Pirsch geht. Durch Worte, Gesten und Mimik begegnen die Zuschauer verschiedensten Tieren. Waldi fliegt vor einem Frosch und überlebt das Abenteuer nur dank einer Mund-zu-Mund-Beatmung... Als schließlich ein Ufo landet und der Jäger einem Außerirdischen gegenübersteht, muss er eine schwere Entscheidung treffen. Danach begeistern die Togni Brothers mit ihren ikarischen Spielen. Die ungewöhnlich großen Artisten verwandeln ihre Körper in Katapult, Flieger und Fänger. Dabei zeigen sie mehrere Überschläge in einer Reihe. Bis zu 14x wirbeln sie ihre 1,86 und 2 Meter großen Körper durch die Luft. Das Publikum ist begeistert und erlebt ein gelungenes Finale, bei dem die Tänzerinnen mit großen weißen Perücken auftreten. Doch auch Riccardo Mancini hat noch einiges zu bieten und verwöhnt das Publikum mit Sings wie „Ciao, Ciao, Bambina“. Karten für die Show „Karneval in Venedig“, die das Apollo Varieté bis zum 17. April 2017 zeigt, gibt es telefonisch (0211/8289090) und per Internet ab 19 Euro. Mit 3-Gang-Menü kostet der Showbesuch in bester Ticket-Kategorie ab 55 Euro. (SMC)