17. Nov. 2019

Kultur

Während sonst nur Udo Lindenberg, Marlene Dietrich und Hans Albers den hanseatischen Soundtrack liefern sorgen im aktuellen Apollo-Programm die Band „Rudolf Rock & die Schocker“ gemeinsam mit der Sängerin Susi Salm für akustische Untermalung. Die nimmt im Programm, das bis zum 20. Oktober 2019 gezeigt wird, eine große Rolle ein, denn da auch einige der artistischen Auftritte von Live-Musik begleitet werden, hält sie den Roten Faden in der Hand, der sich durch das Programm zieht. Susi Salm singt und moderiert und lädt das Publikum immer wieder zu Mitmachspielen ein. Das Apollo-Ballett zeigt sein Können auch in diesem Programm in vielfältiger Kostümierung.

Artistisch startet die Show mit dem Auftritt von Joâo Godinho im Luftnetz. Das weiße Netz hängt hoch über der Bühne. Heller Bühnennebel wabert um Netz und Körper. Blaues Licht sorgt für eine mystische Stimmung. Der Artist nutzt das Netz für einen akrobatischen Tanz mit der Schwerkraft. Er zeigt Spagat und Überschläge und hält sich schließlich nur mit dem Nacken an der Netzkante. Langsame und schnelle Bewegungen verschmelzen zu einem gelungenen Gesamtkunstwerk. Hula-Hoop-Reifen sind die Passion von Igor Bouterine. Erst lässt er die Hula-Hoop-Reifen um die Arme kreisen. Später drehen sie sich um Hals und Knie. Und schließlich sitzt er lächelnd auf der Bühne und wirbelt Reifen um seinen Fuß. Nach soviel gutem Entertainment muss sich Moderatorin Susi wirklich ins Zeug legen, um das Publikum dafür zu begeistern ihre reichlich lange Hamburg-Geschichte an den passenden Stellen mit „Oho“ und „Aha“ zu begleiten.

Gut, dass die folgende Partnerakrobatik wieder alle begeistert. Während der Artist seinen Körper parallel zum Boden nur auf den Händen ausbalanciert zeigt seine Partnerin auf seinem Rücken ebenfalls einen Handstand. Sehenswert ist auch das Trio Bofaki auf dem Schleuderbrett. Die Männer schleudern den Kleinsten von ihnen immer wieder in die Luft, wo dieser Schrauben, Salti und andere Meisterleistungen zeigt. Das gut abgestimmte Team schafft es dabei immer wieder den durch die Luft fliegenden Mann auf den Schultern aufzufangen. Nach der Pause darf auch das Publikum zeigen, was es leisten kann. Zwei Freiwillige liefern sich einen Wettkampf um die meisten Liegestütze. Der Sieger bekommt für den Auftritt am Pole einen Premiumplatz auf der Bühne. Dort kann er sich ganz genau anschauen, was die knapp bekleidete Artistin mit ihrem Körper am Pole anstellt.

Der Jongleur Claudius Specht setzt ganz auf Schnelligkeit – und ließ an diesem Abend dafür manchmal Präzision vermissen. Er startet mit drei Keulen. Während diese durch die Luft fliegen macht er selbst eine Rolle vorwärts und fängt sie dann wieder. Auch mit vier Keulen gelingt eine variantenreiche Choreografie. Später wechselt Claudius Specht zu Hütchen, greift dann zu immer mehr Keulen und manchmal leider auch daneben. Zum Schluss folgt das Hand-auf-Hand-Duo Limitless. Die beiden Männer zeigen ihre Muskeln bei schwierigen Übungen. Damit liefern sie den Frauen im Publikum ein passendes Gegenstück zur Pole-Nummer von Helena Lehmann. Karten gibt es ab 19 Euro telefonisch (0211/8289090) und über Internet.

(SMC)