16. Okt. 2018

Kultur

Mit Hypnose, Mental-Magie, Comedy und Gesang präsentiert sich Moderator Aaron im aktuellen Programm des Bochumer et cetera Varietés als Multitalent. Regisseur Sammy Tavalis lässt ihm reichlich Raum auf der Bühne, die Aaron sich mit einer Reihe internationaler Artisten teilt. Für Bühnenhypnose bleibt dabei deutlich weniger Zeit als bei anderen Programmen. Dafür gibt es im et cetera deutlich mehr Artistik und Aaron als Sänger, Rapper und Musiker zu erleben.

Als erste Artistin steht Uliana auf der Bühne. Die Ukrainerin zeigt Ihr Können an den Hula-Hoop-Reifen. Sie beginnt ihre Choreografie mit fünf kleinen, silbernen Reifen, mit denen sie jongliert und interessante Bilder formt. Zu Rock´n´Roll-Klängen greift sie dann zu größeren Reifen, die sie um ihren Körper schwingt. Neben dem klassischen Hüftschwung hat sich Uliana eine Menge Varianten überlegt. So stützt sie ihren Körper auf einem Stuhl in der Mitte der Bühne nur auf die Unterarme und lässt die Reifen kreisen. Später erhöht die mit drei und dann vier Reifen die Schwierigkeit. Sehenswert ist auch die Variante mit den neonfarben leuchtenden Reifen im Schwarzlicht. Ähnlich gut kommt Jessica Savalla mit ihrer Jonglage an. Erst lässt sie drei Keulen durch die Luft wirbeln, dann greift sie zur vierten und fünften. Dann tauscht sie ihr Oberteil gegen einen Gürtel mit Netzen und Bällen. Mit geschickten Würfen und Hüftschwüngen fängt sie die Bälle nach der Jonglage einen nach dem anderen.

Höhepunkt vor der Pause ist das Duo Monalaura am Vertikaltuch. In der Luft gestalten die beiden Frauen ein Kunstwerk aus ihren Körpern. Scheinbar ohne Anstrengung klettern sie nach oben. Dort hält die eine die andere an ihren Armen – diese dreht sich darunter in der Luft. Dann hängt die eine nur mit ihrem Fuß am Unterschenkel ihrer Bühnenpartnerin. Da die Darbietung nicht auf der Bühne, sondern mitten im Zuschauerraum gezeigt wird, ist es auch für die Zuschauer weiter hinten im Saal ein eindrucksvolles Erlebnis. Den Rest der ersten Hälfte bestreitet Entertainer Aaron. Er lässt einen Gast aus dem Publikum Gegenstände in einer Box erfühlen, er singt und rappt „Die Gedanken sind frei“ und „zaubert“ mit gedruckten Büchern und einem Smartphone aus dem Publikum. Der Höhepunkt folgt jedoch direkt vor der Pause. Aaron lädt eine Zuschauerin ein, ein Bild von ihm mit verschiedenen Stiften bunt zu malen. Welche sie Farben sie wie verwendet, entscheidet dabei die Zuschauerin – und doch hat Aaron es in einem verschlossenen Umschlag vorhergesagt.

Nach der Pause zeigt das Duo Attraction gelungene Partnerakrobatik. Was wie ein Tanz beginnt, entwickelt sich bald zu sehenswerter Akrobatik. Sie macht einen Handstand auf seinem ausgestreckten Arm. In der Luft präsentiert die Artistin Kontorsion vom Feinsten. Nach diesem zauberhaften Auftritt folgt das, auf das viele Zuschauer bei „Blackout“ gewartet haben. Aaron lädt Freiwillige auf die Bühne zu seiner Hypnoseshow ein. Schnell füllen sich die 15 Stühle – und obwohl Aaron ohne große Vorbereitung gleich die Hypnose einleitet, gelingt die Schnellhypnose bei den meisten der Freiwilligen. Mit seiner Stimme verwandelt der erfahrene Hypnotiseur die Freiwilligen in mit Kopfhörern und Plattenteller ausgestattete DJs, er lässt sie gute und störende Gerüche wahrnehmen und einen Mann die Zahl „3“ vergessen. Während ein anderer Gast glaubt, der Bühnenboden habe sich in frischen Beton verwandelt, tanzt eine andere Frau aus dem Publikum als Britney Spears über die Bühne. Die Show begeistert, fällt aber kürzer aus als bei anderen Aaron-Auftritten. Zum Ende des Abends bleibt noch Zeit für Artisten. Das Duo Aurum zeigt Rollschuhakrobatik, bei der glitzernde Kostüme und Geschwindigkeit für Begeisterung sorgen. Karten für das Programm „Blackout“ gibt es ab 20 Euro.

(SMC)