17. Mai. 2022

Kultur

Eine Bar. Ein Piano. Ein Spielautomat. Und ein Roulette-Tisch. Vor dieser Kulisse begrüßt Jorgos Katsaros – nach eigenem Bekunden aus Griechenland bei Stuttgart - sein Publikum. Dann stellt er dem Publikum die Artisten vor. Als erster zum Einsatz kommt Kai Eikermann. Der Comedian hat seinen Körper im Griff wie kaum ein anderer. Beim ersten Auftritt gibt er vor, frisch in einen neuen Körper eingezogen zu sein, den er noch nicht ganz im Griff hat. Seine wilden und doch kontrollierten Bewegungen lassen staunen und begeistern das Publikum. Selten hat man Bauchspeck in so kontrollierter Form gesehen. Dann kommt Martin Riedel auf die Bühne. In deren Mitte hat man zwischenzeitlich einen senkrechten Mast, den Pole, aufgebaut. Riedel beweist sein Können in einer ausdrucksstarken Choreografie. Bei der schwebt er um den Mast als gäbe es keine Schwerkraft. Er hält sich nur mit den Händen kopfüber am Mast. Später lässt er sich am Mast zurück in Richtung Bühnenboden fallen und stoppt den Sturz erst Zentimeter vor dem Boden. Drehungen und Überschläge erhöhen das Schwierigkeitsniveau noch einmal deutlich. Beeindruckend ist auch, dass Martin Riedel zum Ende der Choreografie wie in Zeitlupe den Mast hinaufsteigt. Allein mit dieser kräftezehrenden Übung hätte er den tosenden Applaus schon verdient gehabt.


Moderator Jorgos Katsaros verblüfft das Publikum mit einem Zaubertrick. Bei dem lässt er aus einem Glas und einer Flasche immer neue Flaschen entstehen, bis schließlich sein ganzer Tisch voll mit scheinbar aus dem Nichts entstandenen Flaschen steht. Im Luftring zeigt danach Beatrice Kessi ihr vielseitiges Können. Während sie in einer Hand ein Mikrofon hält und singt reicht ihr die andere Hand für ausgefeilte Bewegungen in der Luft. Erst nach einiger Zeit gibt sie das Mikro ab, da sie für die Kontorsion in der Luft beide Hände braucht. Dabei zeigt sie einen Spagat mehrere Meter über der Bühne, macht schnelle Überschläge durch den Ring. Schließlich öffnet sie die zuvor zusammengesteckten Haare und lässt diese durch die Luft wirbeln. Dann greift sie wieder zum Mikro und singt unbeeindruckt von der anstrengenden Choreographie weiter. Anschließend sorgt Kai Eikermann wieder für Heiterkeit. Er hat sich verkleidet und gibt sich als Ostdeutscher Casinobesucher aus, der sich plötzlich zu den Klängen von „Sexbomb“ beginnt auszuziehen. Jorgos Katsaros kann ihn gerade noch stoppen und lenkt das Publikum mit einem Kartentrick ab. Diesmal hat er sich etwas Besonderes einfallen lassen. Zunächst erklärt er dem Publikum den Trick, doch dann erweist sich die Zauberei doch als große Überraschung. Gleich danach ist Kai Eikermann zurück auf der Bühne. Mit Akkuschrauber und Pömpel gibt er einen Handwerker, der sich robotergleich zur Musik bewegt. Auch der Moderator legt nach und begeistert mit einem über die Bühne fliegenden Tisch.


Ein zweiter Auftritt von Beatrice Kessi findet mitten im Zuschauerraum statt. Dort werden mitten in der Show einige Tische etwas zur Seite geschoben. Dann klettert die Artistin am Vertikaltuch nach oben. In der Luft zeigt Kessi nicht nur einen Spagat, sondern eine ganze Choreografie. Dabei wickelt sie das Tuch in schneller Drehbewegung um ihren Körper, hängt sich kopfüber in die Luft und lässt das Publikum über die Leichtigkeit der Bewegungen staunen. Anschließend zeigt das Artistenduo „Urban Style Acrobatic“ gelungene Partnerakrobatik. Die Mischung aus Tanz und Akrobatik des ganz in schwarz gekleideten Paars beginnt mit einem Handstand auf seinem Kopf, beinhaltet gewagte Überschläge und Balancen. Auch der Moderator erweist sich als musikalisch. Er beginnt Geige zu spielen und begleitet damit David Confal bei seinem kreativen Diabolo-Auftritt. Der Artist springt durch das Seil, auf dem sich die Diabolos drehen. Im Bühnennebel und grün beleuchtet lässt er die Diabolos durch die Luft wirbeln und um seinen Körper kreisen. Das Publikum klatscht begeistert mit. Aus einem werden zwei, drei und später vier Diabolos. Zum Ende des Auftritts erlischt das Licht, sodass die beiden beleuchteten Diabolos besonders zur Geltung kommen.


Auch das Publikum wird bei der Zauberei eingebunden. Nach der Pause bittet Jorgos Katsaros einen Mann aus dem Publikum auf die Bühne. Mit diesem gemeinsam zaubert er mit großen Metallringen. Später zeigt er mit einer Zuschauerin einen Kartentrick. Sehenswert ist auch der Auftritt von Anastasiya Alekseyeva. Begleitet von Piano und Trompete zeigt sie sehenswerte Kontorsion. Dabei steht sie auf einem Bein auf einem Podest und biegt das andere viel weiter als in den Spagat. Und auch Kai Eikermann hat noch etwas vorbeireitet. Als Schotte gekleidet spielt er ein australisches Didgeridoo und lüftet schließlich auch das Geheimnis, ob Schotten etwas unter dem Rock tragen….Wer nachsehen möchte bekommt Karten ab 20 Euro telefonisch (0234/13003) oder über Internet. (SMC)