20. Feb. 2020

Kultur

„Mein Name ist Pott, RuhrPott“, lautet das Motto der 28. Session des Alternativkarnevals „auf Zeche“ in Dortmund-Bövinghausen. Wie in den Vorjahren setzt das Ensemble des Geierabends für humorvolle Stunden auf dem Gelände der einstigen Zeche Zollern. Und natürlich wird auch in diesem Jahr der Pannekopp-Orden verliehen. Der der schwerste Karnevalsorden der Welt besteht aus 28,5 kg rostigem Stahlschrott und geht entweder an den Vorstand der Dortmunder Chorakademie oder an den Schalker Ehrenrat. Wer ihn bekommt entscheidet das Publikum der bis zum 25. Februar 2020 geplanten Sitzungen.

Der Abend beginnt – mit drei Mal James Bond und mit Sitzungspräsident Roman Henri Marczewski der sich mit den Worten „Mein Name ist Dent, Präsi Dent“ vorstellt. Dann wird es ganz modern. Die Fitness-Influencerinnen Edgy und Veggie bringen sich in Schwung und das Publikum zum Lachen. Auch die Politik bekommt in gewohnter Weise ihr Fett weg. Obel Obering schlüpft in die Rolle von Verteidigunsministerin Annegret Kram-Karrenbauer und testet ihre Büttenrede an zwei Gefreiten. Ob das Konzept „Make Anne great again“ einschlägt? Wer über hilflose SUV-Fahrer, das Ausstreben genießende Saurier und in der Wortmanufaktur neugefertigte Worte lachen kann, bekommt eine Menge geboten. Phantasievolle Kostüme, Wortwitz und zahllose Pointen sorgen für Spaß auf den gut gefüllten Bierbänken in der Zeche Zollern.

Wie eine Freundin aus einer Freundschaft eine Dreiecks-Beziehung machen kann, erfahren die Zuschauer genau wie warum Wutbürger Jens-Uwe Hackenberg die AfD für fehlende Flüchtlinge verantwortlich macht. Auch das James Bond-Thema wird immer wieder aufgegriffen. Düstere Einspieler mit „Dr. Wattenscheid“, verkörpert von Wolfgang Wendland, dem Sänger der Punkband „Die Kassierer“, zeigen, dass Bond auch heute noch gefragt ist. Ein Battle, welche Ruhrgebietsstadt die schlechteste ist und ein Froschklavier mit schwedischem Tenor sind weitere Höhepunkte der ersten Hälfte des Programms.

In der Pause kann man im Foyer ins Gespräch kommen, gastronomische Angebote genießen oder am Gewinnspiel der diesjährigen Partnerstadt Gelsenkirchen teilnehmen. Wer mag kann aber auch durch die Außenanlagen des Industriemuseums schlendern, das für die Besucher des Geierabends auch schon vor Showbeginn geöffnet ist. Auch nach der Pause wird eine Menge geboten. Zu den Highlights gehört der Auftritt von Janine Kowalski mit den Kindern Melody, Harmonie und Kingston vor Gericht, die trinkfesten Borussinnen Nicki und Procilla und die Bewerbung des 42jährigen Benedikt Jäger, der beim Vorstellungsgespräch im SEK von seinen Eltern begleitet wird. Karten für den humorvollen Abend, der wie gewohnt von einer Liveband begleitet wird, gibt es für 39 Euro.

(SMC)