03. M&a. 2024

Kultur

Schon der Titel zeigt die Doppeldeutigkeit der Inszenierung. Handelt es sich nun um eine schnelle und verkürzte Faust-Version im Sinne von Fast Food oder ist es eben doch nur fast Faust, also nicht ganz der große Klassiker? Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Unter Regie von Philipp Kohlen-Priebe beschränkt sich das Stück auf das Wesentliche. Zwei Schauspieler schlüpfen in unzählige Rollen. Eine Leiter, ein Vorhang und ein Stuhl stellen wahlweise das Zimmer von Gretchen oder aber den grünen Wald dar. Auch die Herangehensweise an den Stoff ist unkonventionell. Denn zwischen den Szenen aus "Faust", die größtenteils mit den Originaldialogen aus der Feder von Goethe bestritten werden, streiten die beiden Darsteller leidenschaftlich über den Fortgang des Stückes und den Verbleib der dritten Darstellerin.

Ganz im Sinne von Mephistopheles, der Faust in lustige Gesellschaft bringen möchte, gerät das Publikum des Theaters FLIN in Höchstform. Szenenbeifall und langer Applaus zum Ende des Stücks würdigen die kreative Inszenierung und die gelungene schauspielerische Leistung von Oliver Priebe und Thomas Verheyen. Wem selbst 90 Minuten Goethe zu viel sind, für den bietet die Zugabe einen ganz besonderen Leckerbissen. Denn zum Schluss geben die Darsteller noch einmal Vollgas und zeigen das gesamte Stück als Kurzfassung in zwei Minuten. Der wohl kürzeste Faust aller Zeiten.

Weitere Aufführungstermine:
Freitag, 28. Oktober 2005, 20:00 Uhr
Samstag, 29. Oktober 2005, 20:00 Uhr
Samstag, 19. November 2005, 20:00 Uhr
Dienstag, 29. November 2005, 20:00 Uhr
Sonntag, 18. Dezember 2005, 19:00 Uhr (SMC)