18. Feb. 2020

Kultur

Der Abend beginnt mit den Klängen des Schlagzeugs. Und mit Schildern, die an die Titel der Flic Flac-Programme aus den letzten 30 Jahren erinnern. Doch die Tour „PUNXXX“ blickt nicht nur zurück, sie bietet vor allem gute und moderne Unterhaltung – und ganz viel Nervenkitzel. Denn plötzlich fliegen zwei Motorräder mitten durch das Zirkuszelt. Während des kurzen Fluges zeigen die Fahrer der Mad Flying Bikes auf ihren Maschinen gewagten Freestyle. Gleich zu Beginn des Programms haben die 1.450 Gäste der Flic Flac-Vorstellung das Motorengeräusch in den Ohren, den Geruch der Motoren in der Nase und Adrenalin in den Adern.

Weiter geht es mit dem Jongleur Zdenek Polách. Er wirbelt zunächst drei große, weiße Bälle durch die Luft. Dann steigt die Schwierigkeit, als ein vierter, fünfter und sechster Ball hinzukommt. Die Bälle werden dem Jongleur von anderen Artistinnen gereicht, sodass die kreisrunde Bühne in der Mitte des Zeltes neben Polách immer noch andere Hingucker bietet. Zum Finale des Auftritts hält der Jongleur zeitgleich sieben Bälle in der Luft. „Guerilla Comedy“ nennt David Eriksson seinen Auftritt. Der schwedische Entertainer stellt sich dem Publikum als „professional idiot“ vor und ist während des Programms immer wieder auf der Bühne und im Zuschauerraum im Einsatz. Tischtennisbälle mit dem Mund jonglieren? Einen Freiwilligen finden, der ihn mit Äpfeln bewirft? Eine Barbie-Puppe auf der Nase balancieren und ihr dabei unter den Rock pusten? Das alles gehört zu den vielfältigen und ungewöhnlichen Talenten des spärlich bekleideten und reichlich tätowierten Entertainers.

Ausdrucksstarke Equilibristik zeigt anschließend das Trio 3G. So bauen die Artistinnen aus ihren Körpern ein Podest, auf dem die kleinste von Ihnen Handstandakrobatik zeigt. Nach dieser starken Leistung ist es nicht einfach, noch einen darauf zu setzen. Doch Alex Michael gelingt das am Decken-Trapez. Der Artist schwingt nicht nur mit den beiden Trapezen durch die Luft und riskiert gewagte Sprünge – er läuft auch zwischen den beiden Trapezen kopfüber und nur durch Schlingen gehalten umher. Dass er mehr als einen Absturz vortäuscht bringt den Adrenalinspiegel der Zuschauer gleich wieder nach oben…  Gegen diesen starken Auftritt hat es Romy Michael mit ihrer Antipoden-Show nicht leicht. Zunächst balanciert sie mit den Füßen drei Rollen, während sie auf einem Stapel Paletten liegt. Dann jongliert sie auf Reifen liegend mit Ringen. Und schließlich liegt sie auf einem Motorrad und hält mit Händen und Füßen Tücher in der Luft. Zum Abschluss des Auftritts wird Romy Michael an einem Seil kopfüber nach oben gezogen und jongliert dabei mit vier Tüchern.

Vor der Pause dreht sich danach alles um das Element Wasser. Olha Peresada zeigt zu den Klängen von „Purple Rain“ eine eindrucksvolle Choreografie am Pole. Während sie am Mast eindrucksvolle Akrobatik zeigt, regnet es von der Decke warmes Wasser auf die Artistin. Im gleichen Setting ist danach das Duo Turkeev zu sehen. Auch hier macht das Wasser aus einem gelungenen Auftritt einen ausdrucksstarken, der das Publikum verzaubert und lange in Erinnerung bleibt. Nach der Pause geht es mit einem Flic Flac-Klassiker weiter.  David Eriksson kommt ganz allein auf die Bühne und scheint an einem Seil den Globe of Speed hinter sich herzuziehen. In der riesigen Metallkugel finden Motorradfahrer Platz, die durch das Innere der Kugel rasen und das Publikum zum Staunen bringen. Zu Beginn rasen drei Motorräder mit halsbrecherischer Geschwindigkeit durch die Kugel. Doch das ist nicht alles. Erst kommen zwei weitere Motorräder hinzu – am Schluss sind acht Motorräder zugleich in der Kugel unterwegs.

Mit Kateryna Fedorovych an den Luftringen folgt anschließend eine weitere artistische Höchstleistung. Die Artistin zeigt an den Ringen unter anderem Spagat und mehrere Rollen. Kurz darauf ist das Duo Splash zu sehen. Die beiden Frauen zeigen ihre Kontorsion nicht nur am Rand eines durchsichtigen Wasserbeckens, sie stürzen sich auch immer wieder in das kühle Nass. Schrägen Humor gibt es anschließend auch bei „Naked Lunch“. Die beiden anfangs als Köche gekleideten Männer liefern sich einen wilden Wettstreit, an dessen Ende beide nur noch von ihren Pfannen bedeckt auf der Bühne stehen. So weit geht nicht einmal David Eriksson. Artistischer Abschluss des Abends ist der Auftritt der Reifenspringer „Holy Warriors“. Die asiatischen Artisten springen aus dem Stand und mit Anlauf durch Ringe und begeistern mit ihrer Leistung. Karten ab 24 Euro gibt es an der Abendkasse und online.

(SMC)