18. Feb. 2020

Kultur

Auch in diesem Winter zeigen die Artisten von Flic Flac, dass die Weihnachtszeit nicht nur besinnlich sein muss. Im schwarz-gelben Zelt in der Nähe des Stadions der schwarz-gelben Dortmunder Fußballmannschaft zeigt das Ensemble eine rasante Mischung aus atemberaubender Artistik, schrägem Humor und stimmungsvoller Musik.

Der Abend beginnt mit einer Überraschung. Der Berliner Entertainer und Jongleur Andreas Wessels führt als Moderator durch das Programm – und zeigt einige seiner vielseitigen Auftritte. Mal ist er in einer Bar zu sehen, in der er sich den Drink auf Art der Jongleure mixt. Später wird er mit bis zu sechs großen Bällen jonglieren, mit aus dem Mund auf das Instrument gespuckten Tischtennisbällen für Melodien sorgen und das Publikum zum Lachen bringen.

Die Show beginnt mit einer Combo bunt gekleideter Weihnachtsmänner. Doch die sind nur Staffage für den Auftritt von drei Artisten mit ihren Mountainbikes. Mit diesen balancieren und springen die drei durch einen Parcours aus Rampen und Ebenen und schrecken auch nicht davor zurück über auf dem Boden liegende Weihnachtsmänner zu springen. Nur wenige Zentimeter Abstand haben die herabschnellenden Reifen von den Körpern auf dem Boden der Manege. Doch mit viel Präzision und Können gelingen dem Trio die gewagten Sprünge.

Wie kreativ man Seilchenspringen kann, erleben die Besucher der X-Mas-Show. Mehrere Artisten stehen im Kreis und lassen die Seilchen zwischen sich kreisen. Andere Artisten bauen einen Turm aus ihren Körpern und sorgen so dafür, dass die Sprungseile in verschiedenen Höhen durch die Luft wirbeln. Selbst auf Arme und Beine gestützt und mit dem Gewicht von zwei weiteren Artisten im Nacken, gelingt einem der Sprung über das Seil. Das Publikum ist begeistert von der kraftvollen Darbietung. Dann geht es hoch in die Luft. Zwei Männer zeigen an den Strapaten einen eindrucksvollen Auftritt. Ihre durchtrainierten Körper fliegen an den Seilen durch das Zirkuszelt. Mal sind die Bewegungen synchron – dann wieder aufeinander abgestimmt verschieden. Als einer der Artisten in der Luft einen Handstand auf den Füßen seines kopfüber im Seil hängenden Partners macht, scheint die Zeit im Flic Flac Zelt stillzustehen. Doch auch dieses gewagte Experiment gelingt.

 Einen optisch und artistisch starken Auftritt erleben die Zuschauer anschließend. Auf einem kleinen Podest ist eine Artistin zu sehen, die auf dem Kopf einen Kerzenleuchter mit brennenden Kerzen trägt. Mit diesem zeigt sie eindrucksvolle Kontorsion, geht in den Spagat und bewegt ihren Körper schließlich, während sie mit Armen, Beinen und dem Mund sechs Kerzenleuchter balanciert. Genauso eindrucksvoll ist der folgende Auftritt von zwei Artisten. Während der eine liegt, wirbelt er den anderen mit den Füßen durch die Luft. Dieser zeigt Überschläge, Salti und begeistert mit den vielen schnellen Drehungen. Vor der Pause geht es dann noch hoch hinaus. In der Manege sind Seile und Trapeze gespannt, auf denen sechs Artisten wagemutige Balance zeigen.

Manchmal braucht ein guter Auftritt nicht viele Requisiten. Eine Frau mit einem Howerboard, auf deren Kopf eine andere balanciert, ist ebenso sehenswert. Schließlich kommt Erasmus Stein auf die Bühne. Der Zauberer und Entertainer nennt sich selbst den einzigen Artisten ohne Muskeln. Mit einer Freiwilligen aus dem Publikum sorgt er für unterhaltsame Minuten und beste Stimmung im Zelt. Dann steht wieder die Körperkraft im Mittelpunkt. Vier durchtrainierte Männer zeigen ihre Choreografie. Anschließend zeigen andere Artisten, wie sie aus ihren Körpern Türme bauen, bevor zum Ende des Programms eine große Metallkugel ins Zelt geschoben wird. In dieser rasen erst drei, später fünf und dann neun Motorräder in atemberaubender Geschwindigkeit im Kreis. Überall im Zelt sind plötzlich Smartphones zu sehen, denn von diesem Spektakel möchten viele Gäste ein Video mit ins neue Jahr nehmen. Karten gibt es telefonisch (0800/06060611), über Internet und an der Abendkasse ab 24 Euro.

(SMC)