30. Nov. 2021

Kultur

Ausgelassene Festivitäten und berauschende Nächte standen schon in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts hoch im Kurs. Hundert Jahre später setzt das Bochumer Varieté „et cetera“ auf den Charme der goldenen 20er. Durch das Programm führen Markus Schimpp und Chantall, die beide mit Gesang und Comedy auch zum Gelingen des Abends beitragen. Dazu gibt es Video- und Bildeinspieler aus dem vergangenen Jahrhundert, denn einige der Auftritte sind damaligen Showgrößen gewidmet. Wer Freude an der Musik und dem Humor der damaligen Zeit hat, kann den Besuch der rund 90minütigen Show „Golden Times“ daher besonders genießen. Doch auch alle anderen können sich von den artistischen Darbietungen verzaubern lassen.

Der Abend beinhaltet eine Überraschung, denn der erste Auftritt ist nicht im Programm angekündigt. Zu den Klängen von „Just like an Angel“ präsentiert Ingrid Korpitsch ihr Können am Luftring. Unter ihrem Zylinder verbirgt die Wienerin eine Kurzhaarfrisur, mit der sie auch in den 20er-Jahren schon aufgefallen wäre. Ihre ausgefeilte und beeindruckende Choreografie fasziniert nicht nur durch die vielen Drehungen, die die Schwerkraft außer Kraft zu setzen scheinen. Auch Maxim Kriger mit seinem Rola-Rola-Auftritt begeistert. Er springt auf den wackeligen Plattformen nicht nur Seilchen, sondern steht sogar auf einem Bein. „This is dangerous“ ist nicht nur die Botschaft aus seinem Soundtrack, sondern unübersehbar die Wahrheit.

Weniger riskant und doch sehenswert ist der Auftritt von Elena Shapoval am Pole. Die Ukrainerin beweist bei ihrem Auftritt, dass Poledance nicht nur Show, sondern eine echte sportliche Leistung ist. Nach sanften Drehungen lässt sie ihren trainierten Körper den Pole hinab gleiten und bremst den Schwung nur mit dem Körper. Wenn der Auftritt von Elena Shapoval besonders Männer begeistert, dann ist der Auftritt von Marco Noury der Ausgleich für die Frauen. Mit gold-glitzernder Kleidung, viel nackter Haut und Körperbeherrschung hängt der Baseler an den Strapaten. Schwungvoll schaukelt er an diesen durch den Zuschauerraum, verbindet Drehungen mit gewagten Elementen, bei denen er nur mit einem Fuß in einer Schlaufe hängt. Zum Abschluss des Auftritts zeigt Marco Nouri einen Spagat zwischen den Strapaten – natürlich ohne Hände.

Die Cedeño Brothers sind gleich zweimal zu sehen. Im ersten Teil der Show sind die drei Brüder aus Ecuador mit dem Schleuderbrett zu sehen. Geschickt katapultieren die Männer sich gegenseitig in die Luft, drehen Salti und Schrauben. Einer der Männer dreht sich mit einem Salto sogar soweit in die Luft, dass er auf einem von seinem Bruder getragenen Gestell mit Hochsitz Platz nehmen kann. Im zweiten Teil des Programms geht es bei den Brüdern um ikarische Spiele. Auf dem Rücken liegend wirbelt einer der Brüder den anderen durch die Luft. Schnelle Drehungen, präzise Sprünge und eine Menge Kraft machen diesen Auftritt sehenswert. Bis zum 6. März 2022 heißt es im Varieté et cetera „Golden Times“. Karten für die Shows gibt es ab 33 Euro telefonisch (0234/13003), an der Abendkasse und über Internet.

(SMC)