17. Mai. 2022

Kultur

Der Abend beginnt mit einem Blick auf Badewannen. Die Wannen stehen auf verschiedenen Ebenen auf der Bühne. Während in einer eine Sängerin steht, sind in den anderen nur zur Decke gestreckte und sich im Takt der Musik bewegende Füße zu sehen. Während eine Arie erklingt erwachen die Künstler in den verschiedenen Wannen erkennbar zum Leben. In der einen Wanne wird ein Duschkopf zum Telefon, in einer anderen nutzt man die Brause als Musikinstrument. Nach dem gelungenen Einstieg kommt Ximena Ameri auf die Bühne. Sie klettert aus einem Rohr, spielt mit einer Gummiente und spielt ihre Rolle auf eindrucksvolle Weise. Die Resonanz im Publikum ist geteilt. Während ein Großteil der Gäste mit und über Ximena Ameri lacht, findet ein anderer Teil es zum Fremdschämen, wenn sie mit kleinen Trippelschritten über die Bühne läuft und dabei schrille Laute von sich gibt. Nicht nur auf der Bühne, sondern auch in den ersten Reihen wird es kurz darauf nass. Ximena Ameri greift sich einen „Freiwilligen“ aus dem Publikum und versucht gemeinsam mit diesem Wasser in die Schüssel für ihre Badeente zu pumpen. Dass das gründlich misslingt, ist sicher keine Überraschung. Dafür verteilt sich reichlich Wasser in den ersten Reihen. Danach gilt die Aufmerksamkeit wieder den Artisten. In jeder der Badewannen hat einer davon seinen Platz. Als erste zeigt Ludmilla Nikoleva ihr besonderes Können. In Rückenlage dreht sie nicht nur Tücher auf Händen und Füßen, sondern auch Rollen und Tonnen. Mit Leichtigkeit bringt sie diese in Schwung und wirbelt sie zu den Klängen einer Oper fehlerfrei durch die Luft.


Anschließend zeigt Adem Endris eine ungewöhnliche Jonglage. Während er mit drei Bällen jongliert zieht er sich Stück für Stück bis auf die Unterhose aus. Hemd, Schuhe und Hose landen dabei schwungvoll in der Badewanne hinter ihm. Auch andere Artisten zeigen ihre eindrucksvollen Körper. Zwei Artisten verschmelzen mit ihren Bewegungen fast zu einem Körper. Drei Männer kommen, jeweils nur mit einem weißen Handtuch bekleidet, auf die Bühne und zeigen eine originelle Choreografie. Welche Kraft Muskeln entfalten können, zeigt sich kurz darauf, als einer der Artisten das ganze Gewicht eines Anderen nur mit seinen Bauchmuskeln auf- und abbewegt. Danach steht wieder die Musik im Mittelpunkt. Die Sängerin gibt das Lied „Pack die Badehose ein“ zum Besten. Wie vielseitig ein Bad in einer randvollen Badewanne sein kann, zeigt anschließend einer der Artisten. Er balanciert auf dem Rand der Wanne, wirft sich zu rockiger Musik hinein und zeigt eine artistische Meisterleistung. Daniel Stern nutzt die Strapaten, um aus einer Wanne nach oben zu steigen. Auf dem Weg dreht er sich in der Luft. Er zeigt Kraft und Körperspannung während sich von oben Wasser über seinen Körper ergießt. Nach dem beeindruckenden Auftritt ist die Bühne voller Wasser. Während hinter dem Vorhang gefeudelt wird, kann das Publikum in der Pause mit den Tischnachbarn ins Gespräch kommen.


Kaum sind alle wieder im Saal, erklingt erneut „Pack die Badehose ein“. Danach folgt Luftakrobatik. Eine Artistin im roten Kleid wirbelt durch die Luft, dreht sich, stürzt kopfüber herab und fängt sich wieder. Bühnennebel und Scheinwerferlicht schaffen den passenden Rahmen für den gewagten Auftritt. Dann steht eine weitere Jonglage auf dem Programm. Auf einer umgedrehten Badewanne wirbelt Adem Endris erst drei, dann vier, fünf, sechs und schließlich sieben Bälle durch die Luft. Anschließend folgt eine phantasievolle Szene, bei der die Artisten pantomimische Bewegungen machen, die mit passenden Geräuschen hinterlegt sind. Zu einer Ballade folgt dann eine ungewöhnlich inszenierte Akrobatik. Ein Mann und zwei Frauen kämpfen in derselben Badewanne um Sympathie. Langsame und schnelle Bewegungen erzählen eine Geschichte von Liebe, Leidenschaft und Eifersucht. Dann folgt eine musikalische Überraschung. Die Sängerin präsentiert „Pack die Badehose ein“ in ganz unterschiedlichen Varianten. So kann das Publikum hören, wie das Lied bei Händel, als russische Volksweise oder bei den Beatles klingen würde. Nach einem kurzen Zwischenspiel, bei dem zwei Füße eine Beziehungsgeschichte darstellen, zeigt Lena Ries eindrucksvolle Kontorsion. Sie verdreht ihren Körper, bewegt sich eindrucksvoll und schafft es sogar, den eigenen Fuß auf ihren Kopf zu stellen. Zum Ende der sehenswerten Show tritt Moritz Haase am Trapez auf. Der Artist wirbelt nicht nur um die Trapezstange, sondern beweist Kraft und Anmut zugleich. Und natürlich ist auch dieser Auftritt entsprechend des Namens der Show ziemlich nass. Karten für die Show gibt es ab 26 Euro telefonisch (0201/2479393) und über Internet. (SMC)