22. Jan. 2026

Kultur

Sie arbeitet als Prostituierte, um sich und ihrem Freund ein halbwegs angenehmes Leben zu ermöglichen. Doch dann tritt ein Mann in ihr Leben, der sich wirklich für sie interessiert. Irma und der junge Mann verlieben sich ineinander. Ein Gefühl, das dem Pariser Mädchen bis dahin nicht vertraut war. Sie und Nestor genießen die neue Zweisamkeit. Weniger Genuss ist Irmas Arbeit in Nestors Augen. Die Eifersucht nagt an ihm. Auch Irma macht sich Gedanken. In ihren Träumen wünscht sie sich einen Kunden, der ein Gönner ist. Schicke Kleider, Feiern, Champagner. Ein Gönner, durch den Irma so viel Geld verdient, dass sie nur ihn und ihren Nestor in ihrem Liebesleben dulden muss.

So beschließt Nestor sich Irma in einer anderen Gestalt als diesen Mann vorzustellen. Monsieur Victor wird zum „Leben“ erweckt und alles scheint gut zu klappen. Irma La Douce ist glücklich. Sie glaubt an Glück und die Liebe, glaubt an Nestor, der bald selbst nicht mehr an sich glaubt. Wer ist er wirklich und warum wächst in ihm der Gedanke, dass er sich selbst betrügt? Immer wieder schlüpft er in die andere Rolle. Er geht heimlich früh morgens arbeiten und kann deshalb als Nestor die Zeit mit seiner Herzensdame nicht genießen. Also nimmt er den Kampf auf gegen Monsieur Victor, der ihm Irma immer mehr abspenstig macht. Ein Kampf, der nur schwer gelingen kann, sind Victor und Nestor doch ein und derselbe Mensch.

Noch bin zum 6. Januar zeigt das Theater im Rathaus Essen das bezaubernde Musical von Alexandre Breffort. Die Szenen auf der kleinen Bühne versprechen viele Lacher. Doch auch Seufzer sind im dunklen, lauschigen Theatersaal zu vernehmen, da sich die Liebe auch von ihrer tragischen Seite zeigt. Das Theater im Rathhaus wird an diesem Abend zum Treffpunkt von Jung und Alt. Hier lernt man für das Leben oder fühlt sich in einigen Szenen an die damalige Zeit erinnert. Eines ist jedoch sicher: Irma La Douce spielt sich in die Herzen des Publikums. (SMC)