25. Jun. 2022

Kultur

Günther Mack verkörpert den reichen weisen Juden Nathan. Mit Geschick und Weisheit ist es ihm gelungen ein Vermögen aufzubauen und gemeinsam mit seiner angenommenen Tochter ein glückliches Leben zu leben. Doch das ist ihm nicht lange vergönnt. Erst brennt sein Haus ab und Recha kommt nur knapp mit dem Leben davon, dann deckt die Christin Daja sein großes Geheimnis auf: Recha (Mirjam Slamar) ist nicht Nathans wirkliche Tochter, sondern eine als Kind angenommene Christin. Das kann Daja (Hannelore Zeppenfeld) nicht akzeptieren und genauso wenig der Patriach von Jerusalem. Schnell wird Nathans Kopf gefordert.

Doch glücklicherweise ist Sultan Saladin (Andreas Klein) toleranter als man gemeinhin glaubt. So schenkte er nicht nur dem Tempelherrn das Leben, nachdem dieser in Gefangenschaft geriet, sondern steht auch im Dialog mit Nathan. Auch der Tempelherr lenkt am Ende ein und versöhnt sich mit Nathan als dieser enthüllt, dass er gegen eine Beziehung zwischen dem Tempelherrn und Recha ist, weil beide Geschwister sind.

Das Stück regt an, sich mit den Themen Religion, Toleranz und Glauben zu beschäftigen. Zugleich fragt es, ob Religionen durch Geburt oder Sozialisation entstehen. Das Ensemble begeistert das Publikum durch eine kurzweilige und gefühlvolle Inszenierung des klassischen Stücks. (SMC)