02. Feb. 2023

Kultur

Moderator Markus Othmer begrüßt das von festlich bis leger gekleidete Publikum und sagt, dass auch er dankbar und froh ist, wieder zusammen feiern und singen zu können, wenn Klassik auf Pop trifft, um drei Stunden lang den Alltag zu vergessen. Begleitet vom Applaus des Publikums eröffnen das Antwerp Philharmonic Orchestra (APO) und der Chor Fine Fleur den musikalischen Reigen. Dann folgt der bejubelte Auftritt der temperamentvollen Saxofonistin YolanDa Brown. Begleitet von den Backgroundsängern und -sängerinnen des Abends performt sie mitreißend den Titel „How deep is your love“.

Weiter geht es mit dem kalifornischen Sänger und Songwriter Matt Simons, der dunkel gekleidet und mit Basecap die Bühne betritt und das Publikum mit drei Titeln auf eine musikalische Reise mitnimmt. Besonders mit dem gefühlvollen Song „Catch & Release“ erreicht er viele Zuschauer, wie an den vielen bunt aufleuchtenden Lichtern in der Arena zu sehen ist. Bei diesem Titel sucht er den engen Kontakt zum Publikum, indem er während des Gesangs durch die Halle geht und seine Fans auffordert, das melodische „da da dum da dum dum dum“ mitzusingen. Und alle machen mit.

Beim von der erfolgreichen Dirigentin Alexandra Arrieche präsentierten Walzer „An der schönen blauen Donau“ singen und summen viele Zuschauer mit, während es sich einige Paare nicht nehmen lassen, in der vermutlich größten Disko Europas zu tanzen. Danach gehört die Bühne Carol Decker von T’Pau aus Liverpool - mit „Valentine“. Sie beweist ihre immer noch starke Stimme. Teil des Titels ist ein großartiges Gitarrensolo des Night of the Proms Backbone Gitarristen Arnold van Dongen. Es folgt ihr erster Hit „Heart & Soul“ und danach zeigt sie, dass ihr auch die leisen Töne liegen mit „China In Your Hand“. Mit diesem Titel hielt sich die Band mit Carol Decker als Frontfrau 1987 fünf Wochen auf Platz 1 der britischen Charts und übertraf zu dieser Zeit in den Charts sogar die Beatles. Darauf ist Carol Decker zu Recht heute noch stolz. In Oberhausen spielt das Saxophon Solo des Titels YolanDa Brown, so dass die Zuschauer zweifache britische Frauenpower auf der Bühne erleben.

Nicht nur Klassik-Liebhaber summen danach die berühmte Barcarole von Jaques Offenbach mit. Es folgt erneut ein Auftritt von YolanDa Brown, die nicht nur mit Musik, sondern auch mit Worten ausdrückt, was es für eine große Ehre für sie ist, bei der Night of the Proms aufzutreten. Sie lädt die Konzertbesucher ein, sie auf einer musikalischen Reise nach Jamaica mit „Rangling“ und „Is This Love“ von Bob Marley zu begleiten. Es gelingt der charmanten Saxophonistin die Leichtigkeit und Botschaft von Liebe zu vermitteln. Markus Othmer leitet über zu John Williams „Superman March“, den das exzellente Ensemble des APO mit spielerischem Können vorträgt. Das ist nicht nur ein Genuss für die Ohren sondern auch für die Augen, weil die Choreografie der Lichtshow hier ganz besonders stimmige Akzente setzt.

Der Abschluss des ersten Programmteils ist der Erinnerung an John Miles, dem „Mister Music“ der Night of the Proms gewidmet. Bewegend ist es, die Stimme des der Night of the Proms in besonderer Weise verbundenen Sängers noch einmal mit „I Did It My Way“ zu hören. Mit großem Applaus und Standing Ovations dankt das Publikum dem vor einem Jahr gestorbenen Künstler für seine großartigen Auftritte in den vergangenen Jahren. Seinen Song „Music“ performt an diesem Abend gesanglich und instrumental sein Sohn John Miles Junior begleitet von Background-Gesang, Chor und Orchester.

Das Programm nach der Pause wird mit der Ouvertüre zur Diebischen Elster eröffnet. Dann betritt Amy Macdonald die Bühne, ein Star, auf den viele Zuschauer gespannt gewartet haben. Mit einem freundlichen „Guten Abend, Oberhausen“ begrüßt sie die Zuschauer und begleitet sich dann mit der Gitarre bei ihrem selbst geschriebenen Rocksong „Mr. Rock’n’Roll“. Die gute Stimmung in der Arena steigert sich bei „Down By The Water“ und noch mehr bei „This Is The Life“, ein Song, der vielen Fans seit Jahren gute Laune macht. Amy Mcdonald tritt auf ohne Glamour, in einem Jeansanzug, macht Smalltalk mit dem Publikum und freut sich darüber, dass man sie in Oberhausen trotz ihres schottischen Akzents gut versteht.

Als Kontrastprogramm erklingt die 9.Sinfonie, die Ode an die Freude, vertont von Ludwig van Beethoven. Unmittelbar danach hat Nik Kershaw seinen Auftritt mit drei Titeln. Schon 1984 war er europaweit sehr erfolgreich mit „Wouldn’t It Be Good“. Der Song ist ein Evergreen und erst recht „I Won’t Let The Sun Go Down On Me“. Beide Songs kamen auch in Oberhausen sehr gut beim Publikum an. „Va Pensiero“, „Zieh, Gedanke“, einer der berühmtesten Verdi-Chöre ist danach zu hören. Das Programm der Gegensätze, die doch so gut harmonieren, wird fortgesetzt, denn jetzt betreten Kool & The Gang die Bühne, die Party beginnt mit „Cherish“, steigert sich bei „Ladies Night“ und „Get Down On It“. Da hält es die Zuschauer nicht länger auf den Plätzen, denn bei „Celebration“ kommen alle Mitwirkenden des Abends noch einmal auf die Bühne und feiern gemeinsam mit dem Publikum die gute Zeit des gemeinsam verbrachten Abends. Am 2. und 3. Dezember 2022 ist die Night of the Proms in Köln zu Gast. Anschließend geht es bis zum 18. Dezember weiter in Frankfurt, Hannover, Hamburg, Bremen, Erfurt, Stuttgart und München. Auch der Ticketverkauf für 2023 hat bereits begonnen.

(SMC)