29. Mai. 2024

Kultur

New York. In einem Luxus-Apartment nicht weit vom Central Park leben Jezebel und Darius Miller. Die beiden haben das Vermögen ihrer Familie, das nach dem Krieg von einer Metzgerei zu einem Fleischkonzern gewachsen ist, geerbt. Doch während Darius, ein cholerischer und unangenehmer Mann, das blühende Leben ist, braucht seine Schwester Jezebel nach einem schweren Sturz rund um die Uhr Unterstützung. Deshalb hat Darius die junge Krankenschwester Maryann Hall eingestellt. Sie soll die Schwester genau nach den Vorgaben von Darius betreuen, zu denen nicht nur ein immer gleicher Tagesablauf mit Mahlzeiten, Ausflügen in den Park und Vorlesestunden gehören, sondern auch die Erwartung, stets auf die Minute pünktlich mit den einzelnen Programmpunkten zu beginnen. Während Maryann sich mit ihrer positiven Einstellung um die Patientin kümmert, hat Darius wieder mehr Zeit, sich um die Familiengeschäfte zu kümmern.

Doch schon nach wenigen Wochen in dem ungewöhnlichen Haushalt, in dem Maryann mal vom Hausherrn für Kleinigkeiten gemaßregelt wird und dann doch wieder von seiner Großzügigkeit profitiert und in einem Gästezimmer wohnen darf, beginnt Maryann zu zweifeln. Ist es normal, dass die Ärztin die Medikamente ihrer Patientin bereits bestimmt, bevor sie diese in Augenschein genommen hat? Muss Jezebel wirklich so viele Medikamente bekommen? Doch darüber kann sie nur mit ihren Freundinnen telefonieren, denn weder Darius noch die Ärztin scheinen ihr gute Ansprechpartner zu sein. Doch wer ist nun gefährlich und verrückt in diesem Haushalt? Jezebel, deren Entmündigung kurz bevor steht oder doch eher ihr Bruder? Maryann muss eine Entscheidung treffen, die nicht nur ihre Arbeit im Haushalt der Millers in Gefahr bringt, sondern auch ihr Leben.

Theaterleiterin Christiane Reichert hat für dieses Stück nicht nur die Regie übernommen, sondern ist in der Rolle der angeschlagenen Jezebel Miller auch selbst auf der Bühne zu sehen. Mit ihr sind Jan Philip Keller als Darius und Veronika Morgoun als Maryann in dem Psychothriller zu sehen. 45 Minuten vor der Pause und 35 Minuten danach wächst die Spannung, denn dass im Haushalt der Millers etwas nicht mit rechten Dingen zugeht ist klar, doch was es ist klärt sich wie in jedem guten Thriller erst ganz zum Schluss. Gerade, da das Theater an der Luegallee so kein ist, hat man als Gast fast das Gefühl live dabei zu sein und mit in der Wohnung der Millers zu sitzen. Fast möchte man eingreifen in diesen Szenen, doch da es Theater ist beschränkt man sich auf den Szenenapplaus und lässt sich überraschen, wie es weitergeht. Karten für das auch im Sommer gut gekühlte Theater gibt es vor Ort, telefonisch unter 0211/572222 und über die Internetseite zum Preis von 20 Euro.

(SMC)