Durch den Abend führt Tim Becker. Nach seinem Erfolg in der früheren Produktion „Mit Herz und Bauch“ kehrt er zurück und demonstriert gewohnt virtuose Bauchrednerkunst. Im Gepäck hat er insgesamt zehn facettenreiche Charaktere, darunter die vorlaute Ratte Konstantin Opel. Das Publikum wird dabei charmant-fies in die Pflicht genommen und leistet feierlich den Schwur: „Ich werde lachen in guten wie in schlechten Witzen.“ Die eher seichten Charaktere, die teils mit vulgären Sprüchen um sich werfen, rufen den Schwur bald in Erinnerung.
Der italienische Jongleur Sage Macaggiwirbelt schwungvoll über die Bühne. Seine roten Hüte scheinen ein Eigenleben zu führen: Sie fliegen immer höher und schneller durch die Luft, als wollten sie gar nicht mehr auf seinen Kopf zurückkehren. Er jongliert meisterhaft mit Hand, Fuß und Kopf, verbindet das Ganze mit Tanz und steigert sich von drei über fünf bis hin zu sechs Hüten.
Poetisch und atemberaubend wird es bei Jana Vogel. Die Artistin liefert am Luftring die ruhigeren, emotionalen Momente der Show. Sie wechselt mühelos zwischen langsamen, schwebenden Posen auf dem Rücken und rasanten, kraftvollen Sequenzen. Der erst 21jährige Leonardo Togni aus Italien zeigt anschließend auf einem in den Saal gebauten Steg und einem Trampolin sein Können. Salti, Schrauben und zahllose präzise Sprünge machen diesen Auftritt zum artistischen Höhepunkt des Abends.
Retro-Charm und moderner Artistik verbindet die Berliner Künstlerin Gwenadou. Inspiriert vom legendären Hula-Hoop-Boom der 1950er Jahre begeistert sie mit schwungvollen Hüftbewegungen und rasanten Reifen-Tricks. Nach einem geschmeidigen Einstieg mit ein bis zwei weißen Reifen steigert sie das Finale ihrer Performance auf sieben kreisende Reifen.
Kraft und Ästhetik pur verkörpert Sven Böker. Mit freiem Oberkörper zeigt er beeindruckende Handstandakrobatik. Bei seinem „Sandstand“ rieselt feiner Sand poetisch aus seiner Hand. Hoch hinaus geht es für Nacho Ricci aus Argentinien. Den Abschluss des Programms bildet das Duo Black Eagle Brothers mit ihren temporeichen ikarischen Spielen. „PUPPENALARM!“ ist eine Hommage an die Kleinkunst – facettenreich, komisch und artistisch auf absolutem Top-Niveau. Gezeigt wird das Programm bis zum 25. Oktober 2026.
(SMC)




