11. Aug. 2022

Kultur

Wenn Carmela de Feo in die Rolle der „La Signora“ schlüpft, bleibt kein Auge trocken. Bewaffnet mit Akkordeon und spitzer Zunge lüftet die Moderatorin nicht nur „das Geheimnis ihres Sex-Appeals“, sondern bringt das Publikum auch so in Stimmung. Kaum haben die Zuschauer angefangen mitzuklatschen, unterbricht La Singnora auch schon – und weiter geht es mit einem Medley aus Songs vom Schneewalzer bis zu „Go West“. Als erste Artistin ist dann die Mexikanerin Melissa Iturriaga an der Reihe. Sie kommt mit dem Cyr auf die Bühne und versetzt den überdimensionalen Ring in schnelle Bewegung. Mal zeigt Melissa Iturriaga ihr Können im Ring, mal bewegt sie sich auf dem Boden, während der Cyr sich weiterdreht. Mit wehendem Rock und Haar präsentiert Melissa Iturriaga ihre sehenswerte Choreografie. Dann kommt La Signora zurück. „Die Liebe ist wie eine Einbauküche. Nach ein paar Jahren schämst Du dich dafür“, erklärt sie dem Publikum. Dann rät sie augenzwinkernd: „Ein toter Ehemann ist treu.“ Deutlich romantischer ist der Auftritt von Roman und Anastasia. Das russisch-ukrainische Duo zeigt kraftvolle Partnerakrobatik. Zu Beginn liegt sie im Spagat über seiner Schulter und wechselt später in einen Handstand auf seinen Schultern. Vor dem blau angestrahlten Hintergrund, auf dem unzählige Sterne glitzern verändern sich die Rollen der beiden. Später macht er Handstand auf ihr und hält sein ganzes Gewicht mit einer Hand auf ihrem angewinkelten Knie. Sogar im Handstand kann sie das Gewicht ihres Bühnenpartners tragen.


Dann kommt Raymond Raymondson auf die Bühne. Der Franzose schlüpft in die Rolle eines Zauberers, dem wirklich alles misslingt. Während er schnipsend über die Bühne geht, scheitert ein Trick nach dem anderen. Der Hase ist nicht im Zylinder sondern verschwunden. Und sogar im Ärmel ist nichts zu finden. Nur ein zusammengeklappter Zauberstab kommt nach einigen Minuten zum Vorschein. Und ein Kartenspiel scheint wie von magischer Hand in seinen Mund gewandert zu sein. Doch auch das wird zur Persiflage - Raymond Raymondson verschluckt sich an den Karten. Ungewöhnlich ist der Auftritt der „Golden Stars“. Die vier Männer stehen zunächst mit Hüten, Sonnenbrillen und Mänteln auf der Bühne. Dann wird einer von den anderen in die Luft gewirbelt und nach einem Überschlag wieder aufgefangen. Doch in den Ukrainern stecken auch Entertainer. Unter den Mänteln haben die Männern weiße Tütüs versteckt. In denen setzen sie den Auftritt fort. Highlight ist eine Pyramide aus den Artisten in drei Etagen. Vor der Pause kommt La Signora noch einmal auf die Bühne. Sie erklärt: „Grillgut – das ist fast jede Art von Tieren. Außer Schnecken. Die sind Grillböse!“


Wie man zum Bühnenstar wird fragt La Signora sich nach der Pause und bekennt, selbst keinen Kusselkopp und keinen Handstand zu können. Umso mehr Akrobatik kann Alexander Batuev. Der Körper des Russen ist so biegsam, dass er sein Bein hinter den Rücken drehen und seinen Fuß in den Nacken legen kann. Handstand, Spagat und andere Bewegungen fallen dem Mann ohne Knochen ganz leicht. Schließlich verschwindet er zum Ende des Auftritts in der silbernen Kiste. La Signora präsentiert danach ein Medley aus Kinderreimen. „Ach, was war das früher schön“, schmunzelt sie, während sie vom Plumpsack singt. Raymond Raymondson hat einen zweiten Auftritt. Statt als Zauberer kommt er als mit Medaillen behangener Athlet auf die Bühne. Doch auch in dieser Rolle ist das Scheitern eingebaut. Keulen werden zur Stolperfalle. Eine Peitsche zum Werkzeug schmerzhafter Selbstkasteiung.


La Signora widmet sich danach wieder dem Thema Liebe. Die stellt fest, dass Liebe dafür sorgt, dass Augen und Hirn ausgeschaltet werden und juckende Leidenschaft beginnt. Djulietta lautet der Künstlername einer ukrainischen Equilibristin. Die muskulöse Artistin zeigt ihren Körper im Handstand. Langsame und deshalb besonders anstrengende Bewegungen lassen das Publikum begeistert staunen. Während des Auftritts wechselt sie vom Handstand auf der einen zur anderen Hand. Schließlich steht sie wieder auf den Füßen – mit einem auf dem Boden und dem anderen im Spagat nach oben. „Moulin Rouge“ ist der Soundtrack, den La Signora anschließend mit einem eigenen Text versieht, bevor das Duo „Just two men“ sie zum Schwärmen bringen. An den Strapaten zeigen Oleg Shakirov und Artem Lyubanevich ihre durchtrainierten Körper. Einer der Männer dreht sich mit ausgestreckten Armen an den Strapaten zur Decke. Später zeigen die Artisten einen Spagat zwischen den Strapaten, während einer auf dem Kopf des anderen einen Handstand macht. Das Publikum ist begeistert – und hört anschließend zum großen Finale Tina Turners „Simply the Best“. Karten für die Show gibt es ab 26 Euro telefonisch (0201/2479393) und über Internet. Ab 9. August wird Moderatorin Carmela de Feo von Comedian Sascha Korf abgelöst. (SMC)