07. Jun. 2020

Kultur

Nach einer siebenwöchigen Auszeit wegen Corona hat der Tierpark Bochum nun wieder für Besucher geöffnet. Rund 4.000 Tiere aus mehr als 300 Arten warten auf Besucher. Auch wenn manche Mitmachstationen und auch der Streichelzoo aktuell noch geschlossen sind, lohnt sich ein Besuch. Wer den Tierpark besucht stößt nicht nur auf lebende Tiere. In der „Fossilium“ genannten Fossiliensammlung, die als Naturkundemuseum anerkannt ist, kann man tief in die Geschichte der Erde eintauchen.

Gleich hinter dem Eingang liegt die Anlage der Erdmännchen. Die quirligen Besucherlieblinge bezaubern die Besucher mit ihrem drolligen Äußeren und dem aktiven Sozialleben. Deutlich ruhiger sind die eindrucksvollen Flamingos, die wenige Zentimeter hinter der Abgrenzung – meist auf einem Bein – stehen und sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. Den sehr großen, langbeinigen Vögel können die Besucher fast nirgendwo so nahkommen wie in Bochum. Wer sich für die Bewohner von Aquarien und Terrarien interessiert, findet im überdachten Bereich nicht nur Kaimane, Leguane und Korallen, sondern auch Tigerpythons und Zwergseidenäffchen. Neu eingezogen sind „Fette Sandratten“, die sich noch nicht an die Besucher gewöhnt haben und sich deshalb gut versteckt halten. Bei der Auswahl der Tierarten setzt der Tierpark sowohl auf klassische Besucherlieblinge, als auch auf den Artenschutzgedanken. So leben im Aquarium Ameca-Kärpflinge, die in der Natur schon als ausgestorben galten, bis man jüngst wieder einzelne Exemplare entdeckte.  

Wo möglich leben mehrere Tierarten in einem Gehege. Diese Vergesellschaftung hat ihre natürlichen Grenzen, die den Besuchern spätestens an der Schaufutterküche erklärt wird. Durch große Panoramascheiben können die Gäste den Tierpflegern bei der Zubereitung von Futter zusehen und über eine Gegensprechanlage Fragen stellen. Aktuell noch geschlossen ist die Zooschule mit ihren spielerischen Forschungsreisen und der Möglichkeit, die Tierwelt auch haptisch kennenzulernen. Anfassen kann man die Tiere sonst nur im Streichelzoo, in dem Ziegen mit ihren Jungen leben und sich über Streicheleinheiten freuen.

Besonders gelungen sind die Nordseewelten. In einer begehbaren Voliere tummeln sich Säbelschnäbler und andere Vögel, die man vom Urlaub am Meer kennt. Direkt daneben kann man Seehunde und die auf der Südhalbkugel beiheimateten Pinguine über und unter Wasser beobachten. Am Rande des Bereichs stehen Strandkörbe, in denen man entspannte Momente verbringen kann, bevor es zum nächsten Gehege weitergeht. Geier, lautstarke Papageien und uralte Riesenschildkröten sind genauso zu sehen wie niedliche Alpakas, neugierige Ziegen und wuselige Frettchen. In Kürze werden auch die ganz neuen Asienwelten eröffnet. Diese werden  Zwergotter, Stachelschweine und Beos beheimaten und ermöglichen es, in einem Nachttierbereich auch nachtaktive Tiere zu beobachten. Karten zum Preis von 8 Euro gibt es direkt an der Tierparkkasse. Kinder ab drei Jahren und Jugendliche bis 17 Jahre bezahlen 4,50 Euro.

(SMC)