25. Jun. 2022

Kultur

Weihnachten nähert sich mit großen Schritten. Und in vielen Familien gehört es einfach dazu, gemeinsam unter dem Weihnachtsbaum zu sitzen. Doch entscheidet man sich für einen klassischen Weihnachtsbaum aus der Natur – oder doch lieber für einen Plastikbaum, der die Sommermonate im Keller verbringt und Jahr für Jahr wieder aus dem Keller geholt wird. Für die Mitglieder des Verband natürlicher Weihnachtsbaum e.V. ist die Antwort klar – der „echte“, in der Natur gewachsene Baum steht nicht nur in einer langen Tradition, sondern ist auch für die Umwelt die bessere Wahl.

Ein besonders beliebter Weihnachtsbaum ist die Nordmanntanne. Die ursprünglich aus dem westlichen Kaukasus stammende Baumart wurde im 19. Jahrhundert von einem finnischen Biologen entdeckt. Bis heute kommen die Samen fast aller Nordmanntannen aus Georgien – und werden nach drei Jahren in der Baumschule unter freiem Himmel gepflanzt. Dort wächst der Baum gut zehn Zentimeter pro Jahr. In dieser Zeit bindet die Weihnachtsbaumkultur nicht nur CO2, sondern ist auch ein naturnaher Lebensraum für verschiedene Tiere. Als Weihnachtsbaum ist die Nordmanntanne nicht nur beliebt, weil sie nur wenig nadelt, sondern auch, wegen des geraden Wuchses und der starken Äste, die sich auch mit schweren Kerzen und anderem Schmuck verzieren lassen.

Eine kanadische Studie hat die CO2-Emissionen natürlicher Bäume mit der von Plastikbäumen verglichen.  Dabei kam heraus, dass der klassische Weihnachtsbaum eine relativ neutrale Klimabilanz hat, während der Plastikbaum für Herstellung, Transport und Entsorgung auf rund 48 km Kohlendioxid kommt. Rein rechnerisch müsste der Plastikbaum daher mehr als 17 Jahre im Keller überleben und immer wieder zum Einsatz kommen, bevor er sich mit Blick auf das Klima amortisiert. Nicht vergessen darf man zudem das schwierig zu entsorgende Plastik. Der natürliche Baum hingegen kann nach dem Fest in den meisten Städten und Gemeinden gesammelt und als Mulch für Wege oder wo vorhanden sogar als Futter oder Spielzeug für die Tiere im örtlichen Zoo genutzt werden.

Wer den Kauf eines natürlichen Baumes aus Gewichtsgründen scheut oder kein Transportmittel hat, kann sich einen Baum in der Wunschgröße inzwischen auch per Internet bestellen. Der Weihnachtsbaum-Onlineshop „Lieblingstanne“ zum Beispiel bietet Bäume von 100 cm (29,95 Euro) bis 200 cm (69,95 Euro) inkl. Lieferung per Paketdienst an. Bei der Bestellung kann man die gewünschte Lieferwoche wählen und bekommt den Baum in dieser gut verpackt in Netz und Pappkarton. Nach dem Öffnen der Verpackung muss man den Weihnachtsbaum nur noch aufstellen und mit Wasser versorgen. Denn pro Meter Wuchshöhe kann eine Nordmanntanne pro Tag ca. einen Liter Wasser verdunsten. Wer lange Freude am seinem Baum haben möchte, stellt diesen nicht zu nah an der Heizung.

(SMC)