25. Okt. 2021

Kultur

„Die Verkündigung der Künstlerbuben“ sieht Moderatorin Rosemie Warth als ihre Aufgabe und bezaubert das Publikum im nach der Corona-Pause wieder zum Leben erwachten Essener GOP-Varieté mit ihrem schwäbischen Charme. Tanzend, singend und musizierend führt die auf herzliche Art durch das Programm und zeigt dabei humorvoll, dass der Weg zwischen Selbstironie und Begriffsstutzigkeit gar nicht so weit ist. An ihre Seite hat Rosemie als Kontrastprogramm sieben internationale Artisten – die „Wild Boys“.

Als erster Artist zeigt Benjamin Pring sein Können. „Ein Temperament wie ein Hochofen“, sieht Rosemie in dem Artisten mit der auffälligen Brille, der sich am Luftring präsentiert. Seine ausdrucksstarke Choreografie ist ein gelungener Einstieg in den Varietéabend. Auch der russische Jongleur Pawel Roujilo ist sehenswert. Im Bühnennebel wirbelt er fünf weiße Bälle durch die Luft, die wie Sternschnuppen über die Bühne fliegen und doch stets in seine Hände zurückkehren. „P.Fly“ ist der Künstlername von Paul Bulenzi. Der Ugander verbindet Kontorsion und Tanz und lässt sich dabei von Straßen-Tänzern in New York inspirieren. Was auf den ersten Blick nach einem Tanz mit dem Besen aussieht, wird zu einer eleganten und durchdachten Performance mit positivem Überraschungseffekt.

Einer der Höhepunkte der Show ist der Auftritt von Maxim Kriger. Der Artist stapelt Bretter und Rollen und schafft es dennoch, auf der wackeligen Konstruktion die Balance zu halten. Immer höher wagt der junge Russe sich hinauf und fasziniert so das Publikum. An einen Seemann erinnert Tigris, der mit seinen Hula Hoop-Künsten auftritt. Er lässt die Reifen um seine Arme kreisen, geht nebenbei in den Spagat und zeigt, dass man auch im Handstand noch Reifen kreisen lassen kann. Benjamin Pring ist ein weiteres Mal zu sehen. An den Strapaten zeigt der durchtrainierte Artist, wie vielfältig er ist. Krönender Abschluss des Abends ist der Auftritt des Duo Steppout. Petter und Patrick begeistern mit ausgefeilten Sprüngen und Salti auf dem Schleuderbrett.   

Zwischendurch ist immer wieder Rosemie zu sehen. Sie steppt mit vermeintlich schnellen Schritten – doch das Geräusch machen ihre Lippen und nicht ihre Schuhe. Sie jodelt, spielt Alphorn und singt „Das bisschen Haushalt macht sich von ganz allein“. Tickets für die 90minütige Show kosten je nach Spieltag und Kategorie zwischen 39 und 49 Euro. Erhältlich sind die Eintrittskarten telefonisch (0201/2479393), an der Varietékasse und über Internet. Tickets aus dem GOP-Vorverkauf berechtigen zur kostenfreien An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln im VRR (Preisstufe D).

(SMC)